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Der Aderlass bei Swisscom geht weiter

Wie lange werden diese Swisscom-Angestellten ihren Job noch haben? Keystone

Swisscom wird auch in den kommenden Jahren noch Hunderte von Stellen abbauen. Laut CEO Jens Alder ist in den nächsten drei Jahren kein Wachstum in Sicht.

Dieser Inhalt wurde am 16. November 2004 - 11:45 publiziert

Deshalb müssten die Kosten weiter gesenkt werden, sagte Alder.

In der "Samstagsrundschau" von Schweizer Radio DRS wollte Swisscom-Chef Jens Alder zwar keine genauen Zahlen der Arbeitsplätze nennen, die in den kommenden Jahren noch abgebaut werden müssen. Die Zahl könne Jahr für Jahr schwanken. Es würden aber "immer Hunderte" sein, sagte er.

Alder hatte am vergangenen Mittwoch angekündigt, dass der Telekommunikations-Konzern im nächsten Jahr 390 Stellen streichen wird und gleichzeitig angetönt, dass es sich nicht um den letzten Stellenabbau bei Swisscom handeln werde.

In den letzten Jahren hat die Swisscom im Zuge der Liberalisierung bereits rund 7000 Stellen gestrichen.

Alder wehrt sich gegen Vorwürfe

Swisscom wolle dies "anständig tun" sagte Alder, der sich gegen Etiketten wie "Job-Killer" oder "Gewinnmaximierer" wehrte. Die Swisscom habe zwar einen "ansprechenden Gewinn" und sei schuldenfrei.

"Wir gewähren aber auch den vermutlich besten Sozialplan der Schweiz. Solche Leistungen muss man der Wall Street erst einmal erklären", entgegnete Alder zu Vorwürfen, die Swisscom gewichte die Interessen der Aktionäre mehr als jene ihrer Mitarbeitenden.

Kein Wachstum

Swisscom sei auf Grund seiner Analysen zum Schluss gekommen, dass das Unternehmen auch in den nächsten paar Jahren nicht wachsen werde. "In den nächsten drei Jahren zumindest sehe ich kein Wachstum", sagte Alder.

Dies, obwohl Telekommunikation und Internet ein Wachstumsgeschäft seien. Weil aber die Preise gleichzeitig weiterfallen, müsse Swisscom die Kosten ebenfalls weiter senken.

Spezielle Lage

Als ehemaliges Monopolunternehmen im inzwischen liberalisierten Telekommunikations-Markt sehe sich Swisscom derzeit in der speziellen Lage, quasi von Staates wegen Marktanteile verlieren zu müssen.

Der Swisscom-Konzern sei deshalb stolz darauf, dass er dank massiver Investitionen und grosser Anstrengungen nicht geschrumpft sei, sondern den Umsatz einigermassen bei zehn Milliarden Franken gehalten habe. Dies bedeute aber auch, dass Swisscom mit immer weniger Kosten und immer weniger Arbeitsplätzen die gleiche Leistung bringen müsse.

Rückgang des Reingewinns

Swisscom hatte am vergangenen Mittwoch bekannt gegeben, dass der Reingewinn in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 17,2% auf 1,138 Mrd. Franken geschrumpft ist. Der Umsatz wurde um 0,7% auf 7,525 Mrd. Franken gesteigert.

Für das ganze Geschäftsjahr wurde ein Umsatz von rund 10 Mrd. Franken und einen Betriebsgewinn (EBITA) von mindestens 4,3 Milliarden Franken in Aussicht gestellt.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Swisscom hat in den letzten Jahren rund 7000 Stellen gestrichen

Swisscom baut 2005 rund 390 weitere Stellen ab (2,5% des Personalbestandes)

Bis 2007 rechnet Swisscom mit dem Abbau weiterer Hunderten von Stellen

Swisscom-Reingewinn 2003: 1,57 Mrd. Fr. (Umsatz: 14,58 Mrd. Fr.)

Heutiger Swisscom-Personalbestand: 15'644

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In Kürze

Der Aderlass bei der Swisscom geht nach dem für 2005 angekündigten Abbau von 390 Stellen weiter. Auch in den Folgejahren müssen laut Konzernchef Jens Alder jeweils Hunderte von Stellen gestrichen werden.

Die Zahl der Betroffenen könne zwar von Jahr zu Jahr schwanken. Für das ehemalige Monopolunternehmen gebe es angesichts fallender Preise aber nur eine Überlebensstrategie, nämlich die Kosten zu senken, sagte Alder in der "Samstagsrundschau" von Schweizer Radio DRS.

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