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Federer greift nach 15. Grand-Slam-Sieg

Keystone

Roger Federer ist mit einem souveränen Sieg ins Wimbledon-Turnier 2009 gestartet. Er schlug in der ersten Runde Lu Yen-Hsun aus Taiwan in drei Sätzen. Sein Ziel ist es, in Wimbledon zu gewinnen und den Rekord von 15 gewonnenen Grand-Slam-Titeln zu holen.

Dieser Inhalt wurde am 22. Juni 2009 - 08:34 publiziert

Der 27-jährige Federer ist zuversichtlich, dass er noch viel mehr Trophäen auf dem heiligen Rasen gewinnen kann. Die erste Runde in Wimbledon überwand er jedenfalls ohne Probleme. Er schlug den Taiwanesen Yen-Hsun Lu (Nummer 64 der Weltrangliste) mit 7:5, 6:3 und 6:2.

Doch allgemein sind der Druck und die Erwartungen an ihn noch gewachsen, seit er in Paris den Titel gewonnen hat und seit bekannt ist, dass Nadal wegen Knie-Problemen in Wimbledon nicht antreten wird .

Wichtiger Sieg in Paris

Anfang des Monats zeigte sich Federer in Paris zuversichtlich: "Ich bin besser als noch vor einem Jahr und ich habe keine Angst mehr vor Fünf-Satz-Spielen. Ich kann jetzt viel besser mit Druck umgehen", erklärte er im Anschluss an das spannende Spiel gegen den deutschen Tommy Haas, in dem Federer einen Zwei-Satz-Rückstand aufholte.

"Es ist schön zu sehen, dass ich aus einem Kampf als Gewinner herausgehen kann."

Federer hat das French Open in Paris zum ersten Mal gewonnen. Die letzten drei Finale verlor Federer gegen Rafael Nadal, der es dieses Jahr nicht bis in die Endrunde schaffte. Federer schlug im Final den Schweden Söderling in drei Sätzen.

"Das ist vielleicht mein grösster Sieg – oder zumindest derjenige, der den grössten Druck von meinen Schulter genommen hat", so Federer. Dennoch sei er immer noch aus auf weitere Erfolge auf dem Rasen in Wimbledon.

"Ich möchte die anderen Spieler nicht unterbewerten, aber ich habe das Spiel, die Einstellung und die Erfahrung, um hier noch mehr Titel zu gewinnen."

Simon Cambers, ein britischer Tennis-Journalist, bestätigt: "Endlich hat Federer mit seinem Sieg das French Open abgehakt. Er wird jetzt entspannter sein, was ihn noch gefährlicher macht, insbesondere auf Rasen, worauf er in der Vergangenheit sehr gut war", sagte Cambers gegenüber swissinfo.

"Er hat nicht mehr das Gefühl, etwas beweisen zu müssen, wie er das bis vor einigen Wochen tat."

Furchtlosigkeit

Federer's Furchtlosigkeit vor Fünf-Satz-Spielen könnte entscheidend sein, auch wenn es zu keinem Duell mit Rafael Nadal kommen wird.

Letztes Jahr ging Federer mit 6:4, 6:4, 6:7, 6:8 und 9:7 als Verlierer aus dem epischen Final-Spiel. Jon McEnroe beschrieb dieses Spiel "als das grösste, was ich je gesehen habe".

Diese Niederlage brachte Federer um den sechsten Turnier-Sieg in Folge in Wimbledon. Sie beendete aber auch seine Serie von 65 hintereinander gewonnenen Spielen auf Rasen.

Nachdem ihn letzten August Nadal von der Spitze der Top-Ten-Spitze verdrängt hatte, besteht nun wieder die Möglichkeit der Rückeroberung der Nummer 1: gewinnt Federer in Wimbledon, wird er 485 Zähler vor Nadal liegen.

Doch wichtiger als die Rangliste ist ein erneuter Sieg bei seinem Lieblingsturnier: "Ich würde sehr gerne den Rekord von Pete schlagen und wieder die Nummer 1 in der Top-Ten-Liste sein. Jedoch ist mir ein weiterer Wimbledon-Titel wichtiger als alles andere", sagte er nach der Niederlage im letzten Jahr.

Laut Cambers weiss Federer mit dem Druck umzugehen, aber er werde sicher harte Konkurrenten haben, wie zum Beispiel den zweitgesetzten Briten Andy Murray, auf dem grosse Erwartungen lasten.

Nerven behalten

Züge fuhren immer noch mit Kohle, "Vom Winde verweht" kam gerade in die Buchläden, und Elvis Presley war ein Jahr alt, als 1936 letztmals ein Brite das Wimbledon-Turnier gewann. Dennoch sagt Cambers, dass Murray eine "sehr gute" Chance hat.

"Er ist nicht nur in guter Form, er hat nach Nadal die meisten Turniere gewonnen in diesem Jahr. Ausserdem liebt er den Rasen - und er spielt 'zu Hause'."

Federer sagte, in Paris hätten ihn seine Nerven beinahe im Stich gelassen. Er gab zu, dass das letzte Spiel im letzten Satz, als es um den Turnier-Sieg ging, "fast unspielbar war für mich".

Was würde Murray wohl durch den Kopf gehen, wenn er es bis ins Final schaffte und dort seinen ersten Grand-Slam-Titel holte?

"Ja, vor Heim-Publikum zu spielen, übt einen gewissen Druck aus, aber ich denke nicht, dass Murray dies so stark spürt", sagte Cambers.

"Sein grosser Erfolg ist, dass er Federer und Nadal auch schon geschlagen hat. Er weiss, dass Federer nicht gerne gegen ihn spielt. Murray hat sechs von acht Spielen gegen Federer gewonnen."

Thomas Stephens, swissinfo.ch
(Übertragung aus dem Englischen: Sandra Grizelj)

In Kürze

2001 schlug Federer in Wimbledon im Achtelfinal Pete Sampras, nachdem dieser zuvor 31 Match-Siege in Serie erzielt hatte.

Mit seinem Sieg 2003 in Wimbledon stiess Federer neben Stefan Edberg, Pat Cash und Björn Borg in die Riege der wenigen Spieler vor, die das Turnier sowohl in der Junioren- als auch in der Elite-Kategorie gewonnen haben.

Mittlerweile hat Federer das Herren-Einzel in Wimbledon fünf Mal hintereinander gewonnen (2003-2007). Das hatte zuvor ausser ihm nur noch Björn Borg geschafft.

Mit sieben Wimbledon-Siegen insgesamt hält Pete Sampras bis heute diesen Rekord.

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Setzliste Wimbledon 2009

1. Roger Federer, Schweiz
2. Andy Murray, Grossbritannien
3. Novak Djokovic, Serbien
4. Juan Martin Del Potro, Argentinien
5. Andy Roddick, USA
6. Fernando Verdasco, Spanien
7. Gilles Simon, Frankreich
8. Jo-Wilfried Tsonga, Frankreich
9. Fernando Gonzalez, Chile
10. Marin Cilic, Kroatien

19. Stanislas Wawrinka, Schweiz

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1. Runde

Drei Tage vor dem Turnierstart wurde bekannt gegeben, welche Spieler in der ersten Runde aufeinander treffen.

Roger Federer trifft auf den Taiwanesen Yen-Hsun Lu.

Der erste Gegner von Andy Murray wird der US-Amerikaner Robert Kendrick sein.

Der Schweizer Stanislas Wawrinka trifft auf Eduardo Schwank aus Argentinien.

Das Finalspiel ist am 5. Juli.

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