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COP26, die letzte Hoffnung auf eine Begrenzung der Erderwärmung?

Klimademonstration in Mailand, 1. Oktober 2021. An der Veranstaltung nahmen auch die Klimaaktivistinnen Vanessa Nakate und Greta Thunberg (Bildmitte) teil. Lapresse

Die Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP26) wird von vielen als die letzte Chance gesehen, die katastrophalen Folgen des Klimawandels abzuwenden. Hier finden Sie alles, was Sie über die Veranstaltung wissen müssen, die vom 31. Oktober bis 12. November in Glasgow stattfindet.

Dieser Inhalt wurde am 21. Oktober 2021 - 16:00 publiziert

Der britische Premierministers Boris Johnson nennt die Konferenz einen "Wendepunkt für die Menschheit". Starke Worte, die die Bedeutung eines Ereignisses veranschaulichen, das die Vereinten Nationen wegen der Pandemie nicht noch einmal verschieben wollten. Und das trotz eines Appells zahlreicher Nichtregierungs-Organisationen, die argumentierten, dass der Mangel an Impfstoffen ärmeren Ländern die Teilnahme verunmöglichen würde.

Die Schweiz wird an der COP26-Konferenz ihre Position zum Klimaschutz bekräftigen, aber der Schlüssel zum Erfolg – oder Misserfolg – liegt in den kollektiven Entscheidungen. Hier in aller Kürze, was über die folgenreiche Konferenz schon bekannt ist:

Was ist die COP?

Es handelt sich um die Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, eine jährlich stattfindende Veranstaltung, bei der Regierungsvertreterinnen und -vertreter über Lösungen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung diskutieren und verhandeln. Den Vorsitz der 26. Tagung hat Grossbritannien in Partnerschaft mit Italien inne.

Wer ist noch dabei?

Vertreterinnen und Vertreter aus fast 200 Ländern, darunter etwa 100 Staatschef:innen respektive Regierungschef:innen. Tausende von Verhandlungsführer:innen, Klimaexpert:innen, Wirtschaftsführer:innen, Vertreter:innen der Zivilgesellschaft, Vertreter:innen von Nichtregierungsorganisationen und Journalist:innen aus aller Welt nehmen ebenfalls am Gipfel teil.

Warum ist die diesjährige Konferenz so wichtig?

Seit der Verabschiedung des internationalen Abkommens zum Klimawandel, des sogenannten Pariser Abkommens, sind sechs Jahre vergangen, und die bisher eingegangenen Verpflichtungen reichen nicht aus, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Dies ist die Schwelle, ab welcher der Klimawandel dauerhafte und unumkehrbare Auswirkungen auf menschliche und natürliche Systeme haben könnte.

Die jüngsten Brände, Hitzewellen, Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen machen deutlich, dass dringend und weltweit Massnahmen zum Klimaschutz erforderlich sind. Die diesjährige COP in Glasgow ist auch die erste, seit die Vereinigten Staaten dem Pariser Abkommen nach ihrem kurzen Austritt wieder beigetreten sind.

Worum geht es?

Kohle, Geld, Autos und Bäume, wie Boris Johnson es ausdrückte. Eines der Hauptthemen in Glasgow ist die Klimafinanzierung, d. h. die Hilfe, welche die Industrieländer den von der globalen Erwärmung am stärksten betroffenen Ländern zugesagt hat. Von den 2009 angekündigten 100 Milliarden Dollar pro Jahr zur Finanzierung von Projekten zur Emissionsminderung und Klimaanpassung in Entwicklungsländern sind wir noch weit entfernt, wie der folgende Artikel zeigt:

An der Konferenz in Schottland werden auch die internationalen CO2-Märkte, die Förderung von Elektrofahrzeugen und Lösungen zur Beendigung der Abholzung und des Abbaus von Kohle diskutiert werden. Darüber hinaus sollen die noch ausstehenden Regeln für die Umsetzung des Pariser Abkommens verabschiedet werden. Und zwar besonders diejenigen, die sich auf jene Emissionsreduzierungen beziehen, die durch die Zusammenarbeit zwischen den Ländern erzielt werden.

Was sind die Prioritäten der Schweiz?

Die Schweiz setze sich für einheitliche, starke und verbindliche Regeln bei der Umsetzung des Pariser Abkommens ein, schreiben die Bundesbehörden in einer Stellungnahme. Die Schweiz will insbesondere verhindern, dass die im Ausland erzielten Emissionsreduktionen doppelt gezählt werden (in dem Land, das sie finanziert, und in dem Land, in dem sie stattfinden), und dass Klimaprojekte – zum Beispiel der Bau von Solarkraftwerken – negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschenrechte haben.

Mit diesem Ziel haben die Schweiz und Peru Ende 2020 als erste Länder ein Abkommen zum internationalen Emissionsausgleich geschlossen.

Werden die Verhandlungen zu einem Erfolg führen?

Nicht unbedingt. Wie im Jahr 2019 wird die Klimakonferenz wahrscheinlich ohne wesentliche Fortschritte zu Ende gehen, trotz jahrzehntelanger Warnungen der wissenschaftlichen Gemeinschaft und trotz der Forderungen vieler Bürgerinnen und Bürger, die in Städten auf der ganzen Welt für Klimaschutzmassnahmen demonstrieren. Einige der grössten Emittenten, darunter China und Indien, haben den 31. Juli als Frist für die Übermittlung aktualisierter Klimaziele an die UNO verpasst. Alle Unterzeichner des Pariser Abkommens waren verpflichtet, diese Verpflichtungen vor der COP26 mitzuteilen.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte denn auch Mitte September: Ohne politische und finanzielle Zusagen der Industrieländer bestehe ein hohes Risiko, dass die COP26 scheitert.

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