Navigation

Ex-Miss-Schweiz wird Schweizer Filmstar

Auf Lacher programmiert. Achtung, fertig, Charlie!

Der neuste Dialektfilm "Achtung, fertig, Charlie!" hat in den Schweizer Kinos einen Rekordstart hingelegt und selbst US-Titel hinter sich gelassen.

Dieser Inhalt wurde am 30. September 2003 - 13:53 publiziert

Die Komödie, welche die Rekrutenschule aufs Korn nimmt, war im Vorfeld stark kritisiert worden.

"Total gut, unterhaltsam mit vielen Pointen und auch nach der Pause noch spannend". So beschreibt Andrea Eiseli (33) den Schweizer Film, der zurzeit in aller Munde ist.

"Achtung, fertig, Charlie!", die Dialekt-Komödie mit dem Zielpublikum der 15- bis 25-Jährigen, konnte bereits nach dem Startwochenende die stolze Zahl von 70'000 Eintritten vermelden. Damit übertraf sie den bisherigen Rekordhalter in Sachen Schweizer Filmstart, "Ernstfall in Havanna" – ebenfalls eine Komödie.

Einfache Geschichte – einfache Komödie

Die Geschichte ist schnell erzählt. Antonio Carrera steht vor dem Traualtar und will seine geliebte Laura Monetti heiraten. Doch noch vor dem Ja-Wort wird er ganz schnell und militärisch abgezogen und in die Kaserne überführt.

Denn der gute Antonio hatte die Heirat dem Marschbefehl zur RS(Rekrutenschule) vorgezogen. Und das geht nun einmal nicht. Verstanden!

Antonio will so schnell wie möglich aus der Kaserne rausgeschmissen werden, um wieder vor dem Altar zu stehen. Und weil die RS eine geschlechter-gemischte Angelegenheit und Sex in der Kaserne untersagt ist, versucht sich Füsilier Carrera ausgerechnet mit dem Geschlechtlichen – und der Tochter des Hauptmanns.

Es kommt wies kommen muss. Carrera verliebt sich in die schöne Hauptmannstochter, und am Schluss ist diese schwanger und wirft ihr einst heissgeliebtes Sturmgewehr in den See. Sonnenuntergang und fertig!

Ballern, knallern, kiffen und Sex

Dazwischen wird permanent gekifft oder Bier getrunken, denn anders scheint man die RS gar nicht auszuhalten. Und wenn nicht gekifft wird, wird exerziert oder onaniert. Und immer wieder wird versucht, aus den Milchbubi-Füsilieren richtige panzerharte Grenadiere zu formen. Was genauso gelingt wie das Happy-End. Verstanden!

Die Story ist dünn, zu dünn. Doch der Film ist eine saubere, solide Arbeit, die Schauspielerinnen und Schauspieler agieren recht sicher, allen voran die ehemalige Miss Schweiz, Melanie Winiger.

Bundesrätliche Werbetrommel

Die schöne Winiger besteht ihre Filmtaufe mit Bravour und scheint für Mädchen und junge Frauen eine passable Identifikationsfigur mit soften emanzipatorischen Ansprüchen zu sein.

"Die Kifferzsenen sind einfach geil, und Melanie Winiger spielt super", erklärt die Kinobesucherin Jelena Kratzer (16) gegenüber swissinfo. In der Tat, Jugendliche amüsieren sich blendend und haben nichts zu mäkeln an der RS-Klamotte.

Ganz anders Bundesrat Samuel Schmid, der den Film nach eigenem Bekunden nicht anschauen wird. Im Vorfeld des Films hat der Verteidigungsminister dem Film einen Misserfolg prophezeit. Denn das VBS sah die Armee der Lächerlichkeit preisgegeben. Und rührte damit unfreiwillig die Werbetrommel.

Wie auch immer, der Film ist bis jetzt ein Erfolg und bereits steht zur Diskussion, "Achtung, fertig, Charlie!" synchronisiert ins deutsche Kino zu bringen. Cineastische Imagepflege, die sicher nicht allen gefallen wird.

swissinfo, Brigitta Javurek

In Kürze

Nachdem Vertreter des Militärdepartements das Drehbuch zur Komödie gelesen und sogar Einfluss darauf genommen hatten, schien alles in eitler Freude. Zur Finanzierung von "Achtung, fertig, Charlie!" steuerte das VBS rund 24'000 Franken bei. Und zwar in Form der Infrastruktur eines Waffenplatzes, mit Material und personeller Begleitung.

Weiter war geplant, dass das VBS an der Premiere teilnehmen sollte. Doch dazu sollte es nicht kommen. Bevor der Film anlief, empörten sich Offiziere der Schweizer Armee über die vielen Klischees, und Bundesrat Schmid distanzierte sich öffentlich von der Komödie.

End of insertion
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?