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Der Goldboom ist noch nicht vorbei

Gold im Tresor der Schweizerischen Nationalbank. Keystone

In den letzten zwei Jahren stieg der Goldpreis um fast 40%. Anlass genug für Spekulationen über ein Revival des Edelmetalls.

Dieser Inhalt wurde am 22. Februar 2003 - 12:07 publiziert

Schweizer Experten glauben, dass der Aufwärtstrend weiterhin anhält.

Seit 1997 war der Goldpreis nicht mehr so hoch. Gold ist und bleibt neben dem Schweizer Franken der "Sichere Hafen" in Krisenzeiten. Zurzeit bewegt sich der Goldpreis bei rund 475 Fr. (350 Dollar) pro Unze.

Während zwar die Nachfrage nach Gold für die Schmuckindustrie relativ stabil ist, gewann das Edelmetall vor allem als alternative Vermögensanlage und "Sichere Währung" rasant an Attraktivität.

Alternative Anlage

René Petter, Leiter des Devisen- und Edelmetallhandels bei der Bank Leu, gegenüber swissinfo: "Der Goldpreis wird bestimmt durch die geopolitische Lage und die Nachfrage."

Petter glaubt nicht, dass sich die Situation im Irak in der nächsten Zeit entschärft. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach dem Edelmetall sehr gross. So würden insbesondere viele Japaner und seit kurzem viele Chinesen Gold nachfragen.

Gold profitiert vom schwachen Dollar

Die Entwicklung des Goldpreises verhält sich - nicht zufällig- umgekehrt zu derjenigen des Dollars. Dieser ist nach Meinung vieler Experten immer noch überbewertet - trotz Abwärtstrend seit Oktober 2000. Eine weitere Abwertung des Greenback könnte also dem Gelben Metall zusätzlich Auftrieb geben.

Dazu René Petter: "Der Dollarpreis ist extrem abhängig von der Situation im Irak. Dies und die schwierige Wirtschaftslage in den USA - vor allem die massive Verschuldung - haben dazu geführt, dass die amerikanische Währung nicht länger als 'Sicherer Hafen' gilt."

Petter schätzt, dass der Dollar bis Ende Jahr durchaus bis auf 1.28 Franken fallen könnte, falls sich die Lage im Irak nicht beruhigen sollte.

Höchststand erreicht?

Anfang Februar stieg der Goldpreis bis zu 389 Dollar pro Unze, fiel jedoch in der Folge wieder, weil vorwiegend professionelle Anleger ihre Bestände zu Geld gemacht hatten und eine unmittelbare Kriegsgefahr im Irak vorerst gebannt scheint.

Trotzdem glaubt René Petter nicht, dass das Goldfieber schon wieder vorbei ist. Im Gegenteil: "Der Goldpreis kann durchaus wieder auf über 380 Dollar klettern."

Ähnlich sieht es Martin Jetzer, Chefökonom bei der Bank HSBC Guyerzeller: "Vor zwei Jahren hat ein Aufwärtstrend beim Goldpreis begonnen, und dieser wird voraussichtlich bis 2005 anhalten." Seiner Meinung nach wird der Goldpreis weiter steigen.

Auch für Jetzer ist klar: "Ein schwächerer Dollar führt zu einem höheren Goldpreis." Der Chefökonom gegenüber swissinfo: "Diesen sehen wir langfristig durchaus bei den Tiefstständen von 1995, also bei etwa 1,15 Franken."

In die gleiche Bresche schlägt auch der Schweizer Börsenexperte Marc Faber, der in Hong Kong lebt. Er hatte den Börsencrash von 1987 und die Asienkrise von 1997/1998 vorausgesagt und gilt in seiner Gilde als Pessimist.

In seinem jüngsten Marktkommentar empfiehlt er den Ausstieg aus dem Dollar und amerikanischen Wertpapieren und stattdessen unter anderem ein Engagement in Gold.

Die Experten sind sich einig: Falls sich also der Dollar weiter abschwächt und sich die geopolitische Lage nicht entspannt, wird sich der Goldpreis weiterhin auf hohem Niveau halten.

swissinfo, Elvira Wiegers

Fakten

Geld wird wieder zu Gold gemacht: Analysten sehen als Grund dafür die weltweite Unsicherheit wegen des drohenden Krieges im Irak. Der Goldpreis steigt darum, während der Dollar sinkt.

Starke Gold-Verkäufe der Nationalbanken konnnten bisher den Preisanstieg nicht aufhalten. Er erreichte die höchste Marke seit 6 Jahren. Die Schweizerische Nationalbank hat seit Mai 2000 täglich eine Tonne Gold verkauft, bis 2004 muss sie Gold im Wert von 20 Mrd. Franken verkaufen.

Die Verwendung der Schweizer Goldreserven ist ein Politikum: Im vergangenen September hatte das Volk zwei Vorschläge verworfen: Die SVP-Initiative die den Zinserlös in die AHV fliessen lassen wollte, aber auch die Idee der Regierung einer Aufteilung unter den Kantonen und eines Solidaritätsfonds.

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