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Frauensolidarität am Zürcher Sechseläuten

Aussenministerin Calmy-Rey stärkte den Zürcher Zunftfrauen den Rücken. Keystone

Das Zürcher Sechseläuten sagt einen Super-Sommer voraus: Der den Winter symbolisierende Böögg explodierte fast in Rekordzeit.

Dieser Inhalt wurde am 28. April 2003 - 20:33 publiziert

Dies war der krönende Abschluss eines Frühlingsfests mit strahlendem Wetter, zehntausenden Zuschauern, zufriedenen Zünften und einer Bundesrätin bei der Frauenzunft.

Bereits 5 Minuten und 42 Sekunden nach dem Anzünden des 15 Meter hohen Scheiterhaufens explodierte am Zürcher Sechseläuten 2003 der Kopf des drei Meter grossen Bööggs auf der Sechseläutenwiese. Nimmt man die Tradition als Massstab, so verspricht dieses superschnelle Ende des Bööggs einen speziell schönen Sommer.

Frauensolidarität

Neben dem Strohmann auf dem Scheiterhaufen stand an der diesjährigen Ausgabe des Zürcher Traditionsanlasses der Streit der Frauenzunft mit dem Zentralkomitee der Zünfte Zürichs (ZZZ) im Mittelpunkt des Interesses.

Bereits rund eine Stunde vor dem Hauptumzug hatten ganz im Gegensatz zur Sechseläuten-Tradition die Frauen das Sagen: Die bisher einzige Frauenzunft, die nicht zum männerlastigen Zug der Zünfte zugelassen ist, beteiligte sich zum vierten Mal mit einem eigenen Umzug am Sechseläuten.

Die Zunftfrauen stiessen aber nach ihrem mehrjährigen Kampf für Gleichberechtigung am Sechseläuten dieses Jahr auf besonderes Interesse: Während im Hauptumzug kein Mitglied der Landesregierung mitmarschierte, konnten die Zunftfrauen der Gesellschaft zu Fraumünster die Genfer Bundesrätin Micheline Calmy-Rey gewinnen.

Sie wertete ihre Teilnahme am gesonderten Zug der Frauenzunft denn auch als "Akt der Frauensolidarität". Das Engagement von Aussenministerin Calmy-Rey zeigte Wirkung: Nicht nur kamen die Zunftfrauen dank der Bundesrätin erstmals zu einem offiziellen Empfang im Zürcher Stadthaus.

Die Umzugsroute der Frauenzunft wurde - wenigstens teilweise - an jene des Hauptumzuges angepasst. Bedingung für die Demobewilligung an die Frauenzunft war allerdings ein "Sicherheitsabstand" von mindestens 30 Minuten zwischen den beiden Umzügen.

Kriegerische Schwyzer als Gäste

Am Zug der Zünfte, der sich kurz nach 15 Uhr in Bewegung setzte, beteiligten sich über 5000 Zünfter und geladene Gäste. Die 25 Zürcher Zünfte sorgten traditionsgemäss für einen farbenprächtigen Umzug mit historischen Kostümen, gegen 30 Musikcorps, 500 Pferden und rund 50 originell gestalteten Wagen.

Der diesjährige Gastkanton Schwyz trumpfte auf mit einer Delegation von rund 300 Personen: Sie kamen als mittelalterliche kriegerische "Rote Schwyzer" mit Hellebarden, aber auch als friedensstiftende Delegation des Klosters Einsiedeln ans Zürcher Frühlingsfest.

Dank des für ein Sechseläuten aussergewöhnlich warmen Wetters säumten Zehntausende die rund sechs Kilometer lange Umzugsroute entlang der Bahnhofstrasse und des Limmatquais. Sie endete auf der Zürcher Sechseläutenwiese am Bellevue, wo es punkt 18 Uhr dem Böögg an den Kragen ging.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Böögg heisst der weisse Strohmann, der am Sechseläuten als symbolische Vertreibung des Winters verbrannt wird.

Je schneller der Böögg verbrennt, desto schneller soll der Sommer beginnen und länger sowie sonniger ausfallen, sagt der Volksmund.

Der Böögg steht auf einem 13 Meter hohen Holzstoss, der um genau sechs Uhr (Sechseläuten) angezündet wird.

Während der Verbrennung reiten die Reitergruppen von Constaffel und Zünften dreimal um den Böögg.

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