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Credit Suisse Group hat Talsohle erreicht

Die Verluste der Winterthur lasten schwer auf der CS Group. Keystone

Die Credit Suisse Group (CSG) erlitt im 3. Quartal einen Verlust von 2,1 Mrd. Franken. Das Schlimmste aber scheint überstanden zu sein.

Dieser Inhalt wurde am 14. November 2002 - 19:12 publiziert

Die CS-Titel haben wieder um 8% zugelegt, nachdem Experten für die zweitgrösste Schweizer Bank im 2003 wieder eine ausgeglichene Bilanz prognostizieren konnten.

Der zweitgrösste Schweizer Finanzkonzern blickt auf das schlechteste Quartal seiner 146-jährigen Geschichte zurück. Mit dem am Donnerstag in Zürich publizierten Reinverlust von 2,1 Mrd. Franken bestätigte die CSG die düstersten Prognosen der Finanzanalysten.

Für die ersten neun Monate beläuft sich der Verlust nun auf 2,4 Mrd. Franken. In der Vorjahresperiode hatte die CSG noch einen Gewinn in gleicher Höhe ausgewiesen.

Der Absturz der CSG wird vor allem auf die Verluste bei der Versicherungstochter Winterthur zurückgeführt. Sie belasteten das operative Ergebnis im Berichtsquartal mit 1,4 Mrd. Franken.

Aber auch im Investment-Banking der Credit Suisse First Boston resultierte ein operativer Verlust von 426 Mio. Franken. Eine weitere Wertberichtigung an der Rentenanstalt-Beteiligung schlug mit 206 Mio. Franken zu Buche. Die Neuausrichtung der Europa-Aktivitäten im Private Banking kostet die CSG 119 Mio. Franken.

Neuer Chef bei der Winterthur

"Das Ergebnis war klar unbefriedigend", werden die beiden neuen Konzernchefs John Mack (Credit Suisse First Boston) und Oswald Grübel (Credit Suisse Financial Services) in der Medienmitteilung zitiert.

Die beiden sind seit September 2002 als Co-Konzernchefs tätig und ersetzten Lukas Mühlemann, der noch bis Ende Jahr als Verwaltungsrats-Präsident bei der Credit Suisse Group bleibt.

Wie weiter bekannt wurde, wird der Deutsche Leonhard Fischer neuer Chef der Winterthur-Versicherungen. Fischer war zuletzt Mitglied der Vorstände der Allianz-Versicherung und der Dresdner Bank. Unter seiner Leitung soll nun die Strategie der Winterthur überprüft werden.

Verkauf von Konzernteilen?

Auf Konzernebene prüft die CSG laut Mitteilung Massnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals. Als Möglichkeiten wurden die Verbriefung von Aktiven oder der Verkauf von Konzernteilen genannt.

Offen blieb zunächst, ob die CSG auch eine Kapitalerhöhung in Betracht zieht. Ob und in welchem Umfang die Massnahmen umgesetzt werden, hängt laut Mitteilung vom Marktumfeld ab.

Aus für Online-Plattform

Als einziger Bereich positiv entwickelte sich im dritten Quartal das Schweizer Firmen- und Privatkundengeschäft. Im Vergleich zur Vorjahresperiode stieg der operative Gewinn um 29% auf 102 Mio. Franken. Trotzdem setzt die CS beim Internet-Angebot den Rotstift an: Die Online-Plattform youtrade soll auf Ende Januar 2003 eingestellt werden.

Rückgang der verwalteten Vermögen

Bei den verwalteten Vermögen verzeichnet die CSG im dritten Quartal einen Abfluss von 13,7 Mrd. Franken auf 1,222 Billionen Franken.

Bei der CSFB betrug der Netto-Abfluss 15,2 Mrd. Franken; Gründe seien Wechselkurs-Effekte und eine ungenügende Produkte-Rendite bei den fest verzinslichen Anlagen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Reinverlust CS Group im 3.Quartal: 2,1 Mrd. Fr.

Verlust Winterthur-Versicherungen im 3. Quartal: 1,4 Mrd. Fr.

Leonhard Fischer wird neuer CEO der Winterthur

Die Online-Plattform youtrade wird auf Ende Januar 2003 eingestellt

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