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Gegen altersabhängige Krankenkassenprämien

Schweizerinnen und Schweizer wollen einen hohen Standard im Gesundheitswesen. Keystone

Gemäss einer Umfrage sind sieben von zehn Schweizer dagegen, Krankenkassenprämien mit fortschreitendem Alter ansteigen zu lassen.

Dieser Inhalt wurde am 29. September 2005 - 16:26 publiziert

Die Idee einer Einheitskasse gewinnt zudem leicht an Boden. Der Gesundheitsmonitor 2005 wird im Auftrag der Pharmabranche erhoben.

Die Denkfabrik Avenir Suisse will die älteren Jahrgänge stärker an den steigenden Gesundheitskosten beteiligen. Sie sollen höhere Prämien bezahlen. Ohne Reformen würde die Solidarität zwischen den Generationen aufs Spiel gesetzt und die Umverteilung von den Jüngeren an die über 60-Jährigen würde auf 10 Mrd. Franken anwachsen.

Die Vorschlage der Denkfabrik sind nicht neu, stark umstritten und finden in der Bevölkerung keine Mehrheit. Die Forderung wird lediglich von einem Viertel der Befragten gutgeheissen. Dies Ergab eine Erhebung welche das Forschungsinstituts gfs.bern im Juli für den Gesundheitsmonitor 2005 durchgeführt hat.

Belastung für den Haushalt

Institutsleiter Claude Longchamp stellte am Donnerstag die Resultate der Umfrage vor, welche vor der Ankündung der Erhöhung der Krankenkassenprämien um durchschnittlich 5,6% erhoben wurde. Der Gesundheitsmonitor wird im Auftrag der Interpharma, dem Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, durchgeführt.

Für 42% der Befragten sind die Krankenkassenprämien eine Belastung für die Haushaltkasse. Dieses Ergebnis ist laut Longchamp ein "symptomatisch neues Ergebnis".

Um die Prämienlast zu mildern, könnte sich eine deutliche Mehrheit (72%) ein Bonussystem vorstellen, welches jene belohnt, die keine Kassenleistungen beziehen.

Einen Systemwechsel zur Einheitskasse befürworten 56% der Befragten. Der Anteil der Befürworter steigt ständig an. Im vergangenen Jahr lag er bei 52%.

Anspruchshaltung

Nur noch gut die Hälfte (53%) und damit deutlich weniger als letztes Jahr sind bereit, als Beitrag zum Sparen Medikamente für Bagatell-Erkrankungen selber zu bezahlen. Der Rückgang unterstreiche eine Anspruchs-Haltung, stellte Longchamp fest.

Von Verzichten und Abstrichen an den Kassenleistungen als Mittel zur Kostensenkung will denn auch die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer nichts wissen. Im Gegenteil: Ein Drittel ist gar für einen Ausbau des Leistungskatalogs der Grundversicherung. Nur 6% wünschen eine Reduktion.

Fazit: Vier von fünf Schweizern und Schweizerinnen wollen ein qualitativ hoch stehendes Gesundheitswesen, das ihnen die Wahlfreiheit bei Ärzten und Spitälern lässt.

Gegen Alternativmedizin

Dass alternative Formen der Medizin von der Grundversicherung abgedeckt werden, lehnt seit Jahren eine praktisch konstante Mehrheit ab. Die Hälfte will sie in der Zusatzversicherung, die auch zusätzlich kostet. Nur wenige wollen sie allerdings gänzlich aus dem Leistungskatalog streichen.

Für den jährlichen Gesundheitsmonitor fragt das gsf.bern im Auftrag der Interpharma jeweils Stimmberechtigte in allen Landesteilen nach ihrer Meinung zum Gesundheitswesen. Dieses Jahr wurden 1229 Personen befragt.

swissinfo und Agenturen

Fakten

84% der befragten Schweizerinnen und Schweizer sind gegen die Einschränkung der Wahlfreiheit bei Arzt oder Spital.
72% unterstützen ein Bonussystem, wonach sich gesundheitsförderndes oder kostensparendes Verhalten positiv auf die Prämien auswirkt.
68% sind gegen altersabhängige Krankenkassen-Prämien.
56% befürworten eine Einheitskasse.
52% finden den aktuell geltenden Leistungskatalog gut.

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