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Die Versicherungen behalten kühlen Kopf

Trotz der unvorstellbaren Schäden, die Rückversicherer sind kaum betroffenen. Keystone

Swiss Re, die weltweite Nummer 2 der Rückversicherer, rechnet mit einer Belastung durch die Flutschäden in Asien von weniger als 100 Mio. Franken.

Dieser Inhalt wurde am 30. Dezember 2004 - 10:38 publiziert

Die tatsächlichen Kosten sind zur Zeit schwierig zu beziffern. Doch werden wohl auch die Lebensversicherer belastet werden.

Das unvorstellbare Ausmass des Ereignisses und der Mangel an "historischen Daten" – ein solches Ereignis ist bislang noch nicht aufgetreten - mache eine exakte Schadenschätzung schwierig. Dies teilte Swiss Re, der zweitgrösste Rückversicherer der Welt, am Donnerstag mit.

Die Abdeckung durch Versicherungen in den betroffenen Gebieten sei aber gering. Auch die Werte-Konzentration sei vergleichsweise niedrig.

Die meisten der versicherten Schäden betreffen bei Swiss Re wahrscheinlich die Sparten Sach- und Betriebunterbruchs-Versicherung.

Die Schadenlast für die Versicherungs-Industrie stehe in scharfem Kontrast zu der menschlichen Tragödie und zum wirtschaftlichen Schaden in den betroffenen Ländern.

Teures 2004

Auch der weltgrösste Rückversicherer, die Münchener Rück, rechnet mit einer Schadensbelastung von unter 150 Mio. Franken (100 Mio. Euro), wie das Unternehmen kürzlich bekannt gab.

Bereits vor den Ereignissen in Asien war aber klar, dass das Jahr 2004 als teuerstes Jahr für die Versicherer in die Geschichte eingeht. Insgesamt hatten im laufenden Jahr rund 300 Katastrophen Schäden von bislang rund 120 Mrd. Franken verursacht.

Dies ergab die sigma-Katastrophenbilanz 2004 der Swiss Re. Davon müssen die Versicherer rund 48 Mrd. Franken bezahlen

Die versicherten Schäden, die durch Naturkatastrophen entstanden sind, erreichten mit über etwa 45 Mrd. Franken in diesem Jahr einen neuen Höchststand.

Hier sind die Folgen der Flutkatastrophe noch nicht einberechnet. Die Münchener Rück wies aber darauf hin, dass sich die versicherten Sachschäden "in Grenzen halten".

In vielen der betroffenen Regionen sind Erdbeben-Risiken zudem vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Folgen auch für Lebensversicherer

Die Versicherungen haben sich an der Schweizer Börse nach den schwachen Vortagen teilweise wieder fangen können. Swiss Re stiegen am Mittwoch gar um 0,5%.

Sie setzten zu einer leichten Erholung an. Dagegen sanken die Kurse von Zurich um 0,5%. Schwächer waren auch Baloise und Swiss Life.

Händler sind der Meinung, noch könne nicht gesagt werden, wie hoch die versicherten Schäden der Flutkatastrophe schliesslich sein würden.

"Es ist sehr schwierig. Naturkatastrophen werden ja meist ausgeklammert. Aber dafür dürfte auch noch einiges auf die Lebensversicherer zukommen", sagte ein Händler.

Hurrikane schlagen zu Buch

Vor der Flutkatastrophe hatten vor allem ein Erdbeben in Japan im Oktober sowie die ungewöhnlich heftige Hurrikan-Saison hohe volkswirtschaftliche Schäden angerichtet.

Die Hurrikans "Ivan" und "Charley" richteten jeweils Schäden von mehr als 20 Mrd. Dollar an.

Die Rückversicherer forderten Konsequenzen aus den Wetterextremen und verlangen konsequente Massnahmen gegen den globalen Klimawandel.

Der Klimawandel wird nach Einschätzung der Versicherungs-Experten zu einer weiteren Häufung und Intensivierung von außergewöhnlichen Wetterereignissen führen.

Folgen für Weltwirtschaft unklar

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist derzeit noch nicht abzusehen, ob die Flutkatastrophe in Südasien auch Folgen für die Weltwirtschaft haben wird.

Unklar sei derzeit auch, ob eines der von den Fluten betroffenen Länder vom IWF Katastrophenhilfe benötige, sagte ein IWF-Sprecher der Organisation am Mittwoch.

Kurzfristig werde die Einschätzung einer Katastrophe und ihre wirtschaftlichen Folgen von den Finanzmärkten übernommen.

An den Märkten sei aber offenbar kein grosser Schaden für die Weltwirtschaft angenommen worden. Die Beeinträchtigung der Länder sei aber so stark, dass dies nun auch in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken müsse, sagte der Sprecher.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Hotline des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), die Verwandten von Südostasien-Reisenden Auskunft gibt:
+41 31 325 33 33.

Das Sammelkonto der "Glückskette" lautet:
10-15000-6 (Vermerk "Seebeben Asien").

Am 5. Januar findet ein nationaler Sammeltag statt.

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