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Brasilien: CS im Fadenkreuz der Polizei

Der CS-Hauptsitz am Paradeplatz in Zürich. Credit Suisse

Die brasilianische Bundespolizei hat auf dem Flughafen Sao Paulo einen Manager der Schweizer Grossbank CS wegen Verdacht auf Geldwäscherei verhaftet.

Dieser Inhalt wurde am 24. März 2006 - 21:58 publiziert

Er sitzt in Untersuchungshaft. Sechs weitere Angestellte der Credit Suisse wurden mit einer Ausreisesperre belegt.

Brasilien ermittelt wegen Verdachts auf Geldwäscherei und illegale Geldtransfers gegen sieben Angestellte der Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS) in Sao Paulo.

Beim Manager handelt es sich laut Brasiliens Bundespolizei um einen 50-jährigen Schweizer. Er wurde am Donnerstag im Rahmen der im vergangenen Dezember gestarteten "Operation Switzerland" in einer VIP-Lounge des Flughafens Guarulhos in Sao Paulo festgenommen, als er auf den Abflug in die Schweiz wartete.

Zuvor war gegen ihn wegen Fluchtgefahr ein Haftbefehl ergangen. Die provisorische Untersuchungshaft wurde am Sonntag um fünf weitere Tage verlängert.

Fall von grosser Tragweite

Ein Anwalt des Verhafteten sagte, es handle sich um einen delikaten Fall grösserer Tragweite. Der Schweizer ist gemäss Polizei vor rund einer Woche nach Brasilien gereist und wollte ursprünglich noch zwei Wochen bleiben.

Er habe aber seine Reisepläne kurzfristig geändert, als am vergangenen Dienstag in Sao Paulo die Räume der CS von der Polizei durchsucht worden seien. Nach einem misslungenen ersten Versuch fand der Manager für Mittwochabend noch einen Platz in einem Flug nach Zürich. Ursprünglich hatte er den Rückflug für den 6. April gebucht.

6 weitere Bankers im Verdacht

Bei der landesweiten Geldwäscherei-Untersuchung soll laut der brasilianischen Bundespolizei auch geklärt werden, ob grosse Geldbeträge unklarer Herkunft für brasilianische Kunden illegal ins Ausland geschleust wurden oder nicht. Auch der Straftatbestand der kriminellen Vereinigung wird abgeklärt.

Die Ermittlungen richten sich gemäss Polizei gegen sechs weitere CS-Angestellte. Sie wurden zwar nicht verhaftet, mussten aber ihre Pässe abgeben und dürfen Brasilien vorerst nicht verlassen.

Laut der Polizei handelt es sich um drei Schweizer, einen schweizerisch-portugiesischen Doppelbürger und zwei Brasilianer. Angeklagt wurde bisher niemand.

"Danke – auf Wiedersehen!"

CS-Sprecherin Monika Dunant bestätigte der Nachrichtenagentur AP, dass ein CS-Mitarbeiter in Untersuchungshaft genommen und die CS-Räumlichkeiten in Sao Paulo polizeilich durchsucht worden seien. Die Schweizer Grossbank könne aber keinen weiteren Kommentar abgeben, da ihr weder die konkreten Vorwürfe noch die Hintergründe bekannt seien.

In einem Inserat in der Folha de S. Paulo, Brasiliens grösster Zeitung, sicherte die CS den Behörden ihre Kooperation zu. Von swissinfo kontaktiert, konnte die betroffene CS-Filiale in Sao Paolo keine weiteren Auskünfte geben. "Wir funktionieren heute nicht. Danke – auf Wiedersehen!"

In einem Inserat in der Folha de S. Paulo, Brasiliens grösster Zeitung, sicherte die CS den Behörden ihre Kooperation zu.

Die Eidgenössische Bankenkommission ist von Brasilien noch nicht offiziell über den Fall orientiert worden, wie deren Sprecherin Tanja Kocher auf Anfrage sagte.

swissinfo, Thierry Ogier in Sao Paulo und Agenturen

In Kürze

Die brasilianischen Behörden untersuchen seit Monaten die Verbindungen zwischen den illegalen Wahlkampf-Finanzierungen und dem organisierten Verbrechen.

Dazu stützen sie sich auch auf Zeugenaussagen von Mitarbeitern illegaler Geldwechsel-Stuben.

Bisher hat die brasilianische Bundes-Polizei 18 Banken untersucht. Die CS ist die 19. Bank.

Die Haus-Durchsuchung der Filiale Sao Paulo am vergangenen Dienstag wurde gemäss Polizeiangaben nach der Einvernahme eines ehemaligen Angestellten veranlasst.

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