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Ems-Chemie fliegt aus dem SMI

Keystone

Der Swiss Market Index (SMI) wird ab dem 1. Oktober nach den frei handelbaren Aktien, dem Free Float, berechnet. Die neuen Index-Kriterien haben ein Ausscheiden von Christoph Blochers Ems-Chemie aus dem SMI sowie Verschiebungen im Klassement der Standardwerte zur Folge.

Dieser Inhalt wurde am 29. September 2001 - 13:12 publiziert

Um das Gewicht der Blue-Chip-Werte zu berechnen, berücksichtigt die Schweizer Börse SWX neu nur noch den Free Float als Kriterium. Die Aktien, die über Aktionärs-Pools oder Vinkulierungs-Bestimmungen gebunden sind, werden bei der Gewichtsbestimmung des jeweiligen Unternehmens nicht mehr mitgezählt.

Martkverzerrung beheben

Mit der neuen Gewichtung will die SWX einer Marktverzerrung entgegenwirken. Bislang hatten Gesellschaften mit geringem Streubesitz von einer künstlichen Verknappung und entsprechend höheren Kursen profitiert.

Denn trotz beschränktem Angebot waren sie wegen der starken Indexgewichtung besonders gefragt. Solche Firmen müssen ab dem 1. Oktober mit Kursverlusten rechnen, da etliche Investoren wie Fondsmanager oder institutionelle Anleger ihr Portfolio den Indizes anpassen.

Mit dem Auscheiden der Ems-Chemie wird sich der SMI neu aus 28 Titeln zusammensetzen. Grundsätzlich möglich wären 30 Titel.

Rangverschiebungen

Auf Grund der neuen Berechnungsmethode wird es zu Rangverschiebungen bei den Standardwerten kommen. So wird der Pharma- und Biotechkonzern Serono, der mehrheitlich von der Familie Bertarelli kontrolliert wird, bei der SMI-Gewichtung sieben Ränge verlieren. Der Serono-Konzern, der bisher mit 1,96 Prozent gewichtet war, wird ab dem 1. Oktober nur noch 0,7 Prozent «schwer» sein.

Ähnliches gilt für den Waadtländer Arbeitsvermittlungs-Konzern Adecco, an welchem der Aktionärsverbund der Familien Foriel- Destezet via Akila SA 19,3 Prozent und die KJ Jacobs Holding 20,1 Prozent halten. Die Gewichtung der Adecco wird von 1,52 auf 1,0 Prozent sinken.

«Schwergewichte» kaum betroffen

«Für die eigentlichen SMI-Schwergewichte wird sich aber kaum etwas ändern», hält Cédric Donzé von der Index-Kommission der Schweizer Börse SWX fest. So werde der Pharmakonzern Novartis mit einer Gewichtung von 23,5% im neuen Index seinen ersten Rang spielend verteidigen.

Ebenso ungefährdet bleibe der Nahrungsmittel-Konzern Nestlé auf dem zweiten Platz. Dank den neuen Kriterien wird das Gewicht der Nestlé gar von 17,26 auf 20%steigen.

Wenig wird sich für die übrigen Schwergewichte ändern: UBS (neu 12,2%/ bisher 12,4%), Roche (11,1%/10,4%), Credit Suisse Group (7,5%/8,3%), Swiss Re (5,7%/5,5%) und Zurich Financial Services (4,1%/3,7%).

«Dass der Roche-Konzern seinen Rang halten kann, hat seinen Grund darin, dass die SWX bei der Berechnung des Free Float nur die Genussscheine in Betracht zieht», erklärt Donzé dazu. Über die Namentitel wird Roche von den Nachkommen der Firmengründer kontrolliert, die in einem Aktionärs-Pool vereinigt sind.

swissinfo und Agenturen

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