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ING zeigt sich robust - Gewinn übersteigt Erwartungen deutlich (AF)

Dieser Inhalt wurde am 04. August 2011 - 12:31 publiziert

AMSTERDAM (awp international) - Der staatlich gestützte niederländische Finanzkonzern ING hat im abgelaufenen Quartal der schwierigen Lage auf den Finanzmärkten getrotzt. Wie der Finanzkonzern am Donnerstag mitteilte, stieg der Gewinn im zweiten Jahresviertel um fast ein Viertel auf 1,51 Milliarden Euro. Analysten hatten nur mit 1,21 Milliarden Euro gerechnet. Die Aktien der Niederländer kletterte vom Handelsstart in die Eurostoxx-Spitzengruppe und notierte zuletzt mit über fünf Prozent Plus.
Nach Ansicht von Hans Pluijgers von Cheuvreux liegen die Quartalsergebnisse von ING im Versicherungsgeschäft klar über den Erwartungen. Der Experte bestätigte seine "Outperform"-Empfehlung. Wie alle Finanz-Titel hat auch ING die vergangenen Wochen und Monate stark an Wert verloren. Die griechische Schuldenkrise führte bei ING zu Abschreibungen von 310 Millionen Euro. Zum Ende des ersten Quartal hatten die Niederländer Hellas-Bonds in Höhe von 1,4 Milliarden gehalten.
Der bereinigte operative Gewinn in der Bank-Sparte ging 19 Prozent zurück, während die Zinseinnahmen um knapp 3 Prozent stiegen. Hier schlugen 187 Millionen Euro Griechenland-Abschreibungen zu Buche. Im Vorjahr wurde zudem ein ausserordentlicher Anteilsverkauf verbucht. Die Risikovorsorge wurde um ein Fünftel gesenkt. Der bereinigte operative Gewinn im Versicherungsgeschäft stieg um 83 Prozent, was vor allem an höheren Erträgen und Gebühren sowie Gewinnen im Anleihenhandel liegt.
Angesichts der Situation auf den Finanzmärkten werde keine Zwischendividende gezahlt, hiess es weiter. Die geplante Börsengängen der Versicherungssparten, die in zwei Teilen an den Markt gebracht werden sollen, machten gute Fortschritte, hiess es weiter. Allerdings seien die Finanzmärkte im Moment nicht in einer guten Verfassung, sagte Unternehmenschef Jan Hommen in der Telefonkonferenz. Wenn sich die Märkte ändern, sei ING bereit.
Der Konzern war während der Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten und hatte zehn Milliarden Euro als Stütze vom niederländischen Staat erhalten. Teile sind schon zurückgezahlt, im Mai zahlte ING drei Milliarden Euro an den Staat zurück. Vergangene Woche wurde das Versicherungsgeschäft in Lateinamerika für 2,7 Milliarden Euro verkauft. Das Ziel, bis Mai 2012 alle Beihilfen an den Staat zurückgezahlt zu haben, wurde erneut bekräftigt. Die EU-Kommission hat den Umbau des Konzerns für die Genehmigung der Hilfen gefordert./stk/zb

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