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Die Schweiz: Ein Schwergewicht in Porto Alegre

Auch dieses Jahr werden wieder Scharen von bunten Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Keystone

Mit rund fünfzig Teilnehmern wird die Schweizer Delegation am fünften Weltsozialforum wichtiger sein als je zuvor.

Dieser Inhalt wurde am 18. Januar 2005 - 15:31 publiziert

Nach einem Exkurs ins indische Mumbai kehrt das internationale Treffen der Zivilgesellschaft nach Porto Alegre in Brasilien zurück, wo 2001 das erste Forum stattgefunden hatte.

"Mit über 50 Personen ist diese Delegation die grösste und repräsentativste seit fünf Jahren", freut sich Sergio Ferrari, Mitglied der Koordinationsgruppe des Schweizer Sozialforums.

Ferrari ist auch verantwortlich für die Kommunikation der Bewegung "E-Changer" und organisiert die Reise der Schweizer Delegation nach Porto Alegre.

"E-Changer" kennt sich in Brasilien gut aus: Die Westschweizer Nichtregierungs-Organisation (NGO) mit christlichen Wurzeln vermittelt ihre Freiwilligen hauptsächlich an Sozialprojekte in Brasilien.

Wie jedes Jahr wird die Schweizer Delegation auch vor Ort verschiedene brasilianisch-schweizerische Kooperationsprojekte besuchen.

Die NGO an vorderster Front

"Die NGO sind ausserordentlich gut vertreten, und nicht nur jene, die sich mit Entwicklungshilfe beschäftigen. So wird erstmals auch die Schweizer Sektion von Amnesty International teilnehmen", sagt Ferrari weiter.

Diese Beobachtung teilt auch der Geschäftsleiter von "E-Changer", Pierre-Yves Maillard: "Seit zwei Jahren bringt sich auch die Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke voll ein. Das ist sehr zu begrüssen. Insbesondere da Caritas, das Fastenopfer oder andere Organisationen bisher nur punktuell vertreten waren."

Minister verzichten

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) war am Weltsozialforum von Beginn an immer gut vertreten. Auch dieses Jahr stellt sie drei Delegierte für Porto Alegre.

Die Landesregierung dagegen verzichtet auf eine Teilnahme. Darüber regt sich offenbar niemand auf. Es ist nicht ihre Rolle.

"Das Forum ist eine Plattform für die Zivilgesellschaft, ein anderes Spielfeld der Demokratie, das weder Parlamentarier noch Regierungen ersetzen will", erklärt Maillard. Aus diesem Grund sei von Anfang an klar gewesen, dass Politiker am Weltsozialforum als Privatpersonen teilnehmen können, nicht aber als Amtsvertreter, präzisiert der Geschäftsleiter von "E-Changer".

Rote und Grüne

Abgeordneten steht jedoch das zweitägige Weltforum der Parlamentarier offen, das im Vorfeld des Weltsozialforums ebenfalls in Porto Alegre stattfindet. Aus der Schweiz werden acht Nationalrätinnen und Nationalräte aus dem rot-grünen Lager teilnehmen.

"Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine offizielle Abordnung oder um eine Auswahl, die wir getroffen haben", erklärt Maillard. Mitte- und Rechts-Parteien erachteten das Weltsozialforum als ein linkes Phänomen. "Es ist also nicht die politische Realität, die man am Parlamentarierforum antrifft."

Dieses Jahr schrieb sich erstmals auch ein Vertreter des rechten Politspektrums auf der Teilnehmerliste ein. Der Aargauer Nationalrat Ulrich Siegrist von der Schweizerischen Volkspartei (SVP) musste allerdings seine Teilnahme im letzten Moment absagen – wegen gesundheitlicher Probleme.

Platz für die Jugend

Neben der offiziellen Delegation nehmen auch viele Vertreter von verschiedenen Schweizer NGO am Weltsozialforum teil.

Nicht zu vergessen die Jugendlichen. Sergio Ferrari zeigt sich besonders erfreut über das Engagement der Genfer Jugendorganisation "Groupe de liaison Genevois des Associations de Jeunesse". Sie schickt rund 20 Vertreterinnen und Vertreter vor Ort. Unter anderem werden diese dort einen Film drehen, den sie in der Schweiz öffentlich vorführen wollen.

swissinfo, Marc-André Miserez
(Übertragung aus dem Französischen: Nicole Aeby)

Fakten

Auf dem Programm des diesjährigen Weltsozialforums steht auch die Solidaritätsbekundung mit den Opfern der Tsunami-Katastrophe in Südasien.
Es fordert einen unmittelbaren und umfassenden Schuldenerlass für die elf betroffenen Länder. Es geht dabei um einen Betrag von insgesamt 272 Mrd. Dollar.
Das Forum präzisiert, dass diese Massnahme nicht zu verwechseln sei mit dem Angebot der G8 und des Pariser Clubs, die den betroffenen Ländern ein Schuldenmoratorium angeboten hatten.

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In Kürze

Das Weltsozialforum fand erstmals 2001 in Porto Alegre statt.
Es sieht sich als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum in Davos und findet gleichzeitig statt.

Das Forum steht allen Organisationen offen, die sich gegen die neoliberale Globalisierung kämpfen.

Für dieses Jahr rechnen die Organisatoren mit über 100'000 Teilnehmenden von über 3000 Organisationen und NGO aus 120 Ländern.

Die Schweiz eine Delegation von 50 Personen, bestehend aus Politikern, Gewerkschaftern, Wissenschaftern und Medienleuten.

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