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ECONOMICS/DE: Schuldenkrise drückt GfK-Konsumklima (AF)

Dieser Inhalt wurde am 26. Juli 2011 - 09:39 publiziert

NÜRNBERG (awp international) - Die Schuldenkrise in der Eurozone hat das Verbrauchervertrauen in Deutschland belastet. Das Konsumklima der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) signalisiert für August einen Wert von 5,4 Punkten, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg mit. Der Juli-Wert wurde zudem von zunächst 5,7 Punkte auf 5,5 Punkte nach unten revidiert. Von dpa-AFX befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit 5,6 Punkten gerechnet. Belastet wurde vor allem die Konjunktur- und Einkommenserwartungen. Die Schuldenkrise überlagere die guten inländischen Rahmenbedingungen, hiess es weiter von der GfK.
"Die Verbraucher fürchten zunehmend finanzielle Lasten durch die Krise", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die langwierigen Diskussionen über die Lösung der Krise hätten sich vor allem auf die Einkommens- und die Konjunkturerwartungen negativ ausgewirkt. "Die anhaltende Diskussion um den richtigen Weg aus der Schuldenkrise Griechenlands und damit einhergehende mögliche Gefahren für die gemeinsame europäische Währung verunsichern die deutschen Konsumenten."
"Die Beschlüsse auf dem Euro-Gipfel in der vergangenen Woche könnten jedoch zu einer Beruhigung beitragen", sagte Bürkl. "Wichtig für den Verbraucher war, dass entschlossen gehandelt und mit einer Stimme gesprochen wurde. Nach der Entspannung an den Finanzmärkten könnten sich die Entscheidungen auch positiv auf die Stimmung der Verbraucher auswirken." Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie zum europäischen Konsumklima wurde besonders die Konsumstimmung in Griechenland belastet. Die Unsicherheit und die sehr strengen Sparmassnahmen drückten dort stark auf die Anschaffungsneigung und die Einkommenserwartungen.
Die sich offenbar etwas abkühlende Konjunktur in Deutschland ist Bürkl zufolge derzeit noch keine Gefahr für das Konsumklima. Zuletzt hatte sich beispielsweise das Ifo-Geschäftsklima auf hohem Niveau eingetrübt. "Für das Konsumklima würde es gefährlich, wenn es beim Arbeitsmarkt zu einer negativen Trendumkehr kommen sollte", sagte Bürkl. Im Juli hatte jedoch die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt die Anschaffungsneigung der Verbraucher weiter gestützt.
/jsl/jkr/tw

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