Navigation

Coronavirus: Die Situation in der Schweiz

© Keystone / Ennio Leanza

Die Zahl der Covid-Fälle nimmt gegenwärtig etwas ab. Die Behörden haben ihre Empfehlungen für Auffrischungsimpfungen auf die gesamte erwachsene Bevölkerung ausgeweitet.

Dieser Inhalt wurde am 29. November 2022 - 16:00 publiziert
swissinfo.ch, mit SRF und Keystone-SDA

Die neuesten Entwicklungen:

  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am 29. November 19'073 neue Fälle von Personen gemeldet, die in der letzten Woche positiv auf das Coronavirus getestet wurden.
  • Die Spitaleinweisungen nahmen im gleichen Zeitraum zu.
  • 20 Todesfälle kamen in dieser Woche dazu.
  • Die Behörden empfehlen neu eine zweite Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus für alle ab 16 Jahren.
  • Es besteht keine Pflicht mehr, einen Mundschutz zu tragen, es wird aber in geschlossenen Räumen wieder empfohlen.
  • Infizierte Personen müssen sich nicht mehr fünf Tage lang isolieren.

Wie entwickelt sich die Pandemie?

Insgesamt wurden in der letzten Berichtwoche (Stand 29. November) 19'073 neue Corona-Fälle gemeldet. Diese Zahl ist leicht abnehmend, nachdem sich der Anstieg in den letzten Wochen bereits etwas verlangsamt hatte, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilteExterner Link.

Die Zahl der registrierten Fälle liegt jedoch wahrscheinlich deutlich unter der tatsächlichen Anzahl. Der hohe Anteil an positiven Tests sowie das nationale Abwassermonitoring deuteten auf eine hohe Dunkelziffer hin, teilte das BAG am 18. Oktober mit.

Seit April meldet das BAG die Zahlen zum Coronavirus nicht mehr täglich, sondern nur noch wöchentlich. Verzögerungen bei der Datenübermittlung und rückwirkende Korrekturen erklären einige Verschiebungen in den Zahlen.

Externer Inhalt
Externer Inhalt

Die Zahl der Spitaleinweisungen nahm im Wochenvergleich zu. In der Berichtwoche wurden 369 neue Hospitalisierungen gemeldet. In der Vorwoche waren es 272.

Die Zahl der Covid-Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen nimmt ab. Derzeit befinden sich dort 42 Covid-Fälle, was 5% der verfügbaren Plätze in diesen Abteilungen entspricht. Die Gesamtbelegung der Intensivstationen liegt bei 76%.

Derzeit bleiben die Todesfälle auf einem niedrigen Niveau und haben während einer Woche etwas zugenommen. Die Statistik vom Dienstag, 29. November, weist für die vergangene Woche 20 Todesfälle aus, gegenüber 16 in der Vorwoche.

Etwa 97% der Bevölkerung sind durch Impfungen oder nach einer Infektion mit dem Virus in Kontakt gekommen. 

Es gibt laut BAG auch keine Beweise dafür, dass die Infektion mit den Untervarianten BA.4 und BA.5 zu schwerwiegenderen Auswirkungen führt als die vorherigen Varianten.

Externer Inhalt
Externer Inhalt

Die langfristigen Folgen der Pandemie geben jedoch weiterhin Anlass zur Sorge. Von 100 Erkrankten gelten 25 nach sechs Monaten immer noch nicht als geheilt und drei leiden immer noch unter schweren anhaltenden Symptomen.

Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation spricht man von Long Covid, wenn Symptome ab drei Monaten nach der Infektion mindestens zwei Monate lang anhalten. Sie können konstant auftreten oder verschwinden und wiederkehren.

Zu den wichtigsten gehören u. a. Müdigkeit, psychische Belastung, Kurzatmigkeit, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie Schmerzen in der Brust oder andere Beschwerden.

Wie steht es um die Impfung in der Schweiz?

Bisher wurden vier Impfstoffe zugelassen: Pfizer/Biontech und Moderna, die beide für die Anwendung bei Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen sind. Der Janssen-Einzelimpfstoff, der von Johnson & Johnson hergestellt wird, ist ebenfalls in der Schweiz erhältlich.

Der letzte Impfstoff, der die Prüfung der Schweizer Behörden bestanden hat, ist der von Novavax hergestellte Proteinimpfstoff Nuvaxovid, der am 13. April zugelassen wurde.

Angesichts der Verbreitung der Omikron-Untervarianten empfehlen die Behörden, dass alle Personen über 16 Jahre eine zweite Covid-Auffrischungsimpfung machen lassen. Seit dem 10. Oktober ist diese für alle kostenlos.

Eine weitere Impfung könne dazu beitragen, die Zahl der schweren Fälle zu senken und eine Überlastung des Gesundheitssystems in diesem Herbst und Winter zu vermeiden, betont das BAG. Personen ohne Risikofaktoren hätten jedoch ein geringes Risiko, eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln, hiess es weiter.

Externer Inhalt

Was sind die jüngsten Entscheidungen der Regierung?

Der Bundesrat hat in diesem Frühjahr die letzten Gesundheitsmassnahmen, die noch in Kraft waren, aufgehoben. Die Entscheidung trat am Freitag, den 1. April in Kraft. Seither gilt auch keine Masken-Pflicht mehr, auch nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Gesundheitseinrichtungen.

Auch die mindestens fünftägige Isolierung von Personen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, wurde aufgegeben. Darüber hinaus übernahmen die Kantone wieder die volle Verantwortung für den Schutz der Bevölkerung.

Die Regierung hatte die meisten Gesundheitsmassnahmen bereits am 16. Februar aufgehoben.

Wie ist die Situation an den Grenzen?

Derzeit gibt es in der Schweiz keine Einreisebeschränkungen im Zusammenhang mit Covid-19. Es ist nicht notwendig, einen Impfnachweis, einen Heilungsnachweis oder ein Testergebnis vorzulegen, um in das Land einzureisen. Mit dem Tool TravelcheckExterner Link können die je nach Herkunftsland geltenden Einreisebestimmungen überprüft werden.

Schweizer Reisende, die eine Reise ins Ausland planen, werden gebeten, die Einreisebestimmungen des Ziellandes oder der Zielregion zu überprüfen. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat RichtlinienExterner Link für Auslandsreisen in Zeiten einer Pandemie herausgegeben.

Wie entwickelt sich die Pandemie weltweit?

Die folgende Grafik zeigt einen internationalen Vergleich der aktuellen Inzidenzen:

Externer Inhalt

Wie ist die Situation für Schweizer:innen, die im Ausland leben?

Auslandschweizer:innen, ihre nahen Verwandten (Ehepartner:in, Kinder, Eltern und Schwiegereltern, die im selben Haushalt leben) und Grenzgänger:innen ohne obligatorische Krankenpflegeversicherung können sich in der Schweiz impfen lassen.

Die Kosten für die Impfung werden, wie von den Kantonen gefordert, vom Bund übernommen.

Möchten Sie an den Themen dranbleiben, die in der Schweiz diskutiert werden? 
Mit der 📱-App 'SWIplus' erhalten Sie täglich ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Themen und Debatten aus der Schweiz:
👉 AndroidExterner Link oder 👉 iPhoneExterner Link
 

End of insertion

Folgen Sie uns auf FacebookExterner Link und auf TwitterExterner Link für aktuelle Informationen aus der Schweiz.

Externer Inhalt
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Kommentare unter diesem Artikel wurden deaktiviert. Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch.

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?