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EZB verringert Volumen der Anleihekäufe (AF)

Dieser Inhalt wurde am 29. August 2011 - 17:03 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der vergangenen Woche erneut Anleihen von Staaten der Eurozone gekauft. Das Volumen fiel mit 6,651 Milliarden Euro allerdings deutlich geringer aus als in der Woche zuvor, als die Notenbank Staatsanleihen im Wert von 14,291 Milliarden Euro erwarb. Die Anleihekäufe sind umstritten, zuletzt hatte Bundespräsident Christian Wulff (CDU) die Währungshüter dafür kritisiert.
Nach fast nach fünf Monaten Pause hatte die EZB Anfang August die Notenpresse wieder angeworfen und Bonds für die Rekordsumme von 22 Milliarden Euro erworben. Laut Händlern hat die EZB zuletzt vor allem Anleihen aus Italien und Spanien aufgekauft. Die Notenbank nahm ihr Programm wieder auf, nachdem die Renditen zehnjährige Titel aus Spanien und Italien Anfang August deutlich über sechs Prozent geklettert waren. Dadurch wurde es für Madrid und Rom teurer, sich frisches Geld besorgen. Nach dem Einschreiten der EZB sanken die Renditen.
Nach Einschätzung von Commerzbank-Volkswirt Michael Schubert steht der eigentliche Härtetest allerdings noch bevor, wenn Staaten wie Italien und Spanien in den kommenden Tagen und Wochen wieder verstärkt Anleihen begeben. Es sei nicht auszuschliessen, dass die EZB dann wieder im grösseren Stil Staatstitel aufkaufen werde.
Wie in den vergangenen Wochen will die Notenbank die gesamte Überschussliquidität aus den Anleihekäufen einsammeln. Dies sind inzwischen 115,5 Milliarden Euro. Am Dienstag soll ein entsprechendes Geschäft mit den Banken durchgeführt werden.
Massive Kritik an den Aufkäufen hatte vergangene Woche auch Bundespräsident Christian Wulff (CDU) geübt. Er hatte der Notenbank vorgeworfen, damit weit über ihr Mandat hinausgegangen zu sein. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte die Kritik dagegen als unangebracht zurückgewiesen.
In der EZB-Statistik sind Käufe enthalten, die bis vergangenen Freitag vollständig abgewickelt wurden. Für gewöhnlich liegen zwischen Kauf und Abwicklung mindestens zwei Handelstage./mar/DP/jkr

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