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Hilfe in Pakistan teilweise blockiert

Eine Frau im pakistanischen Teil Kaschmirs befreit ihr Notzelt vom Schnee. Keystone

Auch den Schweizer Helfern macht der Winter zu schaffen. Niederschläge erschweren die Hilfeleistungen für die Überlebenden in der Erdbeben-Region.

Dieser Inhalt wurde am 03. Januar 2006 - 21:09 publiziert

Viele Hilfsgüter sind blockiert. Wegen unterbrochener Strassen und Helikoptern, die nicht abheben können, warten Hunderttausende auf das Nötigste.

Hilfe habe die höher gelegenen Ortschaften gerade noch in letzter Sekunde erreicht, sagt Edwin Brunner, Koordinator der Schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) vor Ort, gegenüber swissinfo.

"Wir konnten die letzten Vorrats-Lieferungen gerade noch am Weihnachtstag in die höher gelegenen Regionen bringen", schildert Brunner, der in Mansehra stationiert ist. In den Bergen seien die Menschen nun ganz auf sich gestellt, doch hätten sie genug, um zu überleben.

Ohne Hilfe

Schlechter sieht es für 20'000 Menschen in den weit entlegenen Tälern aus. "Wir hatten die letzten Tage fürchterliches Wetter", so Brunner. Viele Strassen hätten wegen Schneerutschen und Felsstürzen geschlossen werden müssen. Und dichte Wolken hätten das Abheben der Helikopter verunmöglicht.

Es gebe deshalb Gruppen, die von der Aussenwelt abgeschnitten und in einer verzweifelten Lagen seien. "Weil ihre Lehmhäuser zusammengestürzt sind, leben sie nur in selbst gemachten, behelfsmässigen Unterkünften." Bisher haben die Helfer der DEZA insgesamt rund 10'000 Menschen mit dem Nötigsten versehen können.

Hoher Blutzoll

Das Erdbeben vom 8. Oktober im Norden Pakistans und in Kaschmir hatte über 73'000 Tote gefordert und rund 3,5 Mio. Menschen obdachlos gemacht.

In den vergangenen Wochen waren zudem Erdrutsche zu verzeichnen, verursacht durch Nachbeben und die starken Niederschläge. Dadurch kamen laut den Hilfsorganisationen 24 Menschen ums Leben. Einige Gebiete sind seither vom Stromnetz abgeschnitten.

Ziel der Schweizer Helfer ist es, die Bewohner mit Zelten, Plachen, Matratzen, Leintüchern und Kleidern für Kinder zu versorgen, damit sie den Winter einigermassen überstehen können.

Verteilproblem

Das Problem sei nicht die Menge der Hilfsgüter, sondern, diese in die am meisten versehrten Gebiete zu bringen. "Die Güter treffen in riesigen Mengen ein, doch haben wir nicht die Kapazitäten, sie zu verteilen", fasst Brunner zusammen.

"Hauptaufgabe im Januar wird es sein, diese Hürden zu nehmen und die Hilfe zu den Menschen zu bringen, bevor uns erneut das Wetter stoppt." Das sei machbar, wenn alle Hilfsorganisationen am selben Strick zögen.

swissinfo, Matthew Allen
(Übertragung aus dem Englischen: Renat Künzi)

Fakten

Das Erdbeben von Oktober im Norden Pakistans und in Kaschmir hatte über 73'000 Tote gefordert und rund 3,5 Mio. Menschen obdachlos gemacht.
Die Schweizer Entwicklungs-Agentur DEZA konzentriert ihre Hilfsbemühungen auf den Distrikt Mensehra, wo immer noch rund 100'000 Menschen auf Hilfe warten.
Am 30. Dezember starben 24 Menschen in einem Erdrutsch, während eine Person in einem einstürzenden Haus umkam.

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