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IPO/Berliner Senat entscheidet über GSW-Börsengang

Dieser Inhalt wurde am 29. März 2010 - 15:10 publiziert

BERLIN (awp international) - Der Berliner Senat entscheidet an diesem Dienstag über den geplanten Börsengang der GSW. Sie verwaltet in der Hauptstadt mehr als 70.000 Wohnungen mit 130.000 Mietern. Berlin hatte die bis dahin grösste landeseigene Wohnungsbaugesellschaft vor sechs Jahren verkauft. Um nun mehr als 50 Prozent der GSW-Anteile an der Börse anzubieten, brauchen die Investoren aber die Zustimmung des Landes. Finanzsenator Ulrich Nussbaum (parteilos) ist dafür, er wird am Dienstag nach Worten seiner Sprecherin eine entsprechende Vorlage präsentieren.
Im Gegenzug würde das Land demnach noch einmal Millionen von den Investoren erhalten. "Bis zu 30 Millionen Euro könnten im Rahmen einer Vertragsergänzung als Zahlung anstehen", sagte Sprecherin Kathrin Bierwirth. Sie hob hervor, die 2004 vereinbarten Bestimmungen zum Mieterschutz hätten auch nach einem Börsengang Bestand. Nach GSW- Angaben ging es dabei auch Investitionsvorgaben und einen Verzicht auf Luxusanierungen.
Stimmt der Senat dem Börsengang zu, soll noch das Abgeordnetenhaus über den Börsengang entscheiden. Nach dpa-Informationen sollen die Papiere im Mai oder Juni herausgegeben werden.
Berlin hatte die 1924 gegründete GSW (Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Berlin) 2004 für 405 Millionen Euro verkauft. Eigentümer sind der Finanzinvestor Cerberus und die Fondsgesellschaft Whitehall, eine Tochter der Bank Goldman Sachs. Sie übernahmen auch Altschulden von 1,7 Milliarden Euro. Der damalige Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) erhielt für das Geschäft auch Lob von der Opposition.
GSW-Sprecher Thomas Rücker sagte, ein Börsengang bringe zusätzliche Einnahmen, die beispielsweise für energetische Sanierungen genutzt werden könnten. Anders als bei einem Teilverkauf an andere Wohnungsbaugesellschaften seien bei dieser Variante ausserdem die 600 Arbeitsplätze bei der GSW besser gesichert./bf/DP/fn

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