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Gedenkfeier für Opfer der Canyoning- Tragödie

Angehörige der Canyoning-Opfer legen beim Gedenkstein Blumen nieder. Keystone

Auf den Tag genau ein Jahr nach dem Canyoning- Unglück im Saxetbach ist am Donnerstag (27.07.) in Wilderswil (BE) die Gedenkfeier für die 21 Opfer abgehalten worden. An der Feier nahmen rund 100 Angehörige und Freunde der Verunfallten teil.

Dieser Inhalt wurde am 27. Juli 2000 - 15:57 publiziert

Die schlichte Feier im Beisein der sichtlich bewegten Angehörigen begann kurz nach 11.00 Uhr beim Gedenkstein des Unglücks, einem Kalkstein aus dem Saxetbach, der unmittelbar neben der Schlucht steht und auf dem die Namen der Opfer eingemeisselt sind.

Der Ort wurde nach dem Unglück zu einer Art Pilgerstätte, an der Blumen und Abschiedsgrüsse an das Unglück erinnern.

Viele Angehörige umarmten sich vor der Gedenkstätte oder hielten eine kurze Andacht. Rund um den Gedenkstein legten sie gelbe Rosen und Blumenkränze nieder. Beobachtet wurden sie dabei von den unzähligen Kameras des aus dem In- und Ausland angereisten Medientrosses.

"Die Lehren daraus ziehen"

"Der 27. Juli 1999 hat Ihr Leben dramatisch verändert, nichts wird wieder so sein, wie es einmal war", sagte Hannes Imboden, der Direktor von Berner Oberland Tourismus (BOT), zu den Familien und Freunden der jungen Opfer.

Die Tourismusverantwortlichen seien "verpflichtet, die Lehren daraus zu ziehen und alles für die Sicherheit der Gäste zu unternehmen". Den australischen Angehörigen dankte Imboden für die Idee, auf dem 940 Quadratmeter grossen Gelände um den Gedenkstein einen Memorial Park einzurichten.

Nach dem Schluss der offiziellen Feier begab sich ein Teil der Angehörigen nach Bönigen, wo sie im Gedenken an das einzige noch nicht geborgene Opfer, die Australierin Alisa Redmond, Blumen in den Brienzersee warfen.

Untersuchung dauert an

Am Nachmittag des 27. Juli 1999 hatten im Saxetbach 21 Personen den Tod gefunden. Australien hatte mit 13 Personen und einer dort wohnhaft gewesenen Verunfallten am meisten Opfer zu beklagen. Sie waren durch den plötzlich ansteigenden Saxetbach während einer Tour mit dem Canyoning-Anbieter "Adventure World" überrascht worden.

Immer noch wird als Folge des Unglücks gegen elf Personen wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft hat jedoch noch keine Anklage erhoben. Von den elf Personen sind fünf Canyoning-Guides, die das Unglück überlebten, und die drei Geschäftsführer der inzwischen Konkurs gegangenen Firma "Adventure World".

Kein kommerzielles Canyoning am Jahrestag

Im Saxetbach und in andern Canyoning- Gewässern im Berner Oberland ist am Jahrestag des Unglücks vom Saxetbach auf kommerzielles Canyoning verzichtet worden. Aus Pietät gegenüber den Angehörigen der 21 Opfer wurden viele Touren abgesagt.

Das Interlakner Untenehmen Alpin Raft, das seit Mitte Juni im Saxetbach wieder Canyoning anbietet, verzichtet während der ganzen Woche bis und mit Samstag auf Canyoning im Saxetbach, wie Geschäftsführer Heinz Loosli am Donnerstag erklärte.

Seine Organisation habe "keine generellen Empfehlungen" für die Durchführung von Canyoningtouren am Jahrestag des Unglücks abgegeben, sagte Hannes Imboden, der Direktor von Berner Oberland Tourismus (BOT), am Rande der Gedenkfeier in Wilderswil. "Wir haben auf die Pietätsgefühle der Anbieter vertraut".

swissinfo und Agenturen

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