Navigation

Da bleibt kein Auge trocken

Schulball: Lisa Christen im blauen und Jessica Coleman im weissen Ballkleid. swissinfo.ch

Ausflüge und Partys, aber auch Schulbeginn für Austauschschülerin Lisa Christen (17) aus Nidwalden – ein anstrengender erster Schultag.

Dieser Inhalt wurde am 16. August 2003 - 10:27 publiziert

Doch an der High School im australischen Lithgow spricht alles nur vom Schulball und den Ballkleidern. (Teil 5)

Ich bin sehr gespannt auf meine neue Schule, die Mitschüler und Lehrer. Und nun ist der Tag gekommen. Meine Gastmutter fährt Jessica und mich zur Schule nach Lithgow, das rund 20 Minuten von Portland entfernt liegt.

Mein erster Besuch führt mich sogleich zum Rektor. Weil die Austauschorganisation 85 Prozent Pflichtbesuch vorschreibt, spreche ich ihn auf geplante Inlandreisen an. Wenn ich Freunde in anderen Gebieten besuchen oder Reisen machen wolle, solle ich dies ruhig tun, sagt er. "Denn auch durchs Reisen wirst du viel lernen." Der Rektor ist mir sofort sympathisch.

Mittagessen im Freien bei 7 Grad

Danach erhalte ich einen "School Jumper", einen Faserpelz-Pullover mit dem Abzeichen der Lithgow High School. Ich blicke komisch aus der Wäsche, als man mir sagt, ich könne lediglich sechs Fächer belegen. Und so wähle ich Sport, Musik, Fotografieren, Kindererziehung, Mathematik und Englisch. Ich frage mich, wie man aufgrund einer solchen Fächerwahl später an die Universität gehen kann.

Das Mittagessen essen wir auf dem Schulhof in Unterstellplätzen, da die Kantine im Freien angebracht ist. Welch ein Schock! Es ist sieben Grad und eiskalt. Doch schon den Tag darauf nimmt mich meine Gastschwester, die das letzte Jahr der Lithgow High besucht, mit in ihr Klassenzimmer. Na ja, ab Weihnachten werde auch ich in der Abschlussklasse sein.

Fix und fertig nach dem ersten Schultag

Die ersten Leute, die mir auf dem Schulhof begegnen, begrüssen mich sehr nett. Ich habe ein gutes Gefühl. Die Schulglocke klingelt. Musik ist angesagt. Der Lehrer beginnt mit dem Unterricht, stellt mich aber komischerweise nicht vor. Während ich aufgrund meines Unterrichts in der Schweiz die Musiktheorie sehr einfach finde, haben die anderen Probleme und sind verblüfft, als ich alles lösen kann. Ob das in Mathematik auch so gut läuft?

Das Fach Exploring Childhood (Kindererziehung) ruft. Die Lehrerin begrüsst mich sehr nett, aber auch sie stellt mich nicht vor. Das ändert sich, kaum ist die Schule aus. Viele meiner Mitschüler kommen direkt auf mich zu.

Dann gehts im Schulbus zurück nach Portland. Ein Haufen kleiner Jungs fragt mir Löcher in den Bauch. Und am Abend bin ich fix und fertig, obwohl ich nur zwei Schulstunden besucht habe.

Sydney, die Three Sisters und die Bluemountains

Nach ein paar Tagen habe ich mich gut eingelebt und viele nette Leute kennen gelernt.

Mit Andreas, einem andern Schweizer Austauschschüler, verbrachte ich einen Tag in der wunderschönen Stadt Sydney, die nur zwei Autostunden von Portland entfernt liegt. Wir fuhren mit dem Schiff aufs Zentrum zu mit seinen vielen Wolkenkratzer und dem berühmten Opernhaus. Wir sahen uns die Parks an, den Markt und Hafen Darling Harbour sowie viele schöne Shops.

