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BMW will Marktposition in Deutschland ausbauen

Dieser Inhalt wurde am 13. Dezember 2010 - 07:46 publiziert

MÜNCHEN (awp international) - Der Münchener Autobauer BMW blickt mit Zuversicht auf das Deutschlandgeschäft: "Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unseren neuen Modellen im nächsten Jahr weiter stärker wachsen werden als das Premiumsegment", sagte der Vertriebschef für Deutschland, Karsten Engel, im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) prognostiziert für 2011 ein Marktwachstum von etwa sechs Prozent auf rund 3,1 Millionen Fahrzeuge. Davon werden nach Engels Einschätzung knapp 900.000 Fahrzeuge auf das Premiumsegment entfallen.
Wachstumsimpulse erwartet Engel vor allem aus dem Flottenmarkt, der in diesem Jahr schon um 20 Prozent zugelegt habe. "Nach dem Stillstand infolge der Wirtschaftskrise im letzten Jahr hat sich der Knoten jetzt gelöst", sagte Engel in Bezug auf das Grosskundengeschäft. Flottenverkäufe machen bei BMW in Deutschland fast die Hälfte des Absatzes aus. Hier punktet BMW vor allem mit dem neuen 5er, der laut der jüngsten Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) die Spitzenposition des Segments der oberen Mittelklasse belegt.
Zudem spielt BMW die neue Nachhaltigkeitspolitik von Grosskonzernen oder Bundesbehörden in die Hände, die Wagen mit geringerem Verbrauch fördern. "Das ist keine Modeerscheinung, sondern ein nachhaltiger Trend, von dem wir profitieren", sagte Engel. Auch die Geländewagen kommen nach Angaben von Engel gut an. Aufgrund der hohen Nachfrage habe die neue Generation des X3 beispielsweise Lieferzeiten von bis zu sechs Monaten. "Wir könnten in Deutschland mehr Fahrzeuge verkaufen, als wir aus der Produktion zugeteilt bekommen", sagte der Manager, der seit Anfang 2008 den Vertrieb auf dem Heimatmarkt verantwortet. Deutschland sei für BMW der grösste Markt vor den USA und China und werde das wohl auch im nächsten Jahr bleiben.
Zufrieden blickt Engel auf das auslaufende Jahr. "BMW konnte als einziger Premiumhersteller 2010 einen Zuwachs bei den Neuzulassungen erreichen." Die Neuzulassungen von BMW und Mini stiegen laut KBA-Statistik von Januar bis November im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent auf 243.136 Wagen. Trotz eines leichten Rückgangs blieb aber in absoluten Zahlen Mercedes-Benz auf dem Heimatmarkt die Nummer 1 unter den Anbietern hochpreisiger Fahrzeuge. Das Ziel der VW-Tochter Audi , BMW 2015 weltweit als führenden Premiumhersteller abzulösen, sieht Engel gelassen. "Wir sind weltweit im Premiumsegment Marktführer und haben nicht die Absicht, diese Position jemals abzugeben."
2010 kam BMW zugute, dass der Hersteller gerade mit der wieder anziehenden Flottennachfrage neue Modelle in den Markt einführte. In den vergangenen 15 Monaten gingen unter anderem der 5er GT, der neue kleine Geländewagen X1 sowie der als Geschäftswagen beliebte 5er und die neue Generation des X3 an den Start. "Wir verfügen derzeit über die jüngste Modellpalette unter den Premiumherstellern", sagte Engel.
Mit den neuen Fahrzeugen habe sich auch die Renditesituation der Händler verbessert. Daran will Engel auch im nächsten Jahr weiter arbeiten. Für dieses Jahr erwartet Engel eine durchschnittliche Umsatzrendite von rund 1,3 Prozent im Handel, nach 0,5 Prozent im krisenbedingt schwachen Vorjahr. Verglichen mit 2009 konnten höhere Preise durchgesetzt werden. "Die Nachlasssituation ist wieder auf dem Vorkrisenniveau angekommen. Bei den neuen Modellen erzielen wir sogar höhere Erträge", erläuterte der Manager.
Ebenfalls stabilisiert hätten sich die Restwerte von Leasingrückläufern und damit die Gebrauchtwagenpreise. "Wir hatten in diesem Jahr das beste Jahr aller Zeiten im Gebrauchtwagen- und Servicegeschäft", sagte Engel. BMW betreibt in Deutschland vor allem an strategischen Standorten in Ballungszentren 18 eigene Niederlassungen, die 43 Betriebe umfassen. Hinzu kommen 212 Unternehmer, die im Schnitt über 3 Betriebe verfügen./dct/stk
---Gespräch: Dorothee Tschampa, dpa-AFX---

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