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Europäische Raumfahrt: Nicht ohne die Schweiz

Die Raumfahrt in Europa und die Europäische Union stellen die Weichen für eine engere Zusammenarbeit. Keystone

Europa will künftig mehr Verantwortung in der Raumfahrt übernehmen. Auch die Schweiz verpflichtet sich.

Dieser Inhalt wurde am 16. November 2001 - 07:46 publiziert

Die für Raumfahrt zuständigen europäischen Fachminister haben ein starkes politisches Signal für ein von den USA unabhängiges europäisches Satelliten-Navigationssystem gegeben. Sie billigten am Donnerstag das Budget für das Galileo-Programm.

Auf der Ministerratssitzung der Europäischen Welt-Raumorganisation (ESA) im schottischen Edinburgh sprachen die Minister 547 Mio. Euro (800 Mio. Franken) für die Entwicklungsphase des Galileo-Projekts.

Sobald die Verkehrsminister der Europäischen Union (EU) im Dezember die Weichen dafür gestellt haben, könne damit begonnen werden, erläuterte ESA-Generaldirektor Antonio Rodota das weitere Vorgehen.

Schweizer erhöht Beitrag

Die Schweiz ist dieses Jahr mit 120,6 Mio. Franken an den ESA-Programmen beteiligt. Der Schweizer Delegations-Leiter, Staatssekretär Charles Kleiber, kündigte in Edinburgh jedoch eine Erhöhung des Schweizer Beitrags an: Er soll in den nächsten Jahren kontinuierlich anstiegen bis zu 148,4 Millionen im Jahr 2006.

Das sind immerhin gesamthaft 680 Millionen, welche die Schweizer Regierung investieren will. Allerdings: Während Kleiber selber von einer "bescheidenen" Budget-Erhöhung spricht, verhehlen die in dieser Branche tätigen Industrie-Betriebe nicht, dass sie sich ein weitergehenden Engagement gewünscht hätten.

Dies wiederum erstaunt nicht, denn das Schweizer Mitmachen in der ESA erlaubt nicht nur Forschergruppen aller Hochschulen, an den wissenschaftlichen Aktivitäten der ESA teilzunehmen. Sondern die Wirtschaft erhält dafür auch Entwicklungs-Aufträge, die rund zwei Drittel des Beitrags ausmachen.

Milliarden-Kosten

Die Entwicklungs-Phase des ehrgeizigen Programms wird insgesamt 1 Mrd. Euro (1,46 Mrd. Franken) kosten, die zur Hälfte von der ESA und von der EU aufgebracht werden müssen. Für das System werden in den nächsten 20 Jahren etwa 6 Mrd. Euro (8,7 Mrd. Franken) benötigt.

Galileo soll im Jahr 2008 in Betrieb gehen und im Gegensatz zu dem schon bestehenden US-System GPS (Global Positioning System) unter ziviler Kontrolle stehen. Die EU hatte Anfang April dieses Jahres grundsätzlich das europäische System mit im Endausbau 30 Satelliten befürwortet. Es ermöglicht eine Positions-Bestimmung, die auf wenige Meter genau ist.

Ariane weiterentwickeln

Die europäische Ariane-Trägerrakete soll in einem schwierigen Marktumfeld über insgesamt drei verschiedene Programme mit zusammen 2,1 Mrd. Euro (3 Mrd. Franken) konkurrenzfähig bleiben. Dabei geht es nach der Entscheidung des ESA-Ministerrates vor allem darum, die Weiterentwicklung der leistungsstarken Ariane-5-Rakete bis zu einer Nutzlast von 12 Tonnen im Jahr 2006 zu unterstützen.

Entscheidungsreif war auf der zweitägigen Ministerrats-Sitzung noch nicht, ob auch russische Sojus-Raketen vom europäischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guyana aus in den Weltraum gestartet werden sollen. Die Verhandlungen dazu mit Russland seien noch im Gang, sagte ESA-Generaldirektor Rodota.

swissinfo und Agenturen

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