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Bundesratswahl: Weitgehend positive Reaktionen - Blocher-Flügel verärgert

Christoph Blocher zeigte sich über die Wahl Schmids nicht sonderlich erfreut. Keystone

Mit der Wahl von Samuel Schmid zum neuen Bundesrat sind fast alle Parteien zufrieden. Einzig der Blocher-Flügel der Schweizerischen Volkspartei (SVP) reagierte leicht verärgert über die Nichtberücksichtigung der beiden offiziellen Kandidaturen.

Dieser Inhalt wurde am 06. Dezember 2000 - 14:07 publiziert

SVP-Präsident Ueli Maurer sprach offen von einer Enttäuschung. Die SVP habe zwei gute Kandidaten präsentiert, die aber von der Bundesversammlung nicht akzeptiert worden sind. Für Maurer ist das Resultat eine Niederlage für die Partei. Die Nichtwahl von Eberle und Fuhrer sei ein "Denkzettel für die erfolgreiche SVP".

Nationalrat Christoph Blocher hofft, dass sich Samuel Schmid dem "Mehrheits-Flügel" seiner Partei zuwendet. Werde Schmid dies nicht tun, müsse sich die SVP seinem Kurs widersetzen.

Alles hänge also von Schmid ab. Wenn dieser sich für die Unabhängigkeit der Schweiz einsetze, wenn er dafür sorge, dass die Schweiz nicht der Europäischen Union (EU) beitrete und wenn er sich für Steuersenkungen stark mache, werde "alles gut gehen", so Blocher.

Strategien aufgegangen

Bei SP, CVP, FDP und bei den Grünen herrschte nach der Wahl Genugtuung und auch etwas Verwunderung über das Wahlverhalten der SVP-Fraktion, die nach Meinung vieler Politiker und Politikerinnen die eigenen offiziellen Kandidaten im Regen stehen liess.

"Unsere Strategie ist aufgegangen", sagte SP-Parteichefin Christiane Brunner. Auch die Grünen sehen ihre Strategie von Erfolg gekrönt. Das Ziel, mit der Kandidatur Bühlmann das Malaise gegenüber der SVP zu thematisieren, sei erreicht worden.

Für CVP-Parteipräsident Adalbert Durrer hat die Bundesratswahl einen befriedigenden Ausgang genommen. Laut CVP-Fraktionschef Jean-Philippe Maître hat das Parlament gut auf die "Provokation" einer SVP-Mehrheit geantwortet.

Nicht überrascht zeigte sich FDP-Parteipräsident Franz Steinegger. Seitens der SVP werde es nun wohl "ein wenig Getöse" geben, weil kein offizieller SVP-Kandidat gewählt wurde, sagte Steinegger. Aber bereits jetzt stehe fest, dass sehr viele SVP-Mitglieder mit der Wahl Schmids sehr gut leben könnten.

Fuhrer erfreut - Eberle weniger

"Sehr zufrieden" mit ihrem Abschneiden erklärte sich Rita Fuhrer. Gefreut habe sie vor allem die hohe Stimmenzahl im ersten Wahlgang. Dass sie nicht gewählt worden sei, habe sicher mit ihrer Zugehörigkeit zum Zürcher SVP-Flügel sowie damit zu tun, das sie zu dieser politischen Ausrichtung stehe.

Enttäuscht über sein geringes Stimmenpotential zeigte sich Roland Eberle, umso mehr als er vor der Wahl "andere Signale" erhalten habe. Offenbar sei es nicht um Persönlichkeiten, sondern um taktische Erwägungen gegangen.

SVP-Nationalrat Ulrich Siegrist, der es immerhin bis in den letzten Wahlgang schaffte, freute sich ebenfalls über seine hohe Stimmenzahl. Schmid sei jedoch der richtige Mann auf diesem Posten.

Ständerat Christoffel Brändli erklärt sein schlechtes Abschneiden mit dem Umstand, dass er von der SVP-Fraktion nicht nominiert worden war.

swissinfo und Agenturen


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