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Kampf der Gratisblätter

Das erfolgreiche Gratisblatt "20 Minuten" soll als "20 minutes" in der Romandie Fuss fassen. Keystone Archive

Die Zürcher Mediengruppe Tamedia lanciert in der Westschweiz eine französischsprachige Gratiszeitung. "20 minutes" nimmt den Kampf mit "Le Matin Bleu" auf.

Dieser Inhalt wurde am 24. Oktober 2005 - 20:20 publiziert

Die erste Ausgabe mit 120'000 Exemplaren ist für das kommende Frühjahr geplant. "Le Matin Bleu" erscheint erstmals bereits am kommenden Montag.

Der Westschweizer Gratiszeitung "Le Matin Bleu" von Edipresse erwächst bereits vor der ersten Ausgabe Konkurrenz: Der Medienkonzern Tamedia startet im März 2006 in Lausanne und Genf mit der Pendlerzeitung "20 minutes".

Die Zeitung sei auf eine junge, urbane und kaufkräftige Zielgruppe ausgerichtet, teilte "20 Minuten" am Montag mit. Mit "20 minutes" entstehe in der Schweiz erstmals eine sprachübergreifende Tageszeitung. Regionalausgaben der Pendlerzeitung erscheinen zur Zeit in Zürich, Bern, Basel, Luzern und St. Gallen.

Chefredaktor nicht bekannt

Ab März 2006 kommen nun zwei Regionalausgaben in Lausanne und Genf dazu. Für die beiden Regionalausgaben werden 30 Redaktoren verantwortlich sein. Zehn Personen will Tamedia im Verlag einstellen. "20 minutes" erscheint fünf Mal wöchentlich in einer Gesamtauflage von 120'000 Exemplaren. Vertrieben wird die Zeitung über die üblichen Kanäle.

Der Chefredaktor sei noch nicht bestimmt, sagte Tamedia-Sprecherin Franziska Hügli. Auch ist noch unklar, ob sich die Hauptredaktion in Lausanne oder Genf befinden soll. Die Projektleitung liegt bei Markus Eisenhut, ehemaliger Chefredaktor von "20 Minuten".

"20 minutes" wird laut Hügli genügend Zeit haben, um Fuss zu fassen. "Wir meinen es ernst", sagte sie. In der Westschweiz sei Platz für zwei Gratiszeitungen.

Lange verhandelt

Am kommenden Montag, 31. Oktober, erscheint nämlich erstmals die Gratiszeitung "Le Matin Bleu" vom Verlagshaus Edipresse. Geplant ist eine Auflage von 100'000 Exemplaren, die von Montag bis Freitag auf der Achse Aigle - Genf entlang dem Genfersee verteilt werden. Auch hier ist das Zielpublikum jung und städtisch.

Tamedia habe mit Edipresse lange und intensiv über ein Joint Venture verhandelt, sagte Hügli. Nun habe Edipresse leider den Alleingang gewählt - dies sei zu respektieren.

Edipresse nicht überrascht

Bei Edipresse zeigte sich Théo Bouchat, Direktor der verschiedenen "Le Matin"-Zeitungen, nicht überrascht über die Ankündigung aus Zürich. "Der Markt wird entscheiden ob die beiden Gratiszeitungen nebeneinander überleben können", erklärte er.

Im Vergleich zu "20 minutes" will Edipresse in der neuen Redaktion nur 15 Personen anstellen. Bouchat erklärt den Unterschied damit, dass "Le Matin Bleu" von bereits existierenden Infrastrukturen profitieren könne, insbesondere beim Marketing und beim Layout.

Bouchat liess offen, ob "Le Matin Bleu" mittelfristig wie "20 minutes" zwei Regionalausgaben produzieren will. "In einem ersten Schritt wollen wir das Produkt etablieren; dann sehen wir weiter", sagte er.

Erfolgsgeschichte

Die Erfolgsgeschichte der Pendlerzeitung "20 Minuten" hatte am 13. Dezember 1999 begonnen. Damals brachte das norwegische Medienhaus Schibsted ASA im Grossraum Zürich das Blatt erstmals heraus.

Das Zürcher Verlagshaus Tamedia stieg im Oktober 2003 ein und übernahm in der Folge die Pendlerzeitung zu 100%. "20 Minuten" ist laut WEMF-Auflagenzahlen von Anfang Oktober die meistgelesene Schweizer Tageszeitung.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Lausanner Edipresse-Gruppe wird ihre Gratiszeitung "Le Matin Bleu" am kommenden Montag mit einer Auflage von 100'000 Exemplaren lancieren.

15 Journalistinnen und Journalisten werden das Blatt in Genf und Lausanne schreiben.

Ab März 2006 wird die Zürcher Tamedia ihre Gratiszeitung "20 minutes" in der Romandie lancieren.

Auflage 120'000 Exemplare. 30 Mitarbeiter für 2 Lokalausgaben in Genf und Lausanne.

Das Blatt ist eine französische Version des in der deutschsprachigen Schweiz erfolgreichen "20 Minuten".

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