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Europa will besseren Tierschutz

Das Schweizer Tierschutzgesetz bewahrt die Würde des Tieres. Keystone

Bei einem Workshop in Strassburg wollen die Länder des Europarats – darunter auch die Schweiz – Möglichkeiten zur Verbesserung des Tierschutzes ausloten.

Dieser Inhalt wurde am 22. November 2006 - 21:41 publiziert

Gemäss dem Direktor des Bundesamtes für Veterinärwesen, Hans Wyss, geht es im Prinzip darum, die Lücke zwischen Theorie und Praxis im Tierschutz zu schliessen.

Der internationale Workshop in Strassburg, der vom 23. bis 24. November im Europarat stattfindet, untersucht auch, wie die derzeitigen Gesetze und Standards beim Tierschutz in Europa umgesetzt werden.

Organisiert wird er von der Europäischen Kommission und der Tierschutz-Abteilung des Europarates.

"Es ist wichtig, dass der Anstoss zu diesem Treffen von verschiedenen Organisationen ausging", sagt Hans Wyss. "Das zeigt, dass es internationale Bemühungen gibt, um den Tierschutz zu verbessern."

Ein zentrales Thema am Workshop wird die Differenz zwischen Gesetz und Praxis im Tierschutz sein. Beispielsweise die Behandlung der Tiere bei Transporten.

"Eines der Hauptanliegen der Schweiz ist, hier mit einer neuen Gesetzgebung die Lücke zu schliessen", sagt Wyss.

Im Dezember 2005, verabschiedete das Schweizer Parlament ein griffigeres Tierschutzgesetz. Personen, die Tiere sich überlassen oder quälen, müssen künftig mit einer Strafverfolgung rechnen.

"Wir bewegen uns in der Schweiz in die richtige Richtung, aber natürlich gibt es noch viel zu tun, damit die Regelungen auch umgesetzt werden. Da ist noch viel Information und Ausbildung notwendig", so Wyss.

Herausforderung

Nationale Tierärzte und Vertreter der Regierung aus etwa 50 Ländern werden ihre Erfahrungen bei der Förderung und der Umsetzung der Tierschutzgesetze austauschen, um allgemein ein besseres Verständnis für die Regeln und Praxis beim Tierschutz zu bekommen.

Für Wyss ist es eine Herausforderung sich auf minimale Standards zu verpflichten. Das in Anbetracht der unterschiedlichen gesellschaftlich bedingten Auffassungen von Tierschutz.

"Ich kann ehrlich sagen, dass wir bereits einen guten Standard haben - das Wohl des Tieres hat in der Schweiz einen hohen Stellenwert - aber für mich persönlich ist es unabdingbar, dass wir bessere gesetzliche Vorschriften finden, um die Tiere auf den Transporten von Land zu Land zu schützen."

Es gebe keinen Grund, lebende Tiere über hunderte Kilometer in einen Schlachthof zu karren, wenn es überall in Europa Schlachthäuser gibt, die alle die Möglichkeit haben, das Fleisch einzufrieren. "Dann kann das tiefgefrorene Fleisch transportiert werden", sagt Wyss.

Zusammenarbeit

Der Workshop wird auch auf die Rolle internationaler Organisationen bei der Förderung und der Entwicklung des Tierschutzes eingehen sowie auf den Mehrwert der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und Wege zur Verbesserung dieser Zusammenarbeit.

"So wie die Schweiz die Transportzeit festgelegt hat, finde ich es eine gute Lösung; und sie könnte auch zum internationalen Standard werden", sagt Wyss. "Die Schweiz hat in den vergangenen 25 Jahren auf dem Gebiet des Tierschutzes viel erreicht und unsere Erfahrungen können wir hier einbringen."

swissinfo, Thomas Stephens
(Übertragung aus dem Englischen: Urs Maurer)

In Kürze

Im Dezember 2005 hat das Schweizer Parlament ein griffigeres Tierschutzgesetz verabschiedet. Personen, die Tiere aussetzen oder quälen, werden bestraft.

Das Gesetz über den Tiertransport limitiert die tägliche Transportzeit auf sechs Stunden ab dem Verlad. Es verbietet auch die Einfuhr von Katzen- und Hunde-Häuten oder verwandten Produkten.

Die unbetäubte Kastration von Ferkeln ist ab 2009 verboten. Es sei denn, es werde in der Zwischenzeit eine alternative und humanere Methode entwickelt.

Rituelles Schlachten ist verboten. Der Import von geschächtetem oder koscherem Fleisch für Muslime oder Juden ist weiterhin gestattet.

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Fakten

In der Schweiz gibt es rund 17 Mio. Tiere.
Darunter mehr als 7 Mio. Haustiere, wovon 1,3 Mio. Katzen und rund 400'000 Hunde sind.
Pro Jahr werden rund 475'000 Tiere für wissenschaftliche Versuche verbraucht.

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