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Flüchtlinge dringen in die Schweizer Botschaft in Indonesien ein

Molukkische Demonstranten am Tor der Schweizer Botschaft . Keystone

Sechs Flüchtlinge von den indonesischen Molukken-Inseln sind am Mittwoch (27.09.) auf das Gelände der Schweizer Botschaft in Jakarta eingedrungen. Sie wollten damit auf die Leiden aufmerksam machen, welche auf den Molukken herrschten.

Dieser Inhalt wurde am 27. September 2000 - 18:12 publiziert

Gegen 09.00 Uhr MESZ seien die sechs Personen über die Absperrungen gestiegen und auf das Botschaftsgelände gelangt, bestätigte Monika Schmutz, Sprecherin des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in Bern.

Asyl beantragt

Die Schweizer Vertretung forderte Polizeischutz an, damit nicht noch weitere Personen eindringen könnten. Bei einem rund einstündigen Gespräch mit Botschafts-Vertretern brachten sie Forderungen und Anliegen vor. Sie wollten das Botschaftsgelände sicher verlassen können und verlangten für einen von ihnen politisches Asyl. Ferner wünschten sie sich, dass ihr Vorgehen internationale Aufmerksamkeit auf die Situation auf den Gewürzinseln lenke. Die Schweizer Behörden prüften anschliessend die Forderungen der Molukker, hiess es weiter. Aussenminister Joseph Deiss drückte seine Hoffnung aus,
dass möglichst bald eine Lösung gefunden werde.

Draussen vor der Botschaft unterstützten gemäss AFP etwa ein Dutzend Anhänger die sechs Molukker. Sie zählen sich zu einer Gruppe namens "Mahamuda Siwalima" (Die Jugend der Molukken).

Auf den Molukken herrscht seit Januar 1999 ein blutiger Bürgerkrieg. Bei Kämpfen zwischen Moslems und Christen sind auf der nordöstlichen Inselgruppe Tausende Menschen ums Leben gekommen.

Schon einmal Ziel von Indonesiern

Eine Schweizer Botschaft in der Region war schon einmal Ziel einer Gruppe von Indonesiern. Vier Männer aus der nach Unabhängigkeit strebenden Provinz Aceh waren zwischen Weihnachten 1996 und März 1997 auf dem Gelände der Schweizer Botschaft in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur. Schliesslich konnten sie in Malaysia bleiben und zogen die Asylanträge an Bern zurück.

swissinfo und Agenturen

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