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BKW-Rechnung 1999 von "Lothar" beeinträchtigt

Die Behebung der "Lothar"-Schäden kam die BKW teuer zu stehen. Keystone

Steigende Stromnachfrage zu tieferen Preisen und die Schäden des Sturms "Lothar" prägen den Abschluss 1999 der Bernischen Kraftwerke (BKW). Beim Umsatz büsste der Stromversorger 1,4 Prozent ein, der Gewinn sank um 8,4 Prozent auf 42,4 Mio. Franken.

Dieser Inhalt wurde am 24. Mai 2000 - 17:26 publiziert

"An Weihnachten hätte ich von einem sich abzeichnenden sehr guten Ergebnis gesprochen. Heute bezeichne ich das Ergebnis als gut", charakterisierte BKW-Direktionspräsident Fritz Mühlemann den Verlauf des Geschäftsjahres 1999 an der Bilanzmedienkonferenz am Mittwoch (24.05.).

Die BKW vermochten ihre Position im Schweizer Strommarkt weiter auszubauen. So verzeichneten sie zwei Prozent Mehrabsatz im Versorgungsgebiet und 7,4 Prozent Plus im Handelsgeschäft.

Gewichtige Preisnachlässe drücken Ergebnis

Insgesamt lieferten die BKW mit 12,1 Mrd. KWh Strom nie zuvor erreichte Menge. Trotz knapp zwei Prozent Mehrverbrauch im Versorgungsgebiet erhöhte sich der Umsatz nur noch minim auf 824 Mio. Franken. Als Grund nennt Mühlemann die vorsorglichen Angebote an die Kunden, die als erste von der vorgesehenen Marktliberalisierung in der Schweiz profitieren können.

"Praktisch alle in Frage kommenden Unternehmen im Versorgungsgebiet haben mit den BKW entsprechende Verträge abgeschlossen. Wie hoch die schon im Voraus gewährten Rabatte sind, wollte Mühlemann nicht genau bekanntgeben. "Eine zweistellige Zahl ist nicht ganz daneben", sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Ausbau in Italien

Im Handelsgeschäft mussten die BKW trotz Mengenwachstums eine Einbusse um 12,4 Prozent auf 183 Mio. Fr. hinehmen. In Italien, dem vorläufig wichtigsten Auslandmarkt für die BKW, gründeten die BKW die Vertriebsgesellschaft Electra Italia SpA. Die Mehrheit liegt jedoch bei der wichtigen BKW-Aktionärin PreussenElektra. Die neuen Lieferverträge werden sich erst im neuen Geschäftsjahr auswirken.

Trotz zwei Prozent weniger Beschäftigten (1940) verminderte sich der Betriebsaufwand nur leicht. So schrumpfte der ausgewiesene Gewinn um 8,4 Prozent auf 42,4 Mio. Franken. Dennoch werden unverändert zehn Prozent Dividende ausgeschüttet. Die BKW gehören zu 63 Prozent dem Kanton Bern. PreussenElektra hält 20 Prozent.

Mit hohem Einsatz "Lothar"-Schäden behoben

Den Fachleuten der BKW wand Mühlemann ein Kränzchen für ihren Einsatz nach dem Sturm am 26. Dezember und den Folgeschäden in der Altjahrswoche. Bis zu 300'000 Personen waren betroffen, konnten jedoch bis am 4. Januar mit wenigen Ausnahmen wieder ans Netz angeschlossen werden. Zusammen mit Hilfskräften wurden rund 43'000 Stunden Einsatz geleistet.

Umgekehrt gab es dank des optimalen Einsatzes der Kraftwerke für zwei Drittel der BKW-Kundschaft überhaupt keine Unterbrüche. Dank des einwandfrei funktionierende Kernkraftwerkes Mühleberg, sagte der KKW-Leiter Gisbert Straub. "In den zwei Tagen Unterbruch aller Hochspannungsleitungen nach Frankreich und dem Wallis sicherte Mühleberg 70 Prozent der Versorgung im Kerngebiet der BKW."

Finanziell blieben deutliche Spuren: "Lothar" und seine Folgen belasten die BKW-Rechnung 1999 mit über 20 Mio. Franken. 15 Mio. davon sind Rückstellungen für noch offene Kosten.

swissinfo und Agenturen

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