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Erste Aufhellung am Arbeitsmarkt

Im Februar konnten zahlreiche Arbeitslosen-Dossiers geschlossen werden. Keystone

Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz ist im Februar zum ersten Mal seit sieben Monaten zurückgegangen. Die Quote liegt nun bei 3,8%.

Dieser Inhalt wurde am 07. März 2006 - 09:35 publiziert

Ende Monat waren noch 150'099 Menschen als Arbeitslose registriert, 4105 weniger als im Januar, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) mitteilte.

Nachdem die Wirtschaft immer bessere Zahlen schreibt, scheint sich dieser Aufwärtstrend erstmals positiv auch auf den Arbeitsmarkt auszuwirken. Die Arbeitslosenquote ging im Februar von 3,9 auf 3,8 Prozent zurück, was dem Stand vom letzten Dezember entsprach.

Rückläufig war auch die Zahl der Stellensuchenden, und zwar um 3431 auf 218'394. Umgekehrt gab es wieder mehr offene Stellen, nämlich 10'971 oder 1684 mehr als im Januar.

"Diese Zahlen stellen eine echte und deutliche Abnahme dar", sagte Jean-Luc Nordmann, Direktor für Arbeit beim seco. Der Rückgang der Zahl der Arbeitslosen im Februar sei deutlich grösser als in den beiden letzten Jahren. Im Februar 2002 und 2003 sei die Arbeitslosigkeit jeweils sogar noch gestiegen.

Bestmögliches Szenario

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit war damit stärker, als es Bankökonomen vorausgesagt hatten. Jean-Luc Nordmann, sprach vom bestmöglichen Szenario.

Er machte darauf aufmerksam, dass es sich um die grösste absolute Abnahme im Februar seit 1998 und um den höchsten prozentualen Rückgang seit 2001 handle. Je zur Hälfte sei die Verbesserung auf saisonale und auf konjunkturelle Faktoren zurückzuführen.

Weniger Jugendarbeitslosigkeit

Nordmann strich drei weitere positive Elemente der jüngsten Statistik heraus. Sie betreffen den deutlichen Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit, die im Vorjahresvergleich mehr als halbierte Kurzarbeit sowie die markante Zunahme der offenen Stellen.

Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen ging im Vergleich zum Januar um rund 1300 zurück und im Vergleich zum Vorjahr sogar um etwa 2400.

Allerdings - und dies ist gemäss Nordmann weiterhin ein Anlass zur Sorge - sind die 20- bis 24-Jährigen mit einer Quote von 6,1% noch immer überdurchschnittlich stark betroffen.

Besser sieht es bei den Schulabgängern und Lehrlingen aus. In der Kategorie der 15- bis 19-jährigen beträgt die Quote nur noch 3,2%.

Gefälle zwischen Sprachregionen

Nach wie vor besteht ein Gefälle zwischen der stärker betroffenen lateinischen Schweiz mit einer Quote von 5,3% und der Deutschschweiz mit 3,2%. Die Zahl der Arbeitslosen war aber in allen Kantonen rückläufig. Die stärkste Abnahme, von 0,6 Punkten auf noch 4,4%, meldete das Wallis.

Nach wie vor am höchsten war die Arbeitslosigkeit in Genf mit 7,2%. In der Deutschschweiz liegen Basel-Stadt und Zürich über dem Landesmittel. Am besten stehen Uri, Appenzell-Innerrhoden und Obwalden mit Quoten unter zwei Prozent da.

Experten zuversichtlich

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird sich gemäss Nordmann bis Ende Juni sicher weiter verbessern. Danach ist die Prognose wegen der Schul-, Lehre- und Studienabgänger schwer.

Gegen Jahresende ist aus saisonalen Gründen wieder mit mehr Arbeitslosen zu rechnen. Die Ökonomen des Bundes werden Ende März eine neue Konjunkturprognose veröffentlichen. Nordmann liess offen, ob dabei die Arbeitslosenquote nach unten korrigiert wird.

Mit der bisherigen Voraussage einer mittleren Quote von 3,5% beziehungsweise 138'000 Arbeitslosen sei man aber "sicher am schlechtesten Ende", sagte der Seco-Fachmann.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Arbeitslose ganze Schweiz:
Feb. 2006: 150'099
Jan. 2006: 154'204
Dez. 2005: 151'764
Arbeitslosenquote Februar 2006:
Schweiz: 3,8%
Deutsche Schweiz: 3,2%
Westschweiz und Tessin: 5,3%

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In Kürze

Die Zahlen für die monatliche Arbeitslosen-Statistik werden dem seco von den Regionalen Arbeitsvermittlungs-Zentren (RAV) gemeldet.

Als Arbeitslose gelten Personen, die sich bei einem RAV eingeschrieben haben.

Die Kategorie der Stellensuchenden umfasst zusätzlich zu den Arbeitslosen Angestellte, die eine neue Stelle suchen, Personen in Ausbildung oder in Zwischenlösungen.

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