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Fünf-Räppler: Nicht alle sind fürs Abschaffen

Fünf-Räppler: Wenig Wert, und doch für manche noch wertvoll. Keystone

Fünf-Rappen-Münzen werden kaum noch verwendet. Dennoch stösst ihre geplante Abschaffung auf Kritik: Konsumentenschützer befürchten einen Preisanstieg.

Dieser Inhalt wurde am 23. Dezember 2005 - 11:39 publiziert

Im letzten Oktober hat das Finanz-Departement die Vernehmlassung zur Abschaffung eröffnet. Der Ball liegt nun bei der Regierung.

Im Rahmen der Aufgabenverzichts-Planung der Bundesverwaltung für die Jahre 2006 bis 2008 hatte die Eidgenössische Münzstätte swissmint die Abschaffung der kleinsten Münzen vorgeschlagen.

Grund: Die Produktionskosten übersteigen den Nennwert. Die Herstellung eines Ein-Räpplers aus dunkelbrauner Bronze kostet derzeit zwölf, jene eines goldfarbenen Fünf-Räpplers sechs Rappen.

Letztmals war 1978 mit dem Zwei-Räppler eine Münze ausser Kurs gesetzt worden.

Vernehmlassung bis 23. Dezember

Im Oktober eröffnete das für die Münzen zuständige Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) die Vernehmlassung (Anhörung der interessierten Kreise). Diese konnten bis zum 23. Dezember schriftlich Stellung nehmen.

Das EFD erwartet von der Abschaffung im Jahr 2008 Einsparungen von etwa 300'000 Franken. Hinzu kommt, dass die kleinen Münzen kaum mehr verwendet werden.

Wenig Rolle im täglichen Zahlungsverkehr

Besonders der Ein-Räppler ist praktisch nur noch als Glücksbringer oder zu Werbezwecken im Einsatz. Und das Fünf-Rappen-Stück zirkuliert heute noch vorwiegend aus absatzpolitischen Gründen im Niedrigpreissegment des Detailhandels.

Dennoch sind nicht alle der Meinung, dass die Münzen einfach abgeschafft werden dürfen.

Sorge vor Preisanstieg

So plädieren die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und die Fédération romande des consommateurs (FRC) für die Beibehaltung des Fünfers. Bei einer Abschaffung könnte etwa der Preis einer B-Post-Marke von 85 auf 90 Rappen steigen, befürchten sie.

Die Abschaffung des Ein-Räpplers sei unbestritten, erklärt die FRC. Die Münze spiele im Alltag des Konsums keine Rolle mehr.

Für die Post könnte die Aufhebung der kleinen Münzen tatsächlich Probleme bringen, räumt Post-Sprecher Dario Ballanti ein. Der Gelbe Riese kann die B-Tarife bis 2007 nicht erhöhen. Eine Zwischenlösung wäre, die 85er-Briefmarken nur noch im "Duo-Pack" zu verkaufen.

Eine Abschaffung dürfte sich besonders auf die kleinen Preise, etwa für Nahrungsmittel niederschlagen, was alle zu spüren bekämen, gibt der FRC zu bedenken. Statt um fünf könnten hier die Preise neu gleich um zehn Rappen aufschlagen, befürchtet auch die SKS.

Rundung erst an der Kasse

Das EFD spricht dagegen von "einem nicht spürbaren Teuerungsanstieg": Der Detailhandel könne die Preise weiterhin genau auf 5 Rappen anschreiben und erst an der Kasse bei der Gesamt-Einkaufssumme runden.

Und bei Massengütern wie Benzin oder Heizöl werde der Preis weiterhin auf den Rappen genau angegeben, und erst zuletzt gerundet.

Teure Umstellungskosten

Auch der Detaillistenverband glaubt dagegen nicht an das Risiko von Preissteigerungen im Detailhandel. Der Wettbewerbsdruck werde eine Aufrundung der Preise wohl verhindern.

Dennoch sind die Detaillisten für die Beibehaltung der Fünf-Räppler. Eine Abschaffung würde die Detailgeschäfte zu technischen Anpassungen zwingen. Deren Kosten könnten kaum auf die Kunden abgewälzt werden, was die Marge schmälere.

Der Gewerbeverband teilt diese Befürchtungen. Das Sparpotential einer solchen Übung sei bescheidener als die Anpassungskosten.

Grosse Parteien ausser CVP verzichten

Drei der vier grossen Parteien verzichteten auf eine Teilnahme an der Vernehmlassung. Nur die Christlich-demokratische Volkspartei (CVP) möchte den Fünf-Räppler beibehalten.

Seine Abschaffung könnte sich negativ auf die Familien - als grösste Konsumenten von Alltagsartikeln – auswirken, fürchtet die CVP, die sich besonders für die Familie einsetzt.

"Billig-Räppler" aus China?

Es liegt nun an der Landesregierung (Bundesrat), einen Entscheid zu fällen. Wie die Konsumentenschützer und die Gewerbler rät auch die CVP dem Bundesrat, sich nach Möglichkeiten einer billigeren Herstellung der Fünf-Räppler umzusehen - etwa durch Verwendung anderer Metalllegierungen.

Für den Gewerbeverband wäre auch eine Herstellung im billigeren Ausland denkbar.

Unfreiwilliges Horten

Egal ob billig oder teuer hergestellt, problematisch bleibt der Umstand, dass die Fünf-Räppler aus dem Portemonnaie des Konsumenten oft in eine Spardose wandern, weil sie den Geldbeutel nur aufblähen.

Damit ist swissmint gezwungen, immer wieder neue Fünf-Räppler nachzuproduzieren. Automatengängig ist der Fünf-Räppler ja nicht.

Economiesuisse für Abschaffung

Für eine Abschaffung der Fünf-Räppler ist der Wirtschaftsdachverband economiesuisse. Aber die Massnahme dürfe nicht zu Preiserhöhungen führen. Der Handel brauche eine längere Anpassungszeit als vorgesehen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

In der EU ist die Abschaffung der Ein- und Zwei-Eurocent-Münzen ein gesamteuropäisches Thema.

Finnland hatte schon bei der Einführung des Euro auf die Ein- und Zwei-Cent-Münzen verzichtet. Das Land erspart sich die Prägung der beiden Kleinstmünzen, obschon diese gesetzlich weiterhin als Zahlungsmittel gelten.

Die Verwendung dieser Münzen wird jedoch durch eine gesetzliche Rundungs-Regel eingeschränkt.

Danach müssen im Detailhandel die Preise noch auf den Cent genau angeschrieben werden. Der Endbetrag an der Kasse wird jedoch jeweils auf 5 Cent auf- oder abgerundet.

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Fakten

Das gegenwärtig kursierende Fünf-Rappen-Stück ist goldfarben und wurde 1981 eingeführt.
Es zirkulieren schätzungsweise 785 Millionen Fünf-Räppler.
Laut Statistiken ist eine von fünf in der Schweiz zirkulierenden Münzen ein Fünf-Räppler.

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