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Dank Aminosäuren resistent gegen HI-Virus

Winzige Veränderungen im Erbgut sorgen dafür, dass einige wenige Menschen resistent sind gegen das Immunschwächevirus HIV. Das hat ein Forscherteam mit Beteiligung der Universität Lausanne entdeckt. Die Wissenschafter hoffen nun, neue Therapien gegen Aids entwickeln zu können.

Dieser Inhalt wurde am 05. November 2010 - 13:59 publiziert
swissinfo.ch und Agenturen

Nicht für alle Menschen ist eine HIV-Infektion ein Problem. Etwa eine von 300 angesteckten Personen kann das Virus ohne Medikamente unter Kontrolle halten. Das körpereigene Immunsystem dieser Menschen unterbindet die Vermehrung des Erregers und verhindert so, dass die Immunschwächekrankheit Aids ausbricht.

Bei der Analyse des Erbguts stiessen die Forscher auf gut 300 Genvarianten, die es dem Immunsystem offenbar ermöglichen, jene Zellen zu erkennen, die von dem äusserst wandlungsfähigen Erreger befallen sind.

Für die Kontrolle des HI-Virus besonders wichtig sind sechs Aminosäuren, die an einem Protein beteiligt sind. Mit Hilfe von diesem Eiweiss erkennt und zerstört das Immunsystem jene Zellen, die von Viren befallen sind.

Die im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichte Entdeckung könnte den lange ersehnten Durchbruch bei der Suche nach einem HIV-Impfstoff oder aber neuen Therapien bedeuten.

Um die vorteilhaften Genveränderungen aufzuspüren, untersuchten die Forscher das Erbgut von beinahe 1000 HIV-positiven Menschen, deren Körper das Virus kontrolliert. Sie verglichen das Erbgut dieser Menschen mit jenem von 2600 Patienten, bei denen die Krankheit voranschreitet und die deswegen Medikamente nehmen müssen.

Um sicher zu gehen, überprüften die Forscher die dabei gefundenen Unterschiede noch einmal, wobei die Schweiz eine wichtige Rolle spielte, wie die Uni Lausanne mitteilte.

Amalio Telenti von der Universität und dem Unispital Lausanne analysierte dafür nämlich gemeinsam mit seinem Team das Erbgut von über 800 Patienten der so genannten Schweizer HIV-Kohortenstudie. Es zeigte sich, dass auch in der Schweizer Gruppe dieselben Genveränderungen dieselbe Resistenz bewirken wie bei den 3600 HIV-Positiven der Hauptstudie.

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