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Kampf um Klimaschutz geht weiter

Der Kampf gegen die Luftverschmutzung soll weiter gehen. Keystone

In letzter Minute hat sich die UNO-Klimakonferenz in Montreal auf das weitere Vorgehen zum Schutz des Klimas einigen können. Die USA bleiben abseits.

Dieser Inhalt wurde am 10. Dezember 2005 - 17:36 publiziert

Über 150 Länder, darunter die Schweiz, haben beschlossen, dass der Kyoto-Prozess nach Ablauf der ersten Runde im Jahr 2012 weitergehen kann.

In dem bis 2012 laufenden Kyoto-Protokoll haben rund 40 Industriestaaten, zu denen auch die Schweiz gehört, zugesagt, die Emission der Treibhausgase unter das Niveau von 1990 zu senken.

Die USA blieben diesem Abkommen fern und blockierten auch die nun in Montreal diskutierten Anschlussregelungen.

Die Diskussionen über die Einbindung von ärmeren Staaten in den Prozess zur Reduktion der CO2-Emissionen sollen 2006 beginnen. Auch über die Weiterführung der Klimarahmen-Konvention von Rio de Janeiro 1992 herrschte Einigung. Dieses Papier wurde auch von den USA akzeptiert, die das Kyoto- Protokoll nicht ratifiziert haben.

Kompromiss

Die Klimakonferenz hätte eigentlich am Freitag enden sollen. Bis zuletzt wurde jedoch um Verfahrenseinwände Russlands und die grundsätzliche Weigerung der USA gerungen, sich auf Grenzwerte für die Treibhausgas-Emissionen festzulegen.

Kanada als Gastgeberland schlug daher einen Kompromiss vor, in dem keine festen Ziele benannt und keine konkreten Massnahmen zur Reduzierung der Emissionen vorgeschrieben wurden.

Vielmehr sollen in den beiden kommenden Jahren Arbeitsgruppen eingesetzt werden, die sich mit Möglichkeiten zu einer langfristigen Reduktion der Emissionen beschäftigen.

Halbvolles Glas

Die Schweizer Delegation bezeichnete die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Montreal als sehr ermutigend. Die Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls hätten sich bereit erklärt, ihre Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel auch nach 2012 fortzusetzen, teilte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) mit.

Der Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) Bruno Oberle, ist vor allem deshalb zufrieden, weil, "die Gespräche unter den Vorgaben des Kyoto-Protokolls weitergehen", wie er gegenüber swissinfo sagte.

Trotzdem, so Oberle, hätte es die Schweiz begrüsst, wenn sich diejenigen Länder, welche Kyoto noch nicht unterzeichnet haben, dem Dialog angeschlossen hätten.

"Nun haben wir ein halbvolles Glas im Sinne, dass die Parteien zwar bereit sind, miteinander zu sprechen, aber nicht klar ist, wie die internationale Gemeinschaft künftig zusammenarbeiten will."

Greenpeace zufrieden

Greenpeace Schweiz zeigte sich sehr zufrieden über den Ausgang der Weltklimakonferenz in Montreal. Es entspreche den Forderungen der Organisation, dass die weiteren Verhandlungen unter dem Kyoto-Protokoll weitergeführt würden.

Positiv wertet Greenpeace ausserdem, dass die Staaten in einer zweiten Verpflichtungsperiode über schärfere Reduktionsziele verhandeln wollen.

Für die Schweiz bedeute das, dass das Land seine Hausaufgaben machen müse, sagte Alexander Hauri, Klimaexperte von Greenpeace Schweiz gegenüber swissinfo. "Nur wer seine Hausaufgaben macht, kann den andern sagen, sie sollten das auch tun", sagt Hauri.

Zwar könne man oft schon etwas die Hoffnung verlieren. "Aber ich denke, der Druck auf die Verantwortlichen wird ständig zunehmen, die Klimaveränderungen lassen sich heute nicht mehr leugnen."

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls haben das Ziel, ihre Emissionen bis zum Jahre 2012 um durchschnittlich 5,2% unter das Niveau von 1990 zu senken.

Die einzelnen Länder haben dabei unterschiedliche Vorgaben, die vor allem von ihrer wirtschaftlichen Entwicklung abhängen.

Für die Schweiz und die EU ist eine Senkung der Emissionen um 8% vorgesehen.

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Fakten

Die UNO-Weltklima-Konferenz fand vom 28. November bis 10. Dezember im kanadischen Montreal statt.

Mehr als 150 Länder haben beschlossen, dass die Verhandlungen über künftige Klimaschutzziele auch nach 2012 weiter gehen.

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