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Kantonalbanken am Tropf der Staatskasse

Die Waadtländer Kantonalbank (BCV) ist nur eines von mehreren Staatsinstituten, die in der Vergangenheit in Schieflage geraten sind. Einige wurden mit Staatshilfe aufgepeppt, andere übernommen.

Dieser Inhalt wurde am 29. Oktober 2002 - 17:40 publiziert

Faule Kredite, Wirtschafts- und Immobilienkrise hatten ihnen arg zugesetzt.

Im Jahr 2000 musste die Genfer Kantonalbank (BCGE) saniert werden. Wegen fauler Kredite an die Financiers Jürg Staubli und Nessim Gaon sowie weiteren Unternehmens- und Immobilienkrediten war das Institut an den Rand des Abgrunds geraten.

Das Aktienkapital der BCGE wurde um 135 Mio. Franken aufgestockt, und die Rückstellungen wurden um 500 Mio. Franken erhöht. Darüber hinaus wurden die Sorgendossiers in der Höhe von rund 5 Mrd. Franken einer Auffanggesellschaft übertragen.

Bern als Muster für Genfer Sanierung

Ein solches Vorgehen hatte 1992 bereits der Kanton Bern gewählt, dessen Kantonalbank Verluste von gegen 3 Mrd. Franken erwirtschaftet hatte. Dazu war es nicht zuletzt wegen des Engagements in Werner K. Reys Omni-Holding gekommen.

Die faulen Kredite der Berner Kantonalbank (BEKB) wurden der Auffanggesellschaft Dezennium Finanz AG übertragen, die eine Bilanzzumme von 6,553 Mrd. Franken abarbeiten musste. Die Gesellschaft befindet sich heute in Liquidation.

Im Jura gibts wieder eine Dividende

Andere Institute überwanden die Krise dank Kapitalerhöhungen. So flossen der Jurassischen Kantonalbank (BCJ) 1997 insgesamt 67,7 Mio. Franken zu. Davon übernahm der Kanton Jura 32,7 Mio. Franken. Der Schweizerische Kantonalbankenverband sprang mit 22,05 Mio. Franken ein, um der in Bedrängnis geratenen Bank zu helfen.

Die BCJ musste Hilfe suchen, nachdem die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) die zu dünne Eigenkapitaldecke gerügt hatte. Im Januar 2001 wartete die BCJ wieder mit einer guten Nachricht für die Investoren auf: Sie sei mit dem Jahr 2001 zufrieden und werde zum ersten Mal seit ihrer Rekapitalisierung eine Dividende ausschütten.

Die Eigenmittel der Walliser Kantonalbank (WKB) waren im Jahr 2000 um 50 Mio. Franken aufgestockt worden. Die Dorsaz-Affäre hatte der WKB Rückstellungen von 130 Mio. Fr. beschert.

Übernahmen in Solothurn und Ausserrhoden

Drastische Folgen hatte die sorglose Beurteilung der Risiken für die Staatsbanken Solothurns und Appenzell Ausserrhodens. Die Solothurner Kantonalbank hatte 1992 die eine marode Bank in Kriegstetten übernommen. Zwei Jahre später geriet sie selber ins Schlingern.

Die Solothurner wie die Ausserrhoder Kantonalbank wurden in der Folge mit dem Segen der Stimmberechtigten an die heutige UBS verkauft. Während die Ausserrhoder Kantonalbank von der Bildfläche verschwand, wurde das Solothurner Institut im August 2000 an die Basler Versicherung weiterverkauft und lebt heute als Baloise Bank SoBa weiter.

swissinfo und Agenturen

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