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Fussball-WM 2002: Definitiv ohne Schweizer Fernsehen

Der WM-Pokal während der Übergabe an das französische National-Team nach dem 3:0-Finalsieg gegen Brasilien 1998. swissinfo.ch

Die SRG SSR idée suisse verzichtet aus finanziellen Gründen auf die Übertragung von Spielen der WM 2002 in Japan und Südkorea. Auch Aufzeichnungen und Zusammenfassungen sind nicht gesichert. Dem TV-Publikum bleibt nur der Wechsel auf deutsche Kanäle.

Dieser Inhalt wurde am 09. Oktober 2001 - 17:04 publiziert

Nach mehreren Monaten des Tauziehens mit der Lizenzinhaberin KirchSport AG wirft die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR idée suisse) das Handtuch: In einem am Dienstag veröffentlichten Communiqué gibt sie bekannt, dass sie auf die Übertragung der Fussball-Weltmeisterschaften 2002 in Südkorea und Japan definitiv verzichte.

Lange Diskussionen

Dieser Verzicht ist im wesentlichen auf finanzielle Überlegungen zurückzuführen, wie Josefa Haas, Pressesprecherin der SRG gegenüber swissinfo sagte: "Wir mussten in Sachen Finanzen über die Bücher gehen. Nach einer Gesamtbeurteilung kam die Geschäftsleitung zum Schluss, auf die WM zu verzichten."

Diese Entwicklung der Dinge war nach dem Erwerb der weltweiten Rechte durch die KirchSport AG abzusehen. Die SRG hatte einen möglichen Verzicht wegen zu hohen Forderungen bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Die erste Offerte soll sich um 18 Mio. Franken bewegt haben. Sie war damit fast zehnmal höher als für die WM 1998 in Frankreich (1,9 Mio. Franken).

Wie weit die finanziellen Vorstellungen der beiden Parteien zum Schluss noch auseinander lagen, wurde nicht bekannt gemacht. Entscheidend war jedoch, dass die SRG für die kommenden Jahre mit einem bedeutenden Einnahmen-Rückgang aus den Gebühren wie auch im Bereich der Werbung rechnet.

Kein Ärger der Fans befürchtet

Ärger mit Fussballfans befürchtet die SRG nach Aussage von Mediensprecherin Haas nicht: "Wir können auf grosses Verständnis in der Öffentlichkeit zählen." Die Akzeptanz des Entscheids sei gross, weil jedermann wisse, dass die SRG als Service public-Unternehmen ihre Mittel so einsetzen müsse, dass verschiedene Bedürfnisse zum Zuge kämen.

Noch offen ist, ob die SRG zumindest Aufzeichnungen oder Zusammenfassungen von Spielen ausstrahlen wird. "Wir sind nicht das einzige Land, das keinen Vertrag abgeschlossen hat. Abgesehen von wenigen Ausnahmen ist in den meisten europäischen Ländern nichts unterzeichnet worden."

Auf deutsche Kanäle ausweichen

Das Schweizer Fernsehpublikum wird den Spielen in Südkorea und Japan also nicht auf den nationalen Fernsehkanälen folgen können. Da bleibt nur das Ausweichen auf die öffentlich-rechtlichen Kanäle Deutschlands. Sie haben mit sich bei der KirchSport AG die Übertragung von 25 Spielen gesichert.

Felix Münger

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