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Jahr der Berge? Keine Eile!

Auch weniger bekannte Berge als das Matterhorn werden während des "Jahres der Berge" wohl ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Keystone

Das "Internationale Jahr der Berge" 2002 bietet der Schweiz als Alpenland eine besondere Plattform. Doch die vom Bund zur Verfügung gestellten personellen und finanziellen Mittel sind beschränkt, Konkretes über geplante Projekte ist derzeit kaum zu erfahren.

Dieser Inhalt wurde am 15. August 2001 - 18:00 publiziert

Es ist Zeit, dass etwas geht bei der Planung des "Jahres der Berge", werden sich Jost Brunner, Gemeindepräsident von Lauterbrunnen und Edith Nanzer-Hutter, Gemeindepräsidentin von Naters gesagt haben. In einem Brief an den Bundespräsidenten schrieben sie Ende Juli: " Wir vermissen bis heute entsprechende Aktivitäten und vor allem die Bildung eines nationalen Komitees im eigenen Land."

Warten auf September

Was die Aktivitäten betrifft, so ist die thematische Ausrichtung auf nationaler Ebene definiert: "Wir planen eine breit angelegte Informations- und Sensibilisierungs-Kampagne für die Anliegen und Probleme der Berggebiete", sagt Daniel Wachter vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), dem neben der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) zuständigen Bundesamt. "Wir orientieren uns am Gedanken der nachhaltigen Entwicklung."

Wie diese Ideen allerdings konkret umgesetzt werden sollen, darüber will Wachter zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft geben. Noch würden Gespräche geführt mit möglichen Partnern. "Bis Ende September sollte das Programm konkretisiert sein."

Bis zum Beginn des "Jahres der Berge" werden ab diesem Zeitpunkt noch drei Monate bleiben. Die Forderung nach etwas mehr Eile im oben erwähnten Brief an den Bundespräsidenten scheint also durchaus ihre Berechtigung zu haben.

Beschränkte Mittel

Als geographischer roter Faden zur Ansiedelung der Projekte soll der "Kulturweg Alpen" der Naturfreunde dienen, ein Weg vom Genfersee bis in den äussersten Zipfel des Bündnerlandes, heisst es in einem Schreiben von Stefan Frey, der die Schweizer Koordinations-Stelle des "Jahres der Berge" managt - als Einzelperson. In seinem Brief hat er Organisationen und Veranstalter von landesweiten, regionalen oder lokalen Anlässen anfangs Juli aufgefordert, mit Projekten an die Koordinationsstelle zu gelangen.

Denn gemäss Daniel Wachter vom ARE will der Bund neben eigenen Projekten vor allem eine Plattform für Aktivitäten von Partnern bieten. Das hat nicht nur ideelle, sondern auch finanzielle Gründe. "Der Bund verfügt leider nur über sehr beschränkte Mittel, wir werden darum darauf angewiesen sein, dass auch andere Akteure ihre Beiträge leisten." Konkret: Rund 600'000 Franken stehen von Bundesseite zur Verfügung.

Unterschiedlich weit

Offenbar hapert es teilweise bei der Kommunikation zwischen dem Bund und interessierten Kreisen. So weiss zum Beispiel der Schweizer Bergführerverband laut Geschäftsführer Wolfgang Wörnhard nicht, wo und bis wann er seine Projekt-Ideen präsentieren soll, obwohl man "grosses Interesse" an einer Teilnahme angemeldet habe.

Aktiv geworden ist bereits die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB). Sie hat einen Verein gegründet mit dem Ziel, Anlässe im Schweizer Bergebiet zu organisieren. Das Hauptthema wird "Wasser und Berggebiete" sein.

Im Tourismus tut sich was

Bereit mitten in der Planung ist Schweiz Tourismus. "Unique Swiss Peaks" heisst das Marketing-Projekt. Anstelle des herkömmlichen Sommerprospektes wird nächstes Jahr ein Berg-Sommerprospekt produziert, wie der Medienverantwortliche Heinz Keller sagt. "Eine längerfristige Geschichte", die man auch in Zukunft weiterziehen wolle. Wo sich Geld verdienen lässt, tut sich früher was, wie es scheint.

Kathrin Boss Brawand

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