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Chronologie der Geiselnahme in der Sahara

Das Schicksal der verschleppten Sahara-Urlauber hatte Politiker, Diplomaten und Angehörige monatelang in Atem gehalten.

Dieser Inhalt wurde am 19. August 2003 - 15:57 publiziert

Insgesamt waren 32 Touristen entführt worden, unter ihnen 16 Deutsche, 10 Österreicher, 4 Schweizer, 1 Niederländer und 1 Schwede. Bei einer Befreiungsaktion am 13. Mai wurden 17 Geiseln befreit.

22./23. Februar:

Letzte Kontakte im Süden des Landes bei Illizi zu drei Reisegruppen mit insgesamt elf Touristen, davon sechs Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer.

10. März:

Die erste Gruppe wird als vermisst gemeldet. Die deutsche Botschaft in Algier wird eingeschaltet.

17. März:

Die zweite und dritte Gruppe werden als vermisst gemeldet. Letzter Kontakt zur vierten Reisegruppe aus sechs Personen.

30. März:

Vierte Gruppe, fünf Deutsche und ein Schwede, wird als vermisst gemeldet.

2. April:

Fünfte Gruppe - vier Deutsche - als vermisst gemeldet.

4. April:

Der sechste Fall: Das Aussenministerium in Wien sucht nach acht Österreichern.

6. April:

Beamte des deutschen Bundeskriminalamts und GSG-9-Spezialkräfte des Bundesgrenzschutzes werden nach Algerien geschickt.

8. April:

Der deutsche Innenminister Otto Schily reist nach Algerien.

11. April:

Fall sieben: Zwei weitere österreichische Bergsteiger in der algerischen Sahara verschwunden.

13. April:

Wiens Aussenministerium hat Belege, dass die Vermissten zumindest am 8. April noch lebten. Ihr Aufenthaltsort sei unbekannt.

28. April:

Nachrichten und Kleidungsstücke der Verschollenen werden in der Wüstenregion bei Illizi gefunden.

4. Mai:

Die algerische Regierung bestätigt erstmals, dass die Touristen leben.

6. Mai:

Das algerische Innenministerium dementiert Verhandlungen mit den Entführern. Algerien lehnt den Einsatz der deutschen Elitetruppe GSG 9 für den Fall einer Befreiungsaktion ab.

7. Mai:

Die Suchmannschaft ist auf 5000 Soldaten angewachsen.

10. Mai:

Medienberichten zufolge liegen Lösegeldforderungen in Millionenhöhe vor. Das Schweizer Aussenministerium und das Deutsche Auswärtige Amt in Berlin wollen sich dazu nicht äussern.

12. Mai:

Der deutsche Aussenminister Joschka Fischer trifft zu Gesprächen in Algier ein.

13. Mai:

17 von 32 Geiseln werden bei einer gewaltsamen Militär-Aktion nahe Amguid westlich von Illizi unversehrt befreit. Mehrere Geiselnehmer werden dabei getötet. Sie gehörten zur Terrorgruppe GSPC (Salafisten für Predigt und Kampf). 15 weitere Geiseln bleiben anderenorts in Hand der Entführer.

15. Mai:

Algerische Medien berichten, dass die übrigen 15 verschleppten Touristen in der Bergregion von Tamelrik etwa 150 Kilometer von Illizi von der GSPC gefangen gehalten werden. Mehrfach gibt es nun auch Berichte über neue Lösegeldverhandlungen.

19. Mai:

Nach zunächst unbestätigten Medienberichten soll es eine Militäraktion zur Befreiung der verbliebenen 15 Geiseln gegeben haben. Nach stundenlanger Ungewissheit wird eine Befreiung der Sahara-Touristen offiziell dementiert.

11. Juni:

Wie bekannt wird, sind zwei algerische Soldaten bei dem Versuch gestorben, den in der Sahara entdeckten Geländewagen der vermissten Schweizer zu bergen. Der Toyota war mit Sprengstoff präpariert.

8. Juli:

Nach unbestätigten algerischen Medienberichten wollen Deutschland, die Schweiz und die Niederlande den Entführern bis zu 20 Mio. Euro für die Freilassung der Europäer bezahlen.

17. Juli:

Unter Berufung auf algerische Militärkreise berichten Medien in Algier, die Armee habe den Geiselnehmern per abgeworfenen Flugblättern freies Geleit zugesichert.

18. Juli:

Die Vermissten befinden sich nach Medien-Informationen ebenso wie ihre Entführer in den Bergen im Norden Malis.

27. Juli:

Nach Angaben der Schweizer Regierung sind 10 Beamte der Regierungen Deutschlands, der Schweiz und der Niederlande zu Gesprächen in Mali. Doch die Spekulationen nehmen kein Ende, nach denen die vermissten 10 Deutsche, 4 Schweizer und der Niederländer vielleicht aber doch noch in Algerien sind.

22. Juli:

Der Staatssekretär im deutschen Aussenministerium, Jürgen
Chrobog, trifft zu Regierungsgesprächen in Malis Hauptstadt Bamako ein.

27. Juli:

Nach neuen Spekulationen sollen frühere Führer der Tuareg-Nomaden in Malis helfen, die Verschleppten freizubekommen. Komplizierte Vermittlungen mit direkten Kontakten setzen sich so fort und werden von telefonischen Kontakten begleitet.

29. Juli:

Es wird bekannt, dass die Deutsche Michaela Spitzer Wochen vorher in der Wüste an den Strapazen gestorben sei - wahrscheinlich an einem Hitzschlag. Sie soll begraben worden sein.

31. Juli:

Erstes Lebenszeichen der 14 verbleibenden Geiseln: Den Behörden liegt ein aus Mali übermitteltes Video mit den Entführten vor.

1. August:

Weitere Spekulationen über die Entführer: Sie fordern nach Medienberichten angeblich ein Millionen-Lösegeld.

11. August:

Wie im Bamako bekannt wird, hat sich der malische Unterhändler Iyad Ag Agaly, ein Tuareg-Stammesführer, zu neuen Vermittlungen auf die Reise zu den Entführern gemacht.

14. August:

Der deutsche Staatssekretär Chrobog spricht in Bamako mit Präsident Amadou Toumani Touré. "Sehr bald" werde es eine Lösung geben, sagt er.

15. August:

Die Entführer stimmen nach Informationen in Bamako einer
Freilassung ihrer Opfer zu - wollen dafür aber Lösegeld und Sicherheits-Garantien.

17. August:

Die Anzeichen verdichten sich, dass die Geiseln freikommen. Erste Medienberichte über die Freilassung werden zunächst offiziell weder vom Aussenministerium in Bern noch vom deutschen Aussenministerium bestätigt.

Schliesslich heisst es aus Malis Hauptstadt Bamako, die Freilassung und Rückkehr der 14 Touristen verzögere sich.

20. August

Kurz vor 2 Uhr morgens starten die freigelassenen Geiseln an Bord einer Maschine der deutschen Luftwaffe von Bamako Richtung Köln.

In Köln werden die vier Schweizer Geiseln vom Bundesrats-Jet abgeholt.

Nach mehr als 6 Monaten in der Hand der Entführer landen die vier Schweizer Geiseln um 8:44 auf dem Flughafen Zürich.

swissinfo und Agenturen

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