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Clariant will britische BTP übernehmen

Der Schweizer Chemiekonzern Clariant hat wieder Expansiongelüste. Ein gutes Jahr nach dem Platzen der Fusion mit Ciba führt er eine Milliarden schwere Übernahme im Schild. Im Visier hat er die britische BTP-Gruppe.

Dieser Inhalt wurde am 21. Januar 2000 - 08:08 publiziert

Der Schweizer Chemiekonzern Clariant hat wieder Expansiongelüste. Ein gutes Jahr nach dem Platzen der Fusion mit Ciba führt er eine Milliarden schwere Übernahme im Schild. Im Visier hat er die britische BTP-Gruppe. Deren Aktienkurs explodierte am Donnerstag (20.01.) nach Bekanntgabe entsprechender Gespräche förmlich.

Die Übernahme von BTP dürfte Clariant nach Ansicht von Londoner Finanzanalysten teuer zu stehen kommen. Sie gingen am Donnerstag von einem Übernahmepreis von mindestens sechs Pfund je BTP-Aktie aus. Dies ergäbe mindestens eine Milliarde Pfund (umgerechnet 2,6 Milliarden Franken). BTP hatte die Gespräche mit Clariant auf Aufforderung der Londoner Börsenaufsicht publik gemacht, nachdem ihre Aktien am Mittwoch einen massiven Kursanstieg erlebt hatten. Clariant-Sprecher Walter Vaterlaus bestätigte später auf Anfrage, dass die Gespräche weitergingen; weitere Details nannte er nicht. Der Höhenflug der BTP-Aktie verstärkte sich am Donnerstag.

Falls sich weitere Interessenten mit feindlichen Übernahmeangeboten einschalteten, könnte BTP noch mehr als 2,6 Milliarden Franken kosten, hiess es in London. Als mögliche Konkurrenten wurden etwa die holländische DSM-Gruppe oder die bei der Auftrennung der Alusuisse-Lonza-Gruppe selbständig werdende Lonza genannt. Die Kriegskasse von Clariant soll aber mit etwa fünf Milliarden Franken gefüllt sein. BTP ist nach Einschätzung von Marktbeobachtern für Clariant vor allem wegen ihrer Feinchemikalien attraktiv, weil Clariant diesen Bereich ausbauen wolle. Mit der Übernahme von BTP würde die Schweizer Firma in diesem Sektor weltweit vom 15. auf den zweiten oder dritten Rang katapultiert, hiess es in London.

Mitte Dezember 1998 waren Fusionsgespräche von Clariant und der Ciba Spezialitätenchemie nach nur einmonatiger Dauer abgebrochen worden. Der Zusammenschluss der beiden Konzerne, die im Umfeld der Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz zur Novartis verselbständigt worden waren, hätten den Weltmarktführer in der Spezialitätenchemie schaffen sollen. Die Übung wurde abgebrochen weil die Risiken des Zusammenschlusses die Vorteile überwogen, wie es damals hiess. Angeführt wurden finanzielle, rechtliche und kartellrechtliche Probleme.

SRI und Agenturen

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