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Immer wieder Schweizer als Geiseln der Kaukasus-Konflikte

Nicht zum ersten Mal sind Schweizer Opfer der Konflikte im Kaukasus geworden. In der von Bürgerkriegen zerrissenen Region nehmen Aufständische wie auch Banditen Geiseln, um politische Forderungen durchzusetzen oder Lösegeld zu erpressen.

Dieser Inhalt wurde am 23. April 2001 - 12:00 publiziert

Die jüngste Geiselnahme im Istanbuler Swissôtel wurde offenbar von pro-tschetschenischen Freischärlern verübt. In dieser russischen Kaukasusrepublik haben sich seit dem Krieg gegen Russland Aufständische wie auch kriminelle Gangs auf die Entführung von Russen und Ausländern spezialisiert.

Am 4. November 1997 war der Schweizer Ingenieur Peter Zollinger von mutmasslichen Lösegeld-Erpressern in der russischen Kaukasusrepublik Inguschetien in die Nachbarrepublik Tschetschenien verschleppt worden. Erst am 21. Juni 1998 kam er nach der Zahlung eines Lösegeldes frei.

Opfer des Tschetschenien-Konfliktes wurde auch mehrfach das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). So musste das IKRK im November 1999 in Tschetschenien seine Tätigkeit einstellen, nachdem das Büro der Organisation in der Hauptstadt Grosny geplündert worden war. Die ausländischen Delegierten waren bereits Ende 1996 abgezogen worden, nachdem bei einem Überfall in Novi Atagui sechs ausländische IKRK-Delegierte ermordert und ein Schweizer schwer verletzt worden waren.

«Entführungsindustrie» auch in Georgien

Auch im südkaukasischen Georgien kommt es immer wieder zu Geiselnahmen mit Lösegeldforderungen. Teile des gebirgigen Landes befinden sich ausserhalb der Kontrolle der Zentralregierung.

Im Grenzgebiet Georgiens zu Tschetschenien wurden am 4. August 2000 drei IKRK-Mitarbeitende, eine Französin, eine Italienerin und ein Georgier, offenbar von lokalen Banditen gekidnappt. Nach Verhandlungen zwischen den Entführern und der georgischen Regierung wurden sie neun Tage später freigelassen. Lösegeld wurde angeblich nicht bezahlt.

In Abchasien, einer von Georgien abtrünnigen Provinz, nahmen Freischärler im Oktober 1999 sieben UNO-Mitarbeiter, darunter einen 33-jährigen Schweizer Hauptmann, als Geiseln. Auch sie wurden kurze Zeit später freigelassen, angeblich ohne Lösegeldzahlung.

Geiselnahmen in Tadschikistan

Geiselnahmen gehören auch zum Bürgerkriegsalltag in zentralasiatischen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, wo sich Regierungstruppen, islamistische Aufständische und Banditen gegenüberstehen.

In der Republik Tadschikistan nahm der Freischärler-Führer Bachrom Sadirow im Februar 1997 15 Mitarbeiter internationaler Organisationen als Geiseln, darunter zwei Schweizer UNO-Beobachter. Nach der geforderten Freilassung von etwa 40 inhaftierten Freischärlern kamen am 25. Oktober 1997 die Geiseln frei.

swissinfo und Agenturen

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