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Gazprom tritt Befürchtungen über neuen Konflikt mit Ukraine entgegen

Dieser Inhalt wurde am 16. Dezember 2009 - 20:30 publiziert

BERLIN - Der russische Gaskonzern Gazprom versucht, Befürchtungen über eine Neuauflage des Gaskonflikts mit der Ukraine zu zerstreuen. Energie müsse "der Kooperation der Staaten dienen, nicht deren Trennung", sagte Konzern-Vizechef Alexander Medwedjew der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstag). Gazprom habe der Ukraine erlaubt, weniger als die vereinbarte Gasmenge abzunehmen, damit Europa sich sicherer fühle. "Würden wir die Strafen von der Ukraine einfordern, würde dies nicht nur zum Bankrott der ukrainischen Gasgesellschaft Naftogaz, sondern vielleicht des gesamten Staates führen", sagte er. Dies könne Gazprom für ein Transitland nicht zulassen.
Medwedjew zufolge hat Gazprom der Ukraine 2,2 Milliarden Dollar für den Transit im Voraus bezahlt. "Die Entscheidung wurde getroffen, um den Gastransit nach Europa keinem Risiko auszusetzen", sagte er. Anfang 2009 hatte ein ukrainisch-russischer Streit über die Bezahlung von Gas dazu geführt, dass die Lieferungen vorübergehend eingestellt wurden. Millionen Menschen vor allem in Südosteuropa froren deshalb in ihren Wohnungen.
VERHANDLUNGEN MIT EON
Mit dem Energiekonzern Eon , der wegen der Wirtschaftskrise weniger Gas abnehmen möchte als ursprünglich vereinbart, will sich Medwedjew bis Jahresende einigen. Die Verhandlungen seien schwierig, aber sie gingen in die richtige Richtung, sagte er.
Gazprom verhandelt derzeit über eine Aufstockung seiner Anteile am ostdeutschen Grosshändler Verbundnetz Gas (VNG) auf 10,52 Prozent. Die Verhandlungen liefen nach Plan, es werde nicht lange bis zum Abschluss dauern, sagte Medwedjew. "Im Moment" seinen keine weiteren Zukäufe in Deutschland geplant./stw

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