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Johannesburg: Die Schweiz will sichtbar werden

Lilongwe, Malawi - Wasser für die Bewässerung ist dort Mangelware, besseres Management tut Not. Keystone

"Die Schweiz wird der Staatengemeinschaft und der Weltöffentlichkeit ihre erzielten positiven Resultate darlegen."

Dieser Inhalt wurde am 24. August 2002 - 11:58 publiziert

So kündigt Deza-Direktor Walter Fust die Informationsplattform "Sustainable Switzerland" an, die allen Gipfelteilnehmenden offen steht.

Der Direktor der Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit (Deza) denkt dabei an die Plattform, wo Informationen zu den Tagesthemen aus Schweizer Sicht zu finden sind.

Philipp Roch, Leiter des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft, räumt allerdings ein, dass die Schweiz noch "sehr weit von einem Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umwelt" entfernt ist.

Die Wirtschaft erwartet Pragmatismus...

Schweizer Unternehmen bedauern dies zwar auch, setzen die Prioritäten allerdings etwas anders: Sie erwarten von Johannesburg weder geschraubte Erklärungen noch komplexe Reglementierungen.

Laut ihrer Dachorganisation economiesuisse verlangen sie "gesunden Pragmatismus" und erinnern daran, "dass der weltweite Freihandel und die grenzüberschreitenden Dienstleistungen unabdingbar sind für eine nachhaltige Entwicklung".

...die NGOs bindende Massnahmen


Botschaften dieser Art kommen bei den Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) schlecht an. Ihrer Ansicht nach hat "die wirtschaftliche Globalisierung die eigentliche Idee der nachhaltigen Entwicklung untergraben".

Die Schweizer NGOs sind der Regierung gegenüber sehr kritisch eingestellt, denn aus ihrer Sicht hat diese "die nachhaltige Entwicklung nie zu einer Priorität gemacht", wie Rosmarie Bär von der Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke und Mitglied der Schweizer Delegation ausführt.

"Was wir von den Staaten verlangen, sind Taten, nicht Worte", fügt sie bei und drückt damit auch die Meinung anderer NGOs aus, die vom Bundesrat "klare und bindende Beschlüsse" erwarten.

Szenerie für eine Debatte

Wie dem Teufel misstrauen die NGOs aber auch der "magischen Formel der Partnerschaften" und anderen so genannten freiwilligen Initiativen, welche es den Staaten erlauben, "sich ihrer legislativen und reglementarischen Verantwortung zu entziehen".

Serge Chappatte, Schweizer Verhandlungsleiter, beruhigt: "Wir streben einen möglichst starken Aktionsplan an, damit die Agenda 21 umgesetzt werden kann. Steht dieser Rahmen, hat es darin auch Platz für Partnerschaften und Privatinitiativen. Aber es ist nicht so, dass die Regierungen ihre Verantwortung an die Privatwirtschaft abgeben."

Solidarität der Bergregionen

Die Schweiz wird den Gipfel im Übrigen nutzen, um eine internationale Partnerschaft der Bergregionen zu lancieren, an der rund fünfzehn Länder sowie NGOs und Privatfirmen teilnehmen.

"Da machen viele Leute mit grosser Energie mit", stellt Jean-François Giovannini fest, ehemaliger Vizedirektor der Deza und eine der Schlüsselpersonen dieses Projekts. "Das ist langfristige Arbeit, die mehrere Jahrzehnte dauert."

Bernard Weissbrodt, swissinfo

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