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Glanzmonat in der Geschichte der Schweizer Uhrenindustrie

Die Schweizer Uhrmacher arbeiten auf Hochtouren. Keystone Archive

Die Schweizer Uhrenexporte haben im November mit mehr als 1,5 Mrd. Franken den höchsten Monatswert aller Zeiten erreicht. Das Jahr 2006 wird für die Branche zu einem neuen Rekordjahr.

Dieser Inhalt wurde am 21. Dezember 2006 - 12:28 publiziert

Auch der Schweizer Aussenhandel stösst in neue Dimensionen vor. Nominal sind die Exporte der Schweizer Industrie um mehr als 13% gestiegen.

Die Schweizer Uhrenindustrie hat nach 11 Monaten bereits den Rekord des ganzen Jahres 2005 übertroffen.

Sie steuert auf eine Jahresausfuhr von deutlich über 13 Mrd. Franken zu, wie der Branchendachverband am Donnerstag erklärte.

Im November wurden Schweizer Uhren für 1,524 Mrd. Fr. exportiert. Das sind 13% mehr als im Vorjahresmonat und entspricht einem absoluten Monatshöchstwert.

Im Vergleich der vergangenen zwölf Monate beschleunigte sich das Wachstum von 12,1% Ende Oktober auf 12,7% Ende November.

In den ersten 11 Monaten wurden Uhren im Wert von 12,5 Mrd. Fr. ausgeführt. Das ist schon mehr als im ganzen letzten Jahr, als mit 12,4 Mrd. erstmals die Zwölf-Milliarden-Franken-Marke durchbrochen wurde.

Nach Auskunft eines Sprechers des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) wird man im ganzen Jahr 2006 sicher die Marke von 13 Mrd. übertreffen. Im Dezember werde es allerdings schwierig werden, das sehr gute Vorjahresergebnis zu übertreffen. Umgekehrt kommen gute Signale vom Heimmarkt über die Weihnachtsverkäufe, wie der Sprecher bestätigte.

Wieder mehr nach USA

Die geografische Aufschlüsselung der Ausfuhren zeigt, dass die USA als wichtigster Absatzmarkt für Schweizer Uhren nach drei flauen Monaten im November wieder ein zweistelliges Wachstum von 15% erreichten.

Die Ausfuhren in den zweitgrössten Exportmarkt nach Hongkong schnellten sogar um einen Drittel in die Höhe. Frankreich verzeichnete eine Zunahme um 21%.

China bezog sogar mehr als doppelt so viele Uhren aus der Schweiz wie im November 2005. Rückläufig waren demgegenüber die Exporte nach Italien und Japan.

Luxusuhren: Boom

Die Statistik macht weiter deutlich, dass das obere Preissegment und die Luxusuhren die Wachstumsträger sind. So nahm die Stückzahl der exportierten Armbanduhren nur um 0,8% zu, die Ausfuhr der Uhren im Preis von weniger als 200 Franken verharrte auf dem Niveau des Vorjahresmonats.

Der Wert der ausgeführten Golduhren lag hingegen um 23% höher, jener der Platinuhren sogar um 33%. Finanzanalysten bezeichneten die Uhrenexporte als sehr erfreulich. Sie lägen am oberen Ende der Erwartungen.

Aussenhandel: Rekorde gebrochen

Auch der Schweizer Aussenhandel hat bereits nach 11 Monaten den bisherigen Handelsbilanzüberschuss-Rekord gebrochen und mit knapp 11,36 Mrd. bereits einen neuen Jahresrekord erreicht.

Noch nie wurde in einem Monat so viel exportiert wie im November 2006. "Wir stossen fast in neue Dimensionen vor", sagte Matthias Pfammatter von der Sektion Statistik in der Oberzolldirektion. Eine solche Verstärkungstendenz und so hohe Zahlen habe es noch nie gegeben.

Die Exporte stiegen im November nominal um fast 15% auf knapp 16,8 Mrd. Fr., die Importe weiteten sich um über 10% auf knapp 15,5 Mrd. aus. Real betrug das Wachstum 5,2 respektive 6,1%.

Die Handelsbilanz wies damit einen Überschuss von mehr als 1,3 Mrd. Fr. aus, was einer Steigerung um über 130% im Vergleich zum Vorjahr entsprach.

Motor Metallindustrie

Im Berichtsmonat November wiesen abgesehen von der Papier- und Grafischen Industrie sowie der Textilindustrie alle Exportbranchen ein Wachstum von 11% oder mehr aus.

Am kräftigsten wuchsen die Ausfuhren der Metallindustrie, die umsatzmässig um einen Viertel zulegten.

swissinfo und Agenturen

Uhrenindustrie

Die Uhrenindustrie ist eine der wichtigsten Exportbranchen der Schweiz.

Sie ist hauptsächlich in den Kantonen Neuenburg, Bern, Genf, Solothurn, Jura und Waadt domiziliert.

Nach dem Höhepunkt in den späten 1960er-Jahren mit 90'000 Beschäftigten und mehr als 1500 Betrieben brachen die Umsätze auch wegen der fernöstlichen Quarz-Uhren-Konkurrenz drastisch ein.

Zu Beginn der 1980er-Jahre beschäftigte die Branche noch 30'000 Angestellte in 500 Betrieben.

Der Wiederaufschwung kam mit der Lancierung der Billigmarke Swatch.

In den vergangenen Jahren erlangte auch die Produktion von Luxusuhren wieder eine grosse Bedeutung.

Im Jahr 2005 verzeichnete die Uhrenindustrie einen Umsatz von insgesamt 12,3 Mrd. Fr. und beschäftige 41'000 Personen.

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