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Elektronisches Patientendossier bald Realität

Gläserner Patient: Online-Zugang zu den Krankengeschichten. Keystone

Bis 2015 soll für jedermann in der Schweiz ein elektronisches Patientendossier verfügbar sein, dank dem Medizinalpersonen alle benötigten Informationen zugänglich sind.

Dieser Inhalt wurde am 27. Juni 2007 - 16:11 publiziert

Die Regierung hat die nationale Strategie "eHealth" genehmigt, die ausserdem ein via Internet jedermann zugängliches "Gesundheitsportal" beinhaltet.

Die Schweiz liegt bei den elektronischen Gesundheitsdiensten (eHealth) im internationalen Vergleich im Rückstand.

Der Bundesrat hat deshalb am Mittwoch die nationale Strategie "eHealth" für die Zeit bis 2015 gutgeheissen.

Er will damit die Effizienz, Qualität und Sicherheit der elektronischen Dienste im Gesundheitswesen verbessern.

Einzelfallentscheide erlaubt

Das System soll laut dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) so aufgebaut werden, dass die Patientinnen und Patienten im Einzelfall entscheiden können, ob und auf welche Daten sie den Zugriff erlauben wollen. Als erster Schritt in diese Richtung erfolgt im
Jahr 2009 die Einführung der Versichertenkarte.

Kernelement der Zehnjahres-Strategie ist der schrittweise Aufbau eines elektronischen Patientendossiers. Dieses soll Medizinalpersonen mit dem Einverständnis der Patientinnen und Patienten unabhängig von Ort und Zeit Zugriff auf die relevanten Teile der Krankengeschichte geben.

Zweites Kernelement von "eHealth" ist der Ausbau der Online-Dienste. Das Internet soll zur Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz eingesetzt werden.

Weniger föderalistische Hemmschuhe

Da die föderalistische Organisation des Gesundheitswesens zwar praxisnahe Lösungen fördert, jedoch ein einheitliches System erschwere, sollen in einem "Gesundheitsportal" die bestehenden Online-Angebote von Bund, Kantonen und Gemeinden gebündelt werden.

Mit einem gemeinsamen Koordinationsorgan "eHealth" wollen Bund und Kantone ihre Zusammenarbeit verstärken und die bundesrätliche Strategie umsetzen. Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) wird deshalb auf Anfang 2008 eine gemeinsame Geschäftsstelle eröffnet.

swissinfo und Agenturen

Medikamentenpreise

Im Gesundheitsbereich hat die Regierung am Mittwoch weiter eine ausserordentliche Prüfung von Tausenden Arzneimitteln verfügt, deren Preis nie mit jenen im Ausland verglichen wurden. Darunter befinden sich 17 der 20 am meisten verkauften Medikamente.

Diese im Herbst startende Prüfung sollte Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich bewirken und einen erneuten Rückgang der Medikamentenpreise im nächsten Jahr auslösen.

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