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Genfer Folgekonferenz zum Weltsozialgipfel eröffnet

Bundespräsident Ogi an der Genfer Konferenz. Keystone

Die Folgekonferenz zum Weltsozialgipfel von Kopenhagen ist am Montag (26.06.) in Genf mit selbstkritischen Worten eröffnet worden. Bundespräsident Adolf Ogi appellierte an die Regierungen, globale, pragmatische Lösungen zu finden.

Dieser Inhalt wurde am 26. Juni 2000 - 12:26 publiziert

Dänemarks Regierungschef Poul Nyrup Rasmussen rief als Eröffnungsredner die Industrieländer auf, endlich mehr gegen die Armut zu unternehmen. Es sei eine traurige Tatsache, dass die 1995 in Kopenhagen gemachten Verpflichtungen und Versprechen bei weitem nicht umgesetzt worden seien.

Milliarden von Menschen lebten weiterhin in Armut, hielt der dänische Ministerpräsident vor dem ersten Sondertreffen der UNO- Vollversammlung ausserhalb New Yorks fest. Der reiche Teil der Welt erfülle bisher seine Aufgaben nicht. Daher seien neue Ansätze und Impulse nötig.

Schulden tilgen

Den armen Staaten sollten die Staatsschulden getilgt werden. Ferner forderte Rasmussen, diese Länder ins internationale Handelssystem aufzunehmen und am rasanten Technologie-Fortschritt teilhaben zu lassen.

Bildung für alle sei ebenfalls ein wichtiger Grundpfeiler. Die in Armut lebenden Menschen warteten darauf, dass die Industrieländer ihre Anstrengungen intensivierten.

"We can do better"

Auch der Schweizer Bundespräsident Adolf Ogi appellierte an die Regierungen, globale, pragmatische Lösungen zu finden. Dazu müssten alle zusammen arbeiten - Regierungen, Wirtschaft, Sozialpartner, internationale und Nichtregierungs-Organisationen.

Ogi sprach von einem "brulaten Kontrast" zwischen dem wirtschaftlichen Fortschritt sowie Kriegen, Hunger und Elend rund um den Erdball. Die Globalisierung führe auf unbekannte Wege. Daher brauche es angepasste Regeln, um auf diesem globalen Feld spielen zu können. Zum bisher Erreichten meinte Ogi zum Schluss auf Englisch: "We can do better".

In Menschen investieren

UNO-Generalsekretär Kofi Annan stellte fest, dass wirtschaftlicher Fortschritt unabdingbar sei um soziale Bedürfnisse decken zu können. Für ein nachhaltiges Wachstum seien jedoch Investitionen in die Menschen nötig, in Gesundheit, Bildung und Sicherheit. Auch Annan forderte von den Industrieländern, ihre Märkte zu öffnen, Schulden zu erlassen sowie die Entwicklungshilfe zu verstärken und gezielter auszurichten.

Sozialwoche in Genf

Die Rhonestadt steht noch bis Ende Woche ganz im Zeichen der Sozialpolitik.Neben der UNO-Konferenz, die 24. ausserordentliche Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen, findet das von der Schweiz ausgerichtete "Forum Geneva 2000" statt. Diese Parallelveranstaltung ist vor allem Nichtregierungsorganisationen (NGO) gewidmet.

Bereits letzte Woche hatten Gegner der Globalisierung einen "Alternativ-Gipfel" abgehalten. Zum Abschluss der Kopenhagener Folgekonferenz soll eine politische Erklärung stehen, in der sich die Staaten erneut zur Bekämpfung der Armut verpflichten. Ziel soll es sein, die Armut bis 2015 weltweit zu halbieren - vor allem durch Vollbeschäftigung.

swissinfo und Agenturen

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