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Fall Ylenia - Chronologie

Das Schicksal der fünfeinhalbjährigen Ylenia bewegt seit ihrem Verschwinden Ende Juli die Schweiz. Am Samstag wurde die Leiche des mutmasslich entführten Kindes in einem Wald im Kanton St. Gallen entdeckt.

Dieser Inhalt wurde am 15. September 2007 - 22:49 publiziert

Vorausgegangen war eine fieberhafte Suche. Hier eine Chronologie:

31. Juli 2007:

10 Uhr: Ylenia verschwindet in Appenzell AI. Sie hat im dortigen Hallenbad ein vergessenes Shampoo abgeholt. Der Bademeister ist der letzte, der das Kind gesehen hat.

12 Uhr: Die Mutter meldet das Mädchen als vermisst. Eine Suchaktion in und um Appenzell beginnt.

13.15 Uhr: Im Bürerwald bei Oberbüren SG wird ein 46-jähriger Mann angeschossen. Der Täter ist ein 67-jähriger Schweizer, der seit 1990 in Spanien lebt und in die Ostschweiz zurückkehren wollte.

Abends: Zeugen finden den Kastenwagen des 67-Jährigen im Billwilerwald bei Oberbüren.

1. August:

Morgens: In der Nähe des weissen Kastenwagens mit spanischen Kontrollschildern findet die Polizei die Leiche des 67-Jährigen. Der Mann hat sich das Leben genommen.

20 Uhr: Bei einem Wegkreuz in Oberbüren, 34 Kilometer von Appenzell entfernt, werden der Rucksack und der Velohelm des vermissten Mädchens gefunden, später auch das Kickbord. Die Polizei bringt die Tat des 67-Jährigen erstmals in Zusammenhang mit dem Verschwinden des Mädchens.

Die Kantonspolizeien von St. Gallen und beiden Appenzell sind mit einem Grossaufgebot im Einsatz. Die grossangelegte Suche zieht sich über die folgenden Tage.

3. August:

Interpol wird eingeschaltet. Die Polizei ermittelt auch in Spanien, wo der 67-Jährige seit 1990 wohnte.

4./5. August:

Ein Grossaufgebot von Polizei und Feuerwehr sucht mit Hilfe von Hunden, Polizeitauchern und einem Armee-Helikopter die Region um Oberbüren und Appenzell ab. Ylenia bleibt verschwunden.

6. August:

DNA-Untersuchungen bestätigen, dass der 67-jährige Auslandschweizer den Velohelm, den Rucksack und das Kickboard Ylenias berührt hatte. Die Polizei befürchtet das Schlimmste. Auch die Sonderkommission "Rebecca" schaltet sich in die Ermittlungen ein: Sie klärt ab, ob der Mann mit der Entführung weiterer Kinder in den 70er- und 80er-Jahren in Verbindung gebracht werden kann.

10. August:

Die Suchaktionen werden nur noch punktuell weitergeführt. St. Galler Ermittler treffen in Spanien ein. Sie wollen dort das Haus des verdächtigen Auslandschweizers durchsuchen.

12. August:

Bei einer Hausdurchsuchung in Spanien stellen die Ermittler eine "Vielzahl" von Gegenständen sicher. Bei der St. Galler Polizei sind inzwischen bereits über 1000 Hinweise zu Ylenia eingetroffen. Trotzdem bleibt das Mädchen spurlos verschwunden.

17. August:

Die Kantonspolizei St. Gallen löst eine neue Suchaktion aus: In dem Wald, in dem der mutmassliche Entführer einen Spaziergänger angeschossen hatte, wurde ein Speicher-Chip einer Digitalkamera gefunden.

24. August:

DNA-Auswertungen beweisen nun auch, dass Ylenia in dem Kastenwagen des toten Auslandschweizers transportiert wurde. Die Polizei geht inzwischen auch Hinweisen von Pendlern und Hellsehern nach. Das sichergestellte Beweismaterial aus Spanien trifft in St. Gallen ein. Eine Nationalratskommission verlangt, dass in der Schweiz ein Frühwarnsystem bei Entführungen und Verschwinden von kleinen Kindern eingeführt werden soll.

28. August:

Die Polizei startet eine neue Suchaktion in der Region Oberbüren SG, Niederbüren SG und Bischofszell TG.

30. August:

Die Polizei sucht mit der Sendung "Aktenzeichen XY..." nach neuen Hinweisen nach Ylenia. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, wird eine Belohnung von rund 21'000 Franken ausgesetzt. Unmittelbar nach der Fernsehsendung gehen rund 30 Hinweise ein - allerdings keine bahnbrechenden.

2. September:

35 Privatpersonen beteiligen sich im Billwilerwald bei Oberbüren an einer Suchaktion nach Ylenia. Die Suche ist mit der Polizei abgesprochen, verläuft aber erfolglos.

15. September:

Eine Privatperson findet im Hartmannswald zwischen Oberbüren SG und Niederwil SG die Leiche eines Kindes. Die Kantonspolizei St. Gallen identifiziert die Leiche anhand von Schmuckstücken als Ylenia.

swissinfo und Agenturen

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