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Gewinneinbruch bei der CSG

Lukas Mühlemann will an seinem Doppelmandat als CEO und VR-Präsident festhalten. Keystone

Der Reingewinn der Credit Suisse Group (CSG) hat sich von 5,6 Mrd. Franken im Vorjahr auf 1,6 Mrd. verringert. Weiter wurde bekannt, dass Vreni Spoerry aus dem VR zurück tritt.

Dieser Inhalt wurde am 12. März 2002 publiziert Minuten

Am Dienstag gab die CSG ihre Abschlusszahlen fürs vergangene Geschäftsjahr bekannt: Der Reingewinn sank wie bereits angekündigt um 73% auf 1,6 Mrd. Franken. Der operative Gewinn verringerte sich um 45% auf 4,0 Mrd. Franken. CSG-Chef Lukas Mühlemann behält sein Doppelmandat.

Der Nettozufluss an Neugeldern betrug letztes Jahr 66,4 Mrd. Franken, gegenüber 53 Mrd. Franken im Vorjahr. Mit insgesamt 1425,5 Mrd. Franken lagen die verwalteten Vermögen der Gruppe Ende Jahr um 2,4 Prozent höher als Ende 2000.

Der Verwaltungsrat beantragt an Stelle einer Dividende die Entrichtung einer unveränderten Nennwert-Rückzahlung von 2 Fr. pro Aktie.

Börse unwirsch

Die Finanzgemeinde konnte diese Rückzahlung nicht besänftigen. Die CS-Aktien gaben bis am Nachmittag von 61,7 Franken auf etwas über 60,5 Franken nach.

"Die eigentliche Überraschung besteht in der vorsichtigen Beurteilung des laufenden Geschäftsjahres durch das Management", sagte Michel Auch, Analyst bei der Bank Ferrier Lullin. "Das erfolgte Nachgeben des Kurses der CS-Aktie ist das direkte Resultat dieser vom Markt nicht erwarteten Vorsicht", fügte er hinzu.

CSFB mit schlechten Aussichten

Mit den Aussichten besonders zurückgehalten hatte sich das Management, was die Investment-Einheit Credit Suisse First Boston (CSFB) angeht. Deren Ergebnisse werden, so erwarten die CSG-Oberen, auch nächstes Jahr unter dem Vorjahresniveau liegen. Der operative Gewinn der CSFB sank im letzten Jahr um 78% auf 571 Mio. Franken. Auch die Erträge der Credit Suisse Financial Services werden den Vorjahreswert nicht übertreffen können, vermutet die CSG.

Akquisitionen als Problem

Nach Meinung von Susanne Walther, Analystin bei der Privatbank Bordier & Cie, hat die CSG nach wie vor schwer an der im Jahr 2000 erworbenen US-Geschäftsbank Donaldson, Lufkin & Jenrette (DLJ) zu kauen. Zudem müsse sie die mit bedeutenden Bonus- Versprechen ausgestatteten Arbeitsverträge honorieren, welche die Bank zugestehen musste um in den USA die Spitzenmanager bei der Stange zu halten.

Manager-Löhne bleiben geheim

Wie hoch die Bezüge der Manager und des Verwaltungsrates sind, wurde dieses Jahr nicht ausgewiesen. Zur Diskussion um die Offenlegung der Bezüge von Verwaltungsräten und Topmanagern sagte Konzernchef und Verwaltungsrats-Präsident Lukas Mühlemann an der Medienkonferenz, dass er mit einer individuellen Veröffentlichung leben könne, sollte eine solche festgelegt werden. Persönlich glaube er, dass eine pauschale Veröffentlichung den Zweck auch erfülle und ein gewisses Mass an Schutz der Privatsphäre biete.

Mühlemann will auch weiterhin an seinem Doppelmandat festhalten. Die Kontrolle innerhalb des Konzerns sei gewährleistet, sagte er weiter. Es sei zwar keine Frage des Prinzips, aber der Verwaltungsrat sehe dies zur Zeit als die richtige Lösung an.

Schokoladen-Produzent statt Ständerätin

Im neunköpfigen Verwaltungsrat selbst kommt es zu Änderungen: Ständerätin Vreni Spoerry und Metropolitan-Life-Mann Gerald Clark scheiden aus. Zur Neuwahl vorgeschlagen sind Ex-Young&Rubicam-Werber Thomas D. Bell, Robert H. Benmosche, CEO der Metropolitan Life, und Ernst Tanner, Geschäftsführer des Scholokaden-Produzenten Lindt & Sprüngli.

Neue Struktur und Kosten-Management

Die CSG ist längst keine reine Bank mehr, sondern setzt sich aus verschiedenen Finanzgeschäfts-Einheiten zusammen: Credit Suisse First Boston, Credit Suisse Financial Services, Credit Suisse Banking, Winterthur Insurance, Winterthur Life & Pensions und Credit Suisse Privat Banking.

Doch diese Struktur der Geschäftseinheiten kann ändern, letztmals Anfang 2002. Mit der Zusammenfassung in die zwei Geschäfts-Einheiten Credit Suisse Financial Services und Credit Suisse First Boston sollen Synergien in der Marktbearbeitung genutzt werden. Weiter wurde ein Kostenspar-Programm angedkündigt.

Die Ergebnisse der Credit Suisse Financial Services die am Dienstag vorgestellt wurden, sind gemäss den vor dem 1. Januar 2002 gültigen Strukturen ausgewiesen worden.

swissinfo und Agenturen

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