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FC Servette am Ende

Die Servette-Fans sind untröstlich. Keystone

Was seit einigen Tagen befürchtet wurde, ist nun Tatsache: Das Genfer Handelsgericht hat über den FC Servette den Konkurs verhängt.

Dieser Inhalt wurde am 04. Februar 2005 - 13:05 publiziert

Der Genfer Traditionsverein verschwindet damit aus der Axpo Super League und muss in der 1. Liga einen Neuanfang machen.

Marc Roger, der umstrittene Besitzer vom FC Servette, schaffte es offensichtlich nicht, die Gespräche mit möglichen Investoren (in letzter Minute) zu einem positiven Ende zu bringen.

"Es ist ein Schlamassel, aber dieses Szenario zeichnete sich seit mehreren Wochen ab", sagt Jacques Ducret, Genfer Fussball-Historiker und Autor mehrerer Bücher über den FC Servette, gegenüber swissinfo.

Servette konnte trotz mehreren Aufschüben durch das Handelsgericht nicht mehr vor dem Konkurs gerettet werden. Das rettende Geld - die Schulden sollen sich auf rund 15 Millionen Franken belaufen - blieb aus.

Roger will gegen das Handelsgerichts-Urteil Berufung einlegen.

Ausgebliebene Finanzspritze

Um den Spielbetrieb bis Ende Saison aufrecht erhalten zu können, wäre eine Finanzspritze von mindestens 10 Mio. Franken nötig gewesen.

So verschwindet der FC Servette nach 115 Jahren in der Nationalliga A – heute Super League - von der obersten Bühne des Schweizer Fussballs.

Die Schwierigkeiten des Clubs begannen im Jahr 2001, als die französische Televisions-Gruppe Canal Plus ihre Anteile verkleinerte.

Zurück zur alten Grösse?

Im letzten Jahr übernahm Marc Roger den Club und versprach, Servette zur alten Grösse zurückzuführen. Er verpflichtete 21 neue Spieler, darunter den französischen Weltmeister Christian Karembeu.

Trotzdem kam der Club nicht aus den roten Zahlen. Gemäss Presseberichten haben Spieler und Betreuer seit letzten September keinen Lohn mehr erhalten.

Inzwischen haben einige Spieler den Klub verlassen, darunter auch Karembeu, der beim französischen Bastia untergekommen ist.

Super League, wie weiter?

Nun ist Xamax Neuenburg der einzige Club aus der französischsprachigen Schweiz in einer Meisterschaft aus Deutschschweizer Mannschaften.

Wie es in der Super League weitergeht, steht noch nicht fest. Sehr wahrscheinlich werden die Resultate Servettes aus der Vorrunde gewertet und die Saison mit neun Teams zu Ende gespielt.

Die Genfer werden auf Rang 10 gesetzt, einen direkten Absteiger wird es demnach nicht geben.

Jacques Ducret meint: "Der Fussball in der Schweizu ist auf dem falschen Weg. Man kann hier keinen Professionalismus wie in Frankreich, England, Italien oder Deutschland erreichen."

Sein Fazit: "Der Schweizer Fussball muss sich unbedingt nach dem semi- professionellen skandinavischen Modell richten, wenn er überleben will".

swissinfo und Agenturen

Fakten

Der FC Servette hat:

eine Geschichte von 115 Jahren
17 Schweizer Meister-Titel
7 Mal den Schweizer Cup gewonnen
27 Mal an europäischen Klubwettbewerben teilgenommen

und wahrscheinlich gegen 15 Mio. Franken Schulden

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In Kürze

Über den FC Servette ist der Konkurs verhängt worden. Dies erklärte am Freitagmorgen Patrick Chenaux, der Präsident des Genfer Handelsgerichts.

Damit wurde der Club automatisch in die 1. Liga zurückversetzt. Dasselbe Schicksal erlitten vor drei Jahren der FC Lugano und der FC Lausanne.

Im Jahr 2001 spielten noch 5 Klubs aus der Romandie und Tessin in der obersten Liga (Servette, Xamax, Sion, Lausanne-Sport, Yverdon und Lugano).

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