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CH/Unia kritisiert Lidl-GAV als Marketinginstrument

Dieser Inhalt wurde am 07. Dezember 2010 - 15:16 publiziert

Bern (awp/sda) - Die Gewerkschaft Unia kritisiert den GAV für die Lidl-Angestellten scharf. Der deutsche Discounter benutze den Vertrag als Marketinginstrument, sagte Unia-Sprecher Hans Hartmann am Dienstag auf Anfrage. Die grösste Gewerkschaft der Schweiz sei bewusst von den GAV-Verhandlungen ausgeschlossen worden.
"Lidl wollte keinen echten Verhandlungspartner, der auf Missstände aufmerksam macht", zeigte sich Hartmann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA überzeugt. Deshalb habe der deutsche Discounter Unia nicht miteinbezogen.
"Lidl zieht die handzahmen und machtlosen Arbeitnehmerverbände Syna und KV Schweiz vor", schreibt Unia in einer Stellungnahme. Die beiden Organisationen liessen sich als Feigenblätter benutzen.
Der Lidl-GAV sei bei weitem nicht so viel wert, wie die Sozialpartner nun behaupteten, sagte Hartmann. Das Papier bringe bloss "minimale Verbesserungen".
Als Beispiel nannte der Unia-Sprecher die Wochenarbeitszeit: "Wer von der Reduktion der Wochenarbeitszeit von 42 auf 41 Stunden spricht, muss berücksichtigen, dass Lidl die Arbeitspensen systematisch auf 60% reduziert und umgekehrt das Personal unter Druck setzt, bei Bedarf Überstunden zu leisten."
"Immer wieder gelangen die Lidl-Mitarbeiter mit Klagen über ihren Arbeitgeber an die Unia", schreibt die Gewerkschaft weiter. Die Rede sei neben den Pensenreduktionen auch von Mobbing. Deshalb habe die Unia im Jahr 2009 einen Katalog mit Verbesserungsvorschlägen bei Lidl eingereicht.
"Wir suchten damals das Gespräch mit dem Discounter und nicht die Öffentlichkeit", erinnert sich Hartmann. Wiederholt seien bereits vereinbarte Treffen von Lidl angeblich aus Termingründen abgesagt worden, zuletzt vor rund drei Wochen. "Stattdessen liefen offenbar die Geheimverhandlungen zwischen Lidl, KV Schweiz und Syna", sagte Hartmann.
Während der Medienkonferenz am Dienstagmorgen bot Lidl der Unia an, den GAV ebenfalls zu unterzeichnen, wie Hartmann sagte. Die Unia habe den GAV angefordert und werde diesen prüfen. Nach dem Verhandlungs-Ausschluss fehle der Unia allerdings das Vertrauen in die Sozialpartner.
dm

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