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IKRK sucht weiterhin nach 3000 Verschwundenen des Kosovo-Konflikts

Rund 3000 Personen aus dem Kososo-Konflikt werden nach Angaben des IKRK weiter vermisst. Die meisten davon sind Kosovo-Albaner. Zu den Verschwundenen gehören aber auch Serben, Roma und und Angehörige anderer Minderheiten im Kosovo.

Dieser Inhalt wurde am 25. Februar 2000 - 12:37 publiziert

Rund 3000 Personen aus dem Kososo-Konflikt werden nach Angaben des IKRK weiter vermisst. Die meisten davon sind Kosovo-Albaner. Zu den Verschwundenen gehören aber auch Serben, Roma und und Angehörige anderer Minderheiten im Kosovo.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) habe den Behörden in Belgrad und Pristina in dieser Woche eine Liste mit den Namen der Vermissten übergeben, sagte Pierre Kraehenbuehl, Leiter der IKRK-Balkan Task Force am Freitag (25.02.)in Genf. Das IKRK forderte die Behörden gleichzeitig auf, dem IKRK alle weiteren Informationen über das Schicksal von Verschwundenen zu geben.

Schicksal von 1400 Personen geklärt

Seit dem Ende des Kosovo-Konflikts im Juni letzten Jahres registrierte das IKRK über 4'400 Namen von Personen, die von ihren Familienangehörigen vermisst werden. Das Schicksal von über 1'400 konnte das IKRK bisher klären; 1'345 Personen wurden in erster Linie bei den Gefangenenbesuche des IKRK in Serbien und Montenegro aufgefunden; bei 102 Personen wurde der Tod bestätigt. Bei den 3000 weiterhin vermissten Personen handelt es sich in erster Linie um Kosovo-Albaner, die von Angehörigen der jugoslawischen Armee oder serbischen Zivilisten verschleppt wurden.

Das IKRK registrierte aber auch 346 Personen, die nach Angaben ihren Familienangehörigen von der UÇK verschleppt wurden. Keinerlei Informationen gibt es über das Schicksal von 766 verschwundenen Personen.

Keine Antwort von UÇK-Seite

Das IKRK hat seit Juli letzten Jahres bei seinen Gefangenenbesuchen in Serbien und Montenegro rund 1'700 Gefangene aus dem Kosovo registriert. Belgrad entliess bisher 495 Kosovo- Albaner aus der Haft.

Von Seiten der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) hat das IKRK seit Beginn der Konflikts 1998 demgegenüber keinerlei Antwort über das Schicksal der vermissten Serben und anderer Angehöriger der ethnischen Minderheiten erhalten.

Kraehenbuehl betonte, die Ungewissheit über die Verschwundenen wirke sich destabilisierend auf den Versöhnungsprozess aus. Die Familienangehörigen seien ausserordentlich traumatisiert. Das IKRK will die Familienangehörigen der Verschwundenen unter anderen mit psychologische Hilfe zur Seite stehen.

SRI und Agenturen

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