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Intensiver Kampf gegen den Zigaretten-Konsum

Geht es nach dem Bundesrat, soll das Päckchen Zigaretten mehr als fünf Franken kosten. Keystone

Die Schweiz will den Kampf gegen den Tabakkonsum deutlich verstärken. Die neue Präventionskampagne des Bundes will in den nächsten fünf Jahren massiv mehr Gelder einsetzen als bisher. Geplant ist unter anderem ein Verkaufsverbot an Jugendliche unter 16 Jahren. Die Massnahmen sind umstritten.

Dieser Inhalt wurde am 05. Juni 2001 - 22:04 publiziert

Der Bundesrat nahm am Dienstag (05.06.) von der neuen Präventionskampagne des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) Kenntnis. Für die Umsetzung des Programms bis 2005 sind insgesamt 32 Mio.Franken vorgesehen, wie Bundesrätin Ruth Dreifuss sagte. Im ersten Massnahmenpaket von 1996 bis 1999 waren es noch rund 10 Mio. Franken gewesen. Die neuen Gelder müssen allerdings noch in Budget und Finanzplan diskutiert werden.

Der Tabakmissbrauch stellt laut Dreifuss eines der gravierendsten Probleme der öffentlichen Gesundheit dar. Pro Jahr sterben rund 8'000 Menschen an den Folgen des Tabakmissbrauchs. Als Sorge Nummer eins bezeichnete sie den Tabakmissbrauch von Jugendlichen. Mit dem neuen Programm soll das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Tabakproblematik, die Verbesserung der sozialen Kompetenz bei Jugendlichen, der Schutz der Nichtrauchenden und die Förderung der Rauchentwöhnung für Rauchende gefördert werden. In weiteren Schritten sind ein Verkaufsverbot von Tabakprodukten an Jugendliche unter 16 Jahren, eine Verstärkung der Warnhinweise und weitergehende Kompetenzen des Bundesrats zur Erhöhung der Tabakbesteuerung vorgesehen. Eine Erhöhung des Steuersatzes mindestens auf das in den EU-Richtlinien festgelegte Minimum soll geprüft werden. Als Zielpreis für ein Päckchen Zigaretten nannte der Direktor des Bundesamtes für Gesundheit, Thomas Zeltner, 5,50 Franken.

In einer nächsten Etappe sollen auch Werbeeinschränkungen erörtert werden. Mit einem gut geschnürten Massnahmenprogramm könne die Tabakepidemie in der Schweiz zurückgedrängt werden, ohne dass die Raucher diskriminiert würden. sagte Zeltner. Die Massnahmen, die schon in der Vernehmlassung heftig umstritten waren, stossen beim Gewerbe teilweise nach wie vor auf scharfen Widerstand. Der Schweizerischen Gewerbebundes (SGV) zeigte sich in einer ersten Reaktion entsetzt. Es sei nicht Aufgabe des Bundes, einem mündigen Bürger Vorschriften zu machen.

swissinfo und Agenturen

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