Eines Tages fragten mich Sam und Nicole aus meiner Klasse geheimnisvoll, ob ich mit ihnen am freien Mittwoch-Nachmittag in Katoomba, eine Stunde von Portland entfernt, Mittagessen würde. Sie führten mich zu den "Three Sisters", den berühmten drei Felsen. Oben angekommen, wurden wir mit einer traumhaften Aussicht über die ganzen Bluemountains belohnt. Einfach herrlich!

Schneeflocken am Schulball

Seit einigen Tagen ist an der Schule nur noch die Rede vom High School Ball. Die Gespräche drehen sich ausschliesslich um die Ballkleider, den Friseur, Make-up und Nagelpflege. Wer als Debutant auftritt, muss in weissem "Hochzeitskleid" oder Smoking erscheinen.

Dann ist der grosse Tag da. Die Hälfte der Schüler kommt erst gar nicht zur Schule, denn "Beauty Time" ist angesagt. Jessica und ich nehmen es etwas lockerer und lassen Friseur und Manicure aus.

Am Eingang stehen Türsteher und ich muss meinen Schweizer Pass vorweisen. Wir betreten die Halle. Ich sehe die Schweiz vor Augen: Schneemänner, Schneeflocken und Tannenzapfen in Gold und Silber umgeben uns. Die Leute packen ihr Essen und Trinken aus. Es ist ein schöner und komischer Anblick zugleich, alle in ihren besten Klamotten picknicken zu sehen.

Plötzlich betreten die Debütanten den Raum und alles wird still. Die Musik beginnt zu spielen. Es sieht aus wie in einem Märchen. Viele meiner Klasse tanzen in ihren wunderschönen schneeweissen Kleidern. Dann betreten alle Leute die Tanzfläche und tanzen zu unterschiedlichster Musik zweier Livebands, darunter auch viele ältere Leute.

Tischnummern werden aufgerufen, denn ein leckeres Buffet wartet im Nebenraum. Um Mitternacht sind endlich auch Jessica und ich an der Reihe. Nach dem Essen tanzen und unterhalten wir uns prächtig. Die Zeit fliegt nur so dahin und schon steht Gastvater Tony bereit, um uns ab zu holen. Welch ein eindrücklicher Abend! Die "Aussies" wissen wie man für Stimmung sorgt.

Ich schlafe so richtig lange aus. Denn am Abend steigt schon die nächste Party. Rund 80 bis 100 Leute erwartet Geburtstagskind Josh bei sich zu Hause im Garten.

swissinfo, Lisa Christen
(bearbeitet von Thomas Vaszary)

Fakten

Lisa-Deborah Christen (17) lebt zusammen mit ihrer Mutter Elsbeth (53) und den Brüdern Albrecht (23) und Basil (20) in Hergiswil im Kanton Nidwalden. Vater Hans starb im Jahr 2000.
Lisa geht am Kollegium St. Fidelis in Stans NW zur Schule.
Während ihres Austauschjahres besucht sie zusammen mit ihrer Gastschwester Jessica die High School in Lithgow.
Anthony und Suzanne Coleman sind Lisas Gasteltern in Portland. Grant (19), Jessica (17), Mathew (6) und Daniel (4) sind ihre Gastgeschwister.

End of insertion

In Kürze

Die 17-jährige Lisa Christen aus Hergiswil NW geht für ein Jahr lang als Austausch-Schülerin nach Australien.

In Portland, New South Wales, 250 Kilometer von Sidney entfernt, lebt sie bei der Gastfamilie Coleman und besucht zusammen mit ihrer Gastschwester Jessica die Schule in Lithgow.

In ihrem Online-Tagebuch erzählt Lisa von ihren Erwartungen, Erfahrungen und Begegnungen mit den Menschen im Land ihrer Träume – jeweils samstags auf swissinfo.ch.

Wer mit Lisa Kontakt aufnehmen möchte, erreicht sie unter lisachristen86@gmx.ch.

End of insertion

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?