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Fussball: Schweizer Vereine mit wenig(er) Substanz

Richard Nunez (mitte) von Meister GC bleibt eine der wenigen Attraktionen auf den Schweizer Fussballfeldern. Keystone

Einige Tage vor dem offiziellen Start der neuen NLA-Meisterschaft ist bezüglich Transfers noch vieles in der Schwebe. 39 bestätigten Neuverpflichtungen stehen 47 gesicherte Abgänge gegenüber. Schon jetzt zeichnet sich aber ein weiterer Substanzverlust in der höchsten Schweizer Fussballklasse ab.

Dieser Inhalt wurde am 29. Juni 2001 - 15:58 publiziert

Weil es im Sommer keine Transferfrist mehr gibt, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen auf dem Spielermarkt noch einiges tun. Einige Schweizer Klubs verzeichnen diesbezüglich noch arge Defizite.

So konnte Cupsieger Servette bisher noch keinen einzigen Zuzug vermelden, während auf der anderen Bilanzseite sechs Abgänge zu Buche stehen. Auch der FC Zürich mit dem neuen Sportchef Erich Vogel und dessen früherer Verein Basel verhielten sich bis anhin ungewohnt still. Beide Klubs zusammen konnten erst fünf neue Spieler verpflichten, die jedoch mit insgesamt vier Wegzügen wieder kompensiert sind.

Bei Lausanne geht man weg

Nicht viel hat sich bis zur Stunde auch beim FC Sion bewegt, während sich in Lausanne vor allem die Namensliste der wegziehenden Spieler immer weiter verlängert. Lausannes neuer Trainer Radu Nunweiler darf sich bisher über drei neue Spieler freuen. Mit dem Abgang von Präsident Waldemar Kita packt auf der Pontaise aber die gesamte bisherige Söldnertruppe aus Frankreich sowie Topskorer Marcin Kuzba die Koffer.

Acht Neue bei Aarau

Am fleissigsten waren diesen Sommer die Verantwortlichen in Aarau und Luzern: Während das Aarauer Gespann Rolf Fringer/Fredy Strasser bei elf Abgängen deren acht Neuverpflichtungen tätigte, stehen bei FCL-Sportchef Raimondo Ponte sechs Zuzüge und fünf Abgänge zu Buche.

In Luzern rumort es aber vor allem hinter den Kulissen: Mit Trainer Andy Egli verliessen auch Assistenztrainer Roger Wehrli, Goalietrainer Stephan Lehmann, Geschäftsführer Martin Müller, Marketingchefin Sandra Peiti und U15-Trainer Didi Münstermann den Innerschweizer Verein, was zwar die Vereinskasse entlastet, aber auch mit dem Verlust von viel Fachwissen verbunden ist.

Das Geld lockt

Substanziell wurde die Nationalliga A diesen Sommer weiter ausgeblutet. Mit Kubilay Türkyilmaz (zurück zu Brescia?), Marco Zwyssig (Tirol Innsbruck), Massimo Lombardo (Frankreich?), Pascal Thüler (Bregenz), Basile Lubamba (?), Thomas Wyss (Rücktritt), Nestor Subiat (Rücktritt) und Lionel Pizzinat (Bari) werden in der neuen Saison gleich acht frühere, aktuelle oder zukünftige Nationalspieler nicht mehr in der Schweiz tätig sein.

Zudem stellen auch die Wegzüge von Martin Petrov (Wolfsburg), Marcin Kuzba (?), Olivier Baudry (von Lausanne zu Sochaux), David Hellebuyck (St-Etienne), Stéphane Santini (?), Roumen Ivanov (Mannheim) und Sergej Skatschenko (Metz) eine klare Schwächung unserer höchsten Liga dar.

Eine Kompensation dieser gewichtigen Abgänge ist bisher kaum auszumachen. Basel verpflichtete mit dem Australier Scott Chipperfield den besten Fussballer Ozeaniens und Aufsteiger Young Boys hat mit dem Israeli Avraham Tikva einen bekannten, spielstarken Söldner an der Angel. W

Wie gut der Franzose Loic Chaveriat (Lausanne), der Afrikaner Alhassane Keita (Zürich) oder die Brasilianer Rogerio Moreira (Sion), Gil und Gelson (beide Aarau) und der Ägypter Mohamed Gouda (ebenfalls Aarau) sind, wird sich erst weisen müssen.

Für die Highlights muss wohl - wie schon im Frühling - der Südamerikaner Richard Nuñez von Meister Grasshoppers besorgt sein.

René Baumann und Peter Leuenberger, sda

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