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Die Widersprüche angehen

Delegierte des ESF registrieren sich nach ihrer Ankunft. ESF

In London beginnt das dritte Europäische Sozialforum. Einig sind sich die Gegner der wirtschaftlichen Globalisierung darin, dass eine andere Welt möglich ist. Daneben gibt es viele Widersprüche.

Dieser Inhalt wurde am 14. Oktober 2004 - 15:51 publiziert

Schweizer Gruppen kümmern sich vor allem um Finanz-Architektur.

Das traditionelle Motto der globalisierungs-kritischen Gruppen lautet "Eine andere Welt ist möglich". Darin sind sich die 20'000 bis 30'000 Globalisierungs-Kritiker und –Kritikerinnen einig, die in London erwartet werden. Doch in wichtigen Fragen leben sie mit Widersprüchen.

Auf der einen Seite stehen traditionelle Organisationen wie die Gewerkschaften, auf der anderen sind radikalere Gruppen, die zivilen Ungehorsam und Basisdemokratie propagieren.

Von Reformisten "erobert"?

Das ESF enthalte enorme Widersprüche, urteilt Eric Decarro vom Schweizer Sozialforum (SSF) in einem Interview mit der Mitgliederzeitung der Gewerkschaft comedia. Die kleineren Gruppierungen fühlten sich dabei an den Rand gedrängt. Die Rede ist von einer Eroberung des ESF durch Reformisten.

Im Vergleich zu den beiden früheren Sozialforen in Florenz und Paris seien Gewerkschaften, die als reformistisch bezeichnet werden, diesmal tatsächlich viel präsenter, sagt Decarro. Die Bewegung wolle den Widersprüchen nun aber Raum geben und sie in einer Reihe von Grundsatzdebatten thematisieren.

Das gesamte Programm enthält wie in den Vorjahren Hunderte Veranstaltungen - zum Baumwollhandel etwa, zur internationalen Finanzarchitektur oder zu den Ideen von Che Guevara. Aus der Schweiz werden mindestens vier Organisationen am ESF vertreten sein.

Schweizer Schwerpunkt Finanzarchitektur

Die entwicklungspolitische Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke organisiert gemeinsam mit attac England ein Seminar über missbräuchliche Steuerpraktiken von Grosskonzernen, wie Bruno Gurtner, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, auf Anfrage sagt.

Therese Wüthrich, Frauen-Sekretärin der Gewerkschaft comedia, nimmt an einer Podiumsdiskussion über Sozial- und Frauenrechte teil. Ausserdem wollen Vertreter von attac und dem Schweizer Sozialforum (SSF) nach London reisen.

Gegenpol zum Politiker-Treffen

Insgesamt werden 20'000 bis 30'000 Globalisierungs-Kritiker an der dreitägigen Veranstaltung erwartet. An der grossen Schlusskundgebung gegen den Krieg und für ein soziales Europa am Sonntag sollen bis zu 100'000 Leute teilnehmen.

Das erste Europäische Sozialforum fand 2002 in Florenz statt, das zweite im vergangenen Jahr in Paris mit 50'000 Teilnehmern. Die ursprünglich aus dem brasilianischen Porto Alegre stammenden Sozialforen verstehen sich als Gegenstück zu den Gipfeltreffen der Politiker wie dem World Economic Forum (WEF) in Davos.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Das dritte Europäische Sozialforum findet vom 15. bis 18. Oktober in London statt.

Erwartet werden bis zu 30'000 Kritiker der wirtschaftlichen Globalisierung.

Auf dem Programm stehen Hunderte von Veranstaltungen, welche die ganze Breite der Bewegung repräsentieren.

Diese muss auch mit inneren Widersprüchen umgehen.

So sind die Gewerkschaften sehr präsent, während sich kleinere, radikalere Gruppen marginalisiert fühlen.

